Smartwatch
Mit der Uhr aus Gold: Apple greift jetzt die Luxus-Hersteller an

Die Apple-Uhr aus Gold soll bis 10'000 Franken kosten. Damit will die Firma in die Liga der Luxushersteller einsteigen.

Andreas Schaffner
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Sie wird goldig und auch teuer: die neue Apple Watch «Edition».

Sie wird goldig und auch teuer: die neue Apple Watch «Edition».

HO

Heute lanciert die Firma Apple ihren Kleincomputer fürs Handgelenk, die Apple Watch. Noch im September wurde das Projekt von Schweizer Uhrenherstellern belächelt. Ging man doch zunächst davon aus, dass die Apfeluhr in einer Preisliga unter 1000 Franken zu stehen komme.

Doch immer deutlicher wird, dass es sich bei dem neuen Apple-Produkt um etwas handeln wird, das auch in einer viel höheren Preisklasse spielt. Und vor dem sich viele Luxushersteller dieser Welt – nicht nur die Schweizer Uhrenhersteller – fürchten dürften.

Riskanter Schritt für Apple

Doch auch für Apple ist der Schritt nicht ohne Risiken. Gestern zeigte die englische Finanzzeitung «Financial Times» auf, was es heisst, wenn nicht nur Uhren in der Preisklasse von 500 Franken verkauft werden, sondern auch protzige Teile aus 18-karätigem Gold, die bis zu 10'000 Franken kosten könnten. Ausgehend von einer Aussage des legendären Designchefs, des Engländers Jonathan Ives, der gesagt haben soll, dass man sich damit bewusst vom reinen Hersteller von Unterhaltungselektronik wegbewege.

Verschiedene Elektronik-Hersteller wie Blackberry oder Nokia haben in den vergangenen Jahren bereits mit solchen Luxus-Strategien Schiffbruch erlitten. Auch der französische Luxushersteller Louis Vuitton sei mit dem Versuch gescheitert, «reiche Kunden für dumm zu verkaufen» – und unanständig hohe Preise zu verlangen – so die englische Wirtschaftszeitung.

Es zeichne sich am Beispiel dieser Uhr ab, wie das Unternehmen künftig seine Produkte an den Mann oder an die Frau bringen möchte. Auf der einen Seite versucht man den Massenmarkt anzupeilen. Marktforscher rechnen mit einem Potenzial von 20 Millionen Uhren, die so pro Jahr abgesetzt werden könnten. Auf der anderen Seite wird der Eintritt in die Luxusliga getestet. Hier sind gewaltige Margen in Reichweite. Diese Doppelstrategie unterscheidet sich fundamental von der bisherigen. Apple könnte damit schon einen nächsten, noch teureren Schritt vorbereiten: den Verkauf eigener Autos.