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Mitarbeiter-Sharing gestartet

Mitarbeitende aus der Tessiner und Bündner Hotellerie können saisonabhängige Stellen kombinieren. Das Projekt wird nun national und auf andere Branchen ausgeweitet.
Gerhard Lob, Bellinzona
Bei Hochsaison sind gerade auch Bündner Skiorte auf ausreichend Personal angewiesen.Bild: Christian Beutler/Keystone (St. Moritz, 18. März 2016)

Bei Hochsaison sind gerade auch Bündner Skiorte auf ausreichend Personal angewiesen.Bild: Christian Beutler/Keystone (St. Moritz, 18. März 2016)

Graubünden ist der Winter die touristische Hochsaison, im Tessin der Sommer. Viele Betriebe öffnen nur in den jeweiligen Spitzenzeiten. Und das führt zu einem typischen saisonbedingten Anstieg der Arbeitslosigkeit in den tourismusschwachen Monaten. Im Jahr 2015 entstand so die Idee, dass sich Hotel- oder Gastro-betriebe aus den Kantonen Tessin und Graubünden Mitarbeitende teilen, gemäss dem Motto «Im Sommer am See, im Winter im Schnee.»

So wollte man Mitarbeitenden die Möglichkeit einer Jahresstelle bieten, die Saisonarbeitslosigkeit bekämpfen, Saisonbetrieben helfen, aber auch Hotels vor einer Flut von Pseudobewerbungen schützen. Denn Arbeitslose müssen sich bewerben, um Arbeitslosengeld zu beziehen.

Sommer- und Winterjobs miteinander kombinieren

Bei der 2016 erfolgten Gründung des Vereins «Mitarbeiter-Sharing» war beispielsweise die Tschuggen-Gruppe beteiligt, die drei Hotels in Graubünden und zwei im Tessin betreibt. «Wir hatten bereits viel Erfah-rung mit dem saisonbedingten Wechsel von Mitarbeitenden innerhalb unserer Gruppe», sagte Corinne Denzler, Generaldirektorin der Tschuggen-Gruppe, am Mittwoch im Rahmen einer Medienkonferenz in Bellinzona. Von diesen Erfahrungen konnte der Verein profitieren. In der Tessiner Kantonshauptstadt wurde die neue Match-Making-Plattform jobs2share.ch vorgestellt, welche Mitarbeitenden aus Hotellerie und Gastronomie die Chance bietet, passende Sommer- und Winterjobs über das Online-Portal zu kombinieren. Es handelt sich bei dieser Plattform im Prinzip um eine Ausweitung und Professionalisierung des ursprünglichen Projekts auf eine grosse Anzahl von Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Arbeitsuchende können, ähnlich wie bei Facebook, ein Profil kreieren und müssen so nicht jedes Mal die ganze Bewerbungsprozedur durchlaufen. An der Entwicklung war die Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Chur massgeblich beteiligt.

Die Online-Plattform wird einerseits national ausgeweitet. Betriebe aus der Innerschweiz und dem Raum Interlaken haben bereits ihr Interesse angemeldet. Andererseits können auch Mitarbeitende aus nicht-gastgewerblichen Branchen eingebunden werden. «Es gibt beispielsweise Personen, die im Sommer in der Schifffahrt im Tessin arbeiten und im Winter arbeitslos sind», erklärt Federico Haas vom Hotel Delfino Lugano.

Registrierung ist Voraussetzung

Aktiv unterstützt wird das Mitarbeiter-Sharing-Modell vom Staatssekretariat für Wirtschaft SECO. Im Rahmen eines dreijährigen Pilotversuchs ist es ab dem 1. Januar 2019 Mitarbeitenden – vorläufig nur solchen mit Wohnsitz im Kanton Tessin oder Graubünden – möglich, unbürokratisch bis zu sechs Wochen pro Jahr Arbeitslosenentschädigung zu beziehen, um die Zwischensaisons zu überbrücken. Grundvoraussetzung ist, dass beide Arbeitgeber des Sommer-Winter-Jobpakets auf der jobs2share.ch Plattform registriert sind und der Mitarbeiter ebenfalls ein Profil auf der Plattform hat. Verläuft der SECO-Pilotversuch erfolgreich, kann diese Lösung landesweit umgesetzt werden.

In der knapp dreijährigen Pilotphase des Vereins Mitarbeiter-Sharing wurden rund 300 Sommer-Winter-Pakete gebündelt und von Mitarbeitenden genutzt. Nun hoffen die Initianten dank der neuen Plattform auf einen starken Anstieg von Interessenten, insbesondere der Generation Y, die gegenüber Ortswechseln nicht immer so aufgeschlossen ist wie frühere Generationen. Denn nicht alle denken wie die Italienisch- Bündnerin Marika Somaini, die als Rezeptionistin im Sharing-Modell im Albergo Losone und im Padrutt’s Palace in St.Moritz tätig war: «Für mich war es eine Super-Erfahrung.»

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