Weihnachtsgeschäft
Mobil-Shopping: Schon jeder Dritte macht Einkäufe übers Natel

Sowohl in der Schweiz als auch in den USA boomt das Online-Shopping: Immer mehr Kunden kaufen über Tablets und Smartphones. Experten glauben, dass der Trend weitergeht. Fast die Hälfte aller Schweizer möchte zukünftig übers Internet einkaufen.

Matthias Niklowitz
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Ein Drittel der Schweizer Konsumenten tätigt seine Einkäufe über das Mobiltelefon, meldete gestern das Beratungsunternehmen Deloitte. Fast die Hälfte der Konsumenten plant, zukünftig via Smartphones und Tabletcomputer einzukaufen.

Dank der guten Konjunkturaussichten würden die Schweizer bei ihren Einkaufsplänen bleiben, heisst es weiter. Das geplante Budget liegt pro Haushalt bei 800 Franken und damit um 3 Prozent über dem, was 2012 für die Weihnachtseinkäufe in der Schweiz vorgesehen war.

Mit dem Boom beim Online-Einkauf sind die Schweizer Weihnachtsshopper in guter Gesellschaft. Gut 22 Prozent aller Online-Verkäufe wurden im diesjährigen Weihnachtsgeschäft in den USA von mobilen Endgeräten wie Tabletcomputern und Smartphones aus vorgenommen. Das meldete gestern der Computerkonzern IBM.

Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Zuwachs von 43 Prozent. Durchschnittlich 133 Dollar gaben Amerikaner seit letztem Donnerstag aus, wenn sie über einen Tabletcomputer einkauften, und 116 Dollar, wenn sie über ein Smartphone auf Shoppingtour gingen.

Die Benutzer von iOS-Geräten, also den iPhones und iPads, legten dabei durchschnittlich 128 Dollar für ihre Einkäufe aus. Benutzer von Geräten mit dem Android-Betriebssystem – beispielsweise von Samsung – gaben bisher lediglich 105 Dollar pro Einkauf aus.

Es kommen noch drei Shoppingwochenenden – die Einkaufssumme dürfte sich damit noch vergrössern und den schweizerischen Werten annähern.

Boom nährt den Boom

Damit etablieren sich die mobilen Endgeräte trotz Sicherheitsbedenken bei Android-Betriebssystemen als beliebtes Schaufenster zum Online-Shopping.

Der Boom dürfte weitergehen, wie die Analysten des Brokers Jefferies sagen: Apple-Produkte machten bei Target, das hinsichtlich der Produktebreite etwa wie Coop in der Schweiz aufgestellt ist, gleich 22 Prozent des Umsatzes am ersten Vorweihnachtswochenende aus. Bei Walmart, der grössten Retailkette, waren es sechs Prozent.

Auch das iPhone 5S erweist sich offenbar als Renner. In Japan, wo der grösste Netzbetreiber NTT DoCoMo das Smartphone seit Ende September anbietet, schnappte sich Apple laut dem Marktforschungsunternehmen Kantar auf Anhieb drei Viertel des Marktanteils an neu verkauften Smartphones.

Den Rest teilten sich die Konkurrenten Samsung und Sony. Die Jefferies-Analysten rechnen deshalb bereits jetzt damit, dass Apple dank des Booms die Erwartungen übertreffen wird. Apple-Aktionäre könnten so im Januar mit der Ergebnismeldung zu einem nachträglichen Weihnachtsgeschenk kommen.