Sunrise
"Mobilfunkbetreiber nutzen bereits Antennen gemeinsam"

Falls die Fusion von Sunrise und Orange zustande kommt, wollen die beiden Mobilfunkanbieter ihr Netz gemeinsam planen. So könnte künftig ein Drittel der geplanten Antennen eingespart werden. Eine ziemlich optimistische Schätzung sei dies, sagt Felicitas Siebert, Abteilungsleiterin Baubewilligungen beim Departement für Bau, Verkehr und Umwelt. Denn die beiden Anbieter arbeiten schon jetzt zusammen und der gemeinsamen Nutzung von Antennen sind Grenzen gesetzt.

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Felicitas Siebert

Felicitas Siebert

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Felicitas Siebert, Sunrise und Orange wollen fusionieren und planen der Umwelt zuliebe ihr Mobilfunknetz künftig gemeinsam. Wieviele Handyantennen lassen sich da einsparen?Felicitas Siebert: Die beiden Anbieter nutzen bereits jetzt Antennen gemeinsam. Die gemeinsame Nutzung von Antennen ist im Übrigen für alle Anbieter in der Konzession bereits heute vorgesehen.

Laut France Télécom soll künftig ein Drittel der Antennen eingespart werden. Scheint Ihnen das realistisch?Siebert: Das scheint mit eine ziemlich optimistische Einschätzung. Allerdings kennen wir die langfristige Planung nicht und ich kann diese Zahl deshalb nicht kommentieren.

Gibt es technische Beschränkungen für die gemeinsame Nutzung von Antennen?Siebert: Ja, die Grenzwerte für nicht-ionisierende Strahlung (NIS) dürfen nicht überschritten werden. Wenn mehrere Anbieter dieselbe Antenne nutzen, ist die Strahlung entsprechend erhöht, respektive die Kapazität für die verschiedenen Anbieter ist begrenzt. Deshalb werden die verschiedenen Anbieter auch künftig mehrere Standorte brauchen, um die angestrebte Kapazität zu erreichen. Zudem sinkt die Reichweite wieder mit der neuen Techologie, weil es beispielsweise für die UMTS-Technologie eine grosse Brandbreite braucht.

Wie wird der Grenzwert berechnet?Siebert: Das wird von Spezialisten berechnet und vom Kanton geprüft. Ausschlaggebend ist der nächste Ort mit empfindlicher Nutzung (OMEN). Je weiter die Antenne von bewohnten Räumen entfernt ist, desto mehr Leistung kann man darauf planen. Je näher die Antenne bei bewohnten Räumen ist, desto weniger Sendeleistung ist möglich .

Weniger Antennen dank Fusion von Orange und Sunrise Orange Schweiz und Sunrise sollen künftig gemeinsame Sache machen, wenn es nach Orange's Mutterfirma France Télécom geht. Als logische Schlussfolgerung würde künftig die mobile Netzabdeckung gemeinsam betrieben. Sehen Sie hier eine Liste mit womöglich betroffenen Gemeinden.

Weniger Antennen dank Fusion von Orange und Sunrise Orange Schweiz und Sunrise sollen künftig gemeinsame Sache machen, wenn es nach Orange's Mutterfirma France Télécom geht. Als logische Schlussfolgerung würde künftig die mobile Netzabdeckung gemeinsam betrieben. Sehen Sie hier eine Liste mit womöglich betroffenen Gemeinden.

Aargauer Zeitung

Dann könnte man ja den Standort entsprechend wählen.Siebert: Es gibt zwei Ansätze. Der eine strebt an, Mobilfunkantennen möglichst weit weg von bewohnten Gebieten aufzustellen. Dann muss aber die Sendeleistung weitaus grösser sein. Der andere Ansatz geht davon aus, dass es bezüglich Belastung besser ist, mehrere Antennen mit einer schwächeren Sendeleistung innerhalb der Baugebiete aufzustellen. Basel-Stadt verfolgt diesen Ansatz.

Und der Kanton Aargau?Siebert: Im Kanton Aargau gibt es eine Vereinbarung mit den Mobilfunkbetreibern und mit den Gemeinden. Die Mobilfunkbetreiber legen ihre Planung offen und die Gemeinden können im Rahmen der technischen Möglichkeiten mitbestimmen, wo die Antennen platziert werden sollen. Bisher haben sich bereits 165 Gemeinden dieser Vereinbarung angeschlossen. Grundsätzlich ist aber anzumerken, dass Mobilfunkantennen als Infrastrukturbauten für das Siedlungsgebiet innerhalb der Bauzonen geplant werden müssen. Mobilfunkanlagen ausserhalb der Bauzonen sind nur in Ausnahmefällen möglich. (ids)