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MOBILITÄT: China führt Quote für E-Autos ein

Die kommunistische Führung macht Ernst. Ab 2019 muss jedes zehnte in China abgesetzte Auto ein Elektro- oder Hybrid-Fahrzeug sein. Das sei machbar, sagen deutsche Autobauer.
Felix Lee, Peking
Mehr Elektroautos sollen helfen, den Smog in China zu verbannen. (Bild: Qilai Shen/Getty (Peking, 6. Januar 2017))

Mehr Elektroautos sollen helfen, den Smog in China zu verbannen. (Bild: Qilai Shen/Getty (Peking, 6. Januar 2017))

Felix Lee, Peking

Die vor allem von deutschen Autobauern in China so scharf kritisierte Quote für Elektroautos – sie kommt. Allerdings etwas später als sie befürchtet hatten. Das chinesische Ministerium für Industrie und Informationstechnologie hat gestern bekanntgegeben, dass vom 1. Januar 2019 an Autobauer im ganzen Land sowohl bei der Produktion als auch beim Verkauf eine Mindestquote erfüllen müssen. Jedes zehnte in der Volksrepublik abgesetzte Fahrzeug muss dann ein Elektro- oder ein Hybrid-Auto sein. Bereits ein Jahr später liegt die Quote bei 12 Prozent.

Diesem Beschluss geht ein heftiger Streit der meisten grossen Autohersteller mit der chinesischen Regierung voraus. Volkswagen, Daimler und BMW, aber auch GM, Ford, Hyundai und Toyota hatten sich beschwert, dass diese Bedingungen nicht zu erfüllen seien. Die vier grössten Automobilverbände aus den USA, Europa, Japan und Südkorea hatten deswegen um einen Aufschub gebeten.

Deutsche Autobauer «nicht glücklich»

Ursprünglich hatte die Führung in Peking die E-Auto-Quote bereits ab dem 1. Januar 2018 einführen wollen, dann mit einer Quote von acht Prozent. Die deutschen Autobauer seien «nicht glücklich über diese Regelung», aber mit der nun ausgehandelten Frist könne «man leben», heisst es aus deutschen Autokreisen in Peking. Für die deutschen Autobauer ist China inzwischen der grösste Absatzmarkt der Welt.

Konkret sieht die Regelung vor, dass Autohersteller, die im Reich der Mitte jährlich mehr als 30 000 Fahrzeuge produzieren oder absetzen, diese Mindestquote einhalten müssen. Dafür gibt es Punkte. Für reine Elektroautos bekommen die Hersteller mehr Punkte gutgeschrieben als für Hybridmotoren, auch für höhere Reichweiten steigt die Punktzahl. Erfüllt ein Hersteller diese Vorgaben nicht, muss er Strafe zahlen oder kann Punkte von der Konkurrenz abkaufen, die diese ­Quote übererfüllen. Einige chinesische Autobauer tun das bereits. Bislang nicht bestätigt, aber offenbar geplant, ist zudem eine Positivliste mit Unternehmen, von denen die Hersteller ihre E-Auto-Batterien beziehen müssen. Darunter waren ausschliesslich chinesische Hersteller.

Das Problem der unzureichenden Auflademöglichkeiten dürfte bis dahin aber immer noch nicht gelöst sein. Zwar ist die Führung in Peking derzeit eifrig dabei, landesweit Ladestationen zu errichten. Vor allem aber in den Grossstädten mit vielen Wohnsilos wird das Angebot nicht reichen. Ab 2018 dürften die Autobauer nach Einschätzung von Insidern zunächst einmal auf vielen E-Autos sitzen bleiben.

Unvorbereitet trifft diese Regelung die Autobauer allerdings nicht. Bereits 2013 hatte die chinesische Führung das Ziel ausgegeben, die Zahl der Elektroautos bis 2020 auf mindestens fünf Millionen zu erhöhen. Trotz zahlreicher staatlicher Anreize bevorzugt die grosse Mehrheit der chinesischen Käufer offensichtlich aber weiter vor allem grosse SUV und Limousinen mit Benzin-Motoren. Das wollten allen voran die deutschen Autobauer auskosten. Anders als etwa bei Toyota bleibt das E-Auto-Angebot gering.

VW will 15 neue E-Autos auf den Markt bringen

Dabei liegen die Pläne praktisch fertig in den Schubladen. Der Volkswagen-Konzern bestätigte denn auch, dass es in den nächsten zwei bis drei Jahren 15 neue lokal hergestellte Elektro-Autos auf den chinesischen Markt bringen werde: «Wir sind bereit, bis 2020 400 000 NEV (New Energy Vehicle) und bis 2025 1,5 Millionen NEV zu liefern.» Auch GM, Ford und Honda kündigten an, die chinesischen Anforderungen zu erfüllen.

Auch wenn mit der neuen Regelung längst gerechnet wurde, gerieten die deutschen Autobauer gestern dennoch unter Druck. An der Frankfurter Börse notierten die Aktien von Daimler, Volkswagen und BMW kurz nach Verkündung dieser Regelung allesamt im Minus.

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