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MODE: Die «Kanada-Gans» landet in Zug

Die Jacken aus Kanada erfreuen Abenteurer und Trendsetter gleichermassen. In Zug freut man sich hingegen über eine weltbekannte Firma und 30 neue Stellen.
Canada-Goose-CEO Dani Reiss am Hauptsitz des Unternehmens in Toronto. Das Europa-Geschäft wird neu von der Stadt Zug aus gesteuert. (Bild: Getty/Bernard Weil)

Canada-Goose-CEO Dani Reiss am Hauptsitz des Unternehmens in Toronto. Das Europa-Geschäft wird neu von der Stadt Zug aus gesteuert. (Bild: Getty/Bernard Weil)

Ernst Meier

Daniel Craig trägt sie als James Bond im winterlichen Sölden, Dennis Quaid hält sich mit ihr im Film «The Day After Tomorrow» bei einer Antarktis-Expedition warm. Beliebt ist die trendige Daunenjacke aber auch abseits der Kinoleinwand. Ob Banker an der Bahnhof­strasse oder Hausfrau im Land Rover – nicht selten trifft man sie eingepackt in einer Daunenparka mit Pelzkragen der Marke Canada Goose. Das Kleidungsstück aus Kanada mit dem markanten Logo am linken Oberarm ist auch hierzulande ein Statussymbol.

Europasitz in der Stadt Zug

Vor wenigen Wochen hat Canada Goose ihren europäischen Hauptsitz in der Stadt Zug eröffnet. Derzeit arbeiten gegen zehn Mitarbeiter in den Büros im Lakeside Business Center. Bis Mitte nächsten Jahres will Canada Goose hier gegen 30 Angestellte beschäftigen; Marketing- und Verkaufsspezialisten steuern die Geschäfte in den stark wachsenden europäischen Märkten.

«Der Kanton Zug freut sich sehr über den Zuzug einer so renommierten Firma wie Canada Goose. Sie bereichert den wachsenden Textil- und Sport-Cluster», sagt Beat Bachmann, Leiter Kontaktstelle Wirtschaft Kanton Zug. Der Finanz- und Rohstoffhandelsplatz Zug entwickelt sich immer mehr auch zu einem Zentrum für Firmen aus der Mode- und Sportbranche. In Zug sind Hugo Boss, Adidas, Odlo, Lasse Kjus, Völkl oder Amer Sports (Wilson, Salomon, Atomic) ansässig. Laut Kanton beschäftigt das Mode- und Sportcluster mit seiner starken internationalen Ausrichtung gegen 800 Mitarbeiter.

Rasant wachsendes Unternehmen

Zweifellos: Mit Canada Goose hat man einen grossen Fisch an Land gezogen. Die Firma mit Sitz in Toronto gehört zu den am schnellsten wachsenden Unternehmen Nordamerikas. Gegründet 1957 durch den polnischen Einwanderer Sam Tick, produzierte die Kleidermanufaktur anfänglich Regenjacken oder Schneemobil-Anzüge. In den 70er-Jahren kamen daunengefüllte Winterjacken dazu. Anfänglich fanden sie Verwendung als Berufskleider (für Ranger, Polizisten, Bergsteiger), schnell eroberten sie aber auch die Freizeitwelt. In den 80er-Jahren folgte die internationale Expansion, und im letzten Jahrzehnt startete «die kanadische Gans» endgültig durch: 2001 schrieb Canada Goose einen Umsatz von 3 Millionen Dollar, 2014 waren es rund 200 Millionen. Das Unternehmen ist in über 50 Ländern vertreten, beschäftigt weltweit 1500 Mitarbeiter.

Vor zwei Jahren stieg die Private-Equity-Firma Bain Capital ein und sicherte sich für 250 Millionen Dollar ein Mehrheitspaket. Beim Deal verpflichteten sie sich, die Herstellung in Kanada zu behalten. Canada Goose gilt in der ModebranchealsnochjungesUnternehmen –mit viel Potenzial, die Marke und deren Verwendung weiterzuentwickeln. Zum Vergleich: Einst klassische Modekonzerne wie Hugo Boss oder Gucci verkaufen heute auch Parfüms, Uhren und Lederwaren. Hugo Boss steuert dieses weltweite Lizenzgeschäft von Zug aus. Die Deutschen kamen vor zehn Jahren mit 15 Mitarbeitern nach Zug. Heute sind es 110.

Canada Goose hat das Potenzial, zum Überflieger zu werden – auch für den Wirtschaftsraum Zug.

Achtung vor Fälschungen

Daunenjacken von Canada Goose sind bei Markenfälschern äusserst beliebt. Online werden immer wieder Plagiate aus Fernost zu deutlich tieferen Preisen angeboten. Die Originaljacken werden in Winnipeg, Kanada, produziert – mit Federn von heimischen Gänsen und Pelz von wilden Kojoten. Auf Einwände von Tierschutzorganisationen entgegnete Canada-Goose-CEO Dani Reiss gegenüber dem Magazin «Airfreshing»: «Wir verwenden ausschliesslich Daunen von toten Tieren, also ‹Abfallprodukte› der Fleischindustrie.» Zur Pelzfrage sagt er: «Kojoten werden seit Generationen kontrolliert gejagt. Es gibt eine Überpopulation.» Die Tiere seien nicht gefährdet. Man verzichte bei vielen Jacken aber auf einen Pelzeinsatz.

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