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MODE: Schweizer OVS-Manager: «Wir bringen unseren italienischen Stil in die Schweiz»

Der Modekonzern OVS hat zwei Drittel der alten Charles-Vögele-Filialen umgebaut. Alessandro Montalbano, verantwortlich für das Schweizer Geschäft, ist überzeugt, dass der italienische Stil gut ankommt.
Roman Schenkel
Verantwortlicher für OVS in der Schweiz: Alessandro Montalbano. (Bild: Roger Grütter (Luzern, 29. September 2017))

Verantwortlicher für OVS in der Schweiz: Alessandro Montalbano. (Bild: Roger Grütter (Luzern, 29. September 2017))

Interview: Roman Schenkel

Alessandro Montalbano, wie unterscheidet sich der Schweizer Modemarkt vom italienischen?

Die Unterschiede sind nicht gross. Mode ist global. Egal ob in Mailand, Zürich, Bern, St. Gallen oder Luzern, die Leute kleiden sich in der westlichen Welt sehr ähnlich. Das starke Wachstum im Online unterstützt diesen Trend natürlich stark.

Das heisst, Sie machen in der Schweiz nicht viel anders als in Italien?

Das Konzept ist das gleiche. Wir justieren vielleicht da und dort das Angebot. Mehr Jeans, statt Chinos zum Beispiel bei den Herren, weil die Schweizer Jeans lieber haben. Aber im Grossen und Ganzen bieten wir dieselben Produkte an, die wir auch in Italien im Sortiment haben. Wir bringen unseren italienischen Stil in die Schweiz.

Wie sind die ersten Erfahrungen mit den wiedereröffneten Filialen?

Die ersten Zahlen entsprechen unseren Erwartungen. Wir sind sehr zufrieden. Inzwischen haben wir beinahe 100 von 145 Filialen umgerüstet und eröffnet. Es kommen viele Kunden in die neu eröffneten Läden. Unsere aktuellen Umsätze liegen derzeit 10 Prozent über dem Umsatz, den man im letzten Jahr mit den Vögele-Filialen erzielt hat.

Der hiesige Modemarkt schrumpft. Einkaufstourismus und Online machen dem Detailhandel das Leben schwer. Was stimmt Sie zuversichtlich, dass OVS Erfolg hat?

Ich bin überzeugt, dass wir erfolgreich sein werden. Unsere Formel ist stark. Wir sind auch nicht irgendein Unternehmen. Mit 7,5 Prozent Marktanteil und 1200 Shops sind wir der Marktführer in Italien. Wir sehen in der Schweiz sowohl online wie auch im stationären Handel viele Chancen für preiswerte, moderne und innovative Mode. Viel erhoffen wir uns auch bei der Kindermode. Da sind wir in Italien besonders stark.

Mit H & M und C & A haben sie aber starke Konkurrenz.

Die beiden Unternehmen sind sicher unsere Hauptkonkurrenten, wobei H & M deutlich grösser ist. Im Vergleich zu H & M setzen wir aber nicht nur auf eine junge Kundschaft, wir haben die ganze Familie im Fokus. Bei uns findet jedes Familienmitglied etwas zum Kaufen, und das in einer guten Qualität zu einem guten Preis.

OVS hat bereits 2001 einen Versuch unternommen, in der Schweiz Fuss zu fassen. 2003 zog man sich aber zurück. Wieso soll es nun klappen?

Unser Unternehmen war damals ein ganz anderes. 2005, als Stefano Beraldo den CEO-Posten übernahm, wurde der Konzern umgekrempelt. Das Management ist ein ganz anderes. Wir verkaufen nun unter einem anderen Namen – OVS statt Oviesse –und viel wichtiger, auch unsere Produkte haben sich stark verändert. Wir haben neue Designer und einen ganz anderen Stil.

Können Sie die ehemalige Vögele-Kundschaft halten?

Das hoffen wir. 70 Prozent des Vögele-Umsatzes stammte von den Stammkunden. Wir haben sämtliche Kundinnen und Kunden angeschrieben. Sie können beispielsweise ihre Vögele-Kundenkarte in eine OVS-Karte umwandeln. Gleichzeitig strecken wir unsere Fühler natürlich nach neuem Klientel aus. Der durchschnittliche Vögele-Kunde war 55 Jahre alt. Bei OVS ist er 35 Jahre alt. Das dürfte auch in der Schweiz unser Zielpublikum sein.

OVS tickt anders als Charles Vögele. Was heisst das für das Verkaufspersonal?

Wir haben das gesamte Verkaufspersonal übernommen, auch die Filialleiter sind in den meisten Fällen die gleichen Personen. ­Dabei haben wir viel investiert in die Schulung des Personals. Viele Leute waren in Italien, zudem ­haben wir Jobtrainer hierhergeholt. Den Personalbestand bauen wir übrigens aus. Wir suchen rund 150 Verkäuferinnen und Verkäufer, weil wir pro Filiale etwas mehr Personal brauchen als zuvor.

Hinweis

Alessandro Montalbano (42) hat nach dem Studium als Ingenieur für Flugzeugbau zwei Jahre lang als Filialleiter bei McDonald’s ­gearbeitet. 1997 wechselte er zum italienischen Modekonzern, wo er diverse Stationen durchlaufen hat. Er war Filialleiter und stieg bis zum Verkaufsleiter auf, wo er für den Verkauf sämtlicher Ländergesellschaften verantwortlich war. Nach der Übernahme von Vögele durch OVS im letzten Jahr wurde er zum Country-Manager für die Schweiz ernannt.

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