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MÜCKENPLAGE: Es brummt gewaltig dieses Jahr

Hohe Temperaturen und Feuchtigkeit lassen sie besonders gut gedeihen. Gegen die lästigen Insekten hilft Mückenspray. Die Nachfrage danach ist so hoch wie selten.
Max Fischer
Eine Mücke beim Blutsaugen. Da hilft nur noch Mückenspray. (Bild: Keystone)

Eine Mücke beim Blutsaugen. Da hilft nur noch Mückenspray. (Bild: Keystone)

Jeden Sommer stechen die kleinen Viecher zu. Doch dieses Jahr scheint die Plage noch schlimmer zu sein. Hersteller und Verkaufsstellen haben Hochbetrieb. «Die Verkäufe für Mückensprays liegen bei der Migros deutlich über dem Vorjahr – auch in den Zentralschweizer Filialen», weiss Rahel Probst von Migros Luzern. Dem pflichtet Beatrix Benz von Anti-Brumm-Hersteller Vifor Pharma in Glattbrugg ZH bei: «Momentan ist die Nachfrage in Apotheken und Drogerien nach Mückenschutzmitteln in den meisten Regionen in der Schweiz sehr hoch.» Nicht nur das: In der Amavita-Apotheke im Shoppingcenter Schönbühl in Luzern stellt eine Mitarbeiterin fest, dass vermehrt Mückenstichopfer mit auffälligen Hautrötungen um Rat nachfragen. Die gleiche Erfahrung macht man bei «Aha! Allergiezentrum Schweiz» in Bern. «Ob das damit zusammenhängt, dass es einfach mehr Mücken gibt, oder ob diese aggressiver sind, kann ich nicht abschätzen», sagt Karin Stalder, stellvertretende Leiterin Fachdienstleistungen.

Eier überleben jahrelang

Doch weshalb gerade jetzt diese Plage? Die Mücken profitierten vom regenreichen Frühling und von der darauffolgenden Wärme. «Wenn es viel Wasser hat und es warm ist, sind die Bedingungen für Mücken ideal», sagt Alexander Mathis, Professor am Institut für Parasitologie an der Universität Zürich. Die Mücken legen Eier, die manchmal jahrelang überleben. Regnet es dann plötzlich lange und viel, werden auch Mulden und Wiesen überschwemmt, die sonst von Hochwasser verschont sind. Eine ideale Gelegenheit für die Mücken, um bei sommerlicher Wärme auszuschlüpfen. Das grosse Problem: Kaum ist die erste Generation flügge, steht schon die zweite in den Startlöchern. Was auffällt: In der Schweiz gibt es 34 Mückenarten. Vor einiger Zeit sind die Asiatische Tigermücke und die Asiatische Buschmücke in unser Land eingeflogen. Sie gelten als aggressiver als heimische Arten und sorgen für mehr Beschwerden bei Mückenstichopfern.

Nicht das süsse Blut ist schuld dafür, dass man überhaupt erst gestochen wird: Stoffwechsel, Körpertemperatur und die persönlich-individuelle Bakterienkultur machen die kleinen Viecher gierig. So ergab eine Untersuchung der Universität Wageningen in den Niederlanden, dass Mücken am liebsten den Geruch haben, der von einer grossen Artenzahl von Bakterien produziert worden ist. Die Experten hatten die Füsse von 48 Männern genau unter die Lupe genommen und Proben der Hautbakterien genommen. Und noch eine Risikoquelle: Stichgefährdet sind auch alle mit Blutgruppe 0. Wissenschaftler des Institute of Technology in Chiba (Japan) liessen Asiatische Tigermücken in 64 Durchgängen auf freiwillige Testpersonen los. Fazit: Menschen mit Blutgruppe 0 wurden dabei doppelt so häufig angeflogen und gestochen wie Menschen mit Blutgruppe A. Die Blutgruppe B lag zwischen A und 0. Sicher ist aber: Die kleinen Viecher finden ihre Opfer immer und überall – in der Gartenwirtschaft, beim Grillfest, aber auch im Schlafzimmer trotz bis zum Hals hochgezogener Bettdecke.

Wichtig für das Ökosystem

Und beim Angriff sind die Biester raffiniert: Mit ihrem flexiblen und stabilen Mundwerk betäuben sie die Einstichstelle, um dann genüsslich unser Blut abzuzapfen. Auch als Mann schreibe ich nicht gern, dass nur die Weibchen zu solch fiesen Attacken fähig sind. Als Entschuldigung für die Stechfreude mag gelten, dass dieses böse Tun immerhin die Fortpflanzung sichert: So nehmen die Mückenweibchen bestimmte Eiweisse auf, die sie selber nicht produzieren können, die sie aber für die Eierproduktion dringend benötigen. Und obwohl uns diese Blutsauger manch schöne Sommernacht verderben, sind sie für unser Ökosystem wichtig. Mücken und deren Larven sind wichtige Beuten für Vögel, Libellen, Spinnen und Fische.

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