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Mutmassliche US-Steuerbetrüger betreiben die UBS

Die UBS hat Daten von mutmasslichen US-Steuersünder an deren Fiskus geliefert. Nun gehen die ehemaligen Kunden mit Betreibungen in Millionenhöhe gegen die Grossbank vor.

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UBS-CEO Oswald Grübell (Archiv)

UBS-CEO Oswald Grübell (Archiv)

Keystone

Der Steuerstreit zwischen der UBS und den USA ist Vergangenheit. Nicht für einen Teil der betroffenen US-Kunden.

Ein Teil der 250 mutmasslichen US-Steuerbetrüger, deren Kontodaten im Februar 2009 dem US-Fiskus gesandt wurden, schlägt zurück.

Sie betreiben die UBS und verlangen Millionen. So auch der 71-jährige Jeffrey Chernick. Sein Anwalt hat laut der «Handelszeitung» gegen die Grossbank Betreibung in Höhe von fünf Millionen Franken eingereicht.

Der New Yorker Spielzeughändler war zu einer dreimonatigen Gefängnisstrafe verurteilt worden. Ausserdem wurden ihm Nachsteuern und Bussen in der Höhe von 4,5 Millionen Dollar auferlegt. Der Grund: Der Millionär soll Geld am Fiskus vorbeigeschleust haben.

Ein weiterer Kläger soll laut «Handelszeitung der Yacht-Unternehmer Robert Moran aus Florida sein. Dieser wurde ebenfalls zu einer Gefängnisstrafe verurteilt.

Nun betreibt der 59-jährige Moran die UBS auf über 12 Millionen Franken. Dies nachdem er zwei Millionen Dollar an Nachsteuern berappen musste.

Auch ohne die früheren US-Kunden ist die Summe der im Hauptsitz der UBS registrierten Betreibungen auf 3,4 Milliarden Franken angewachsen. Von Anfang 2008 bis Ende September 2010 gingen 137 Betreibungen mit einem Total von 2,3 Milliarden gegen die UBS ein. Die UBS-Medienstelle möchte sich zu einzelnen Fällen nicht äussern.

Neben der UBS hat auch die Credit Suisse mit Betreibungen zu kämpfen. Der Betreibungsauszug des CS-Hauptsitzes am Zürcher Paradeplatz weist Forderungen in der Höhe von 1,7 Milliarden Franken aus. Ein Teil der Betreibungen stamme von italienischen Kunden, schreibt die «Handelszeitung». Zudem seien so genannte Lehman-Opfer gegen die Credit Suisse vorgegangen. (muv