Elektrokonzern
Nach 100-Millionen-Betrug: ABB feuert das Management in Südkorea

Nach einem 100 Millionen Dollar schweren Betrugsfall in Südkorea wechselt der Elektrokonzern ABB das Management in dem asiatischen Land aus. ABB hat den Landeschef und den Finanzchef in Südkorea entlassen.

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Der Betrugsfall in Südkorea hat Folgen: Die ABB wechselt das Management aus. (Archiv)

Der Betrugsfall in Südkorea hat Folgen: Die ABB wechselt das Management aus. (Archiv)

KEYSTONE/WALTER BIERI

SweeSeng Lee sei mit sofortiger Wirkung zum neuen Chef und Rajiv Malhotra zum Finanzchef ernannt worden, bestätigt ABB eine Meldung der Nachrichtenagentur Reuters.

Ein örtlicher Finanzdirektor hatte Firmengelder veruntreut und Unterlagen gefälscht und sich dann abgesetzt. Erst als er verschwunden war, fiel ABB auf, dass er einen Schaden von 100 Millionen Dollar vor Steuern angerichtet hatte.

Den durch den Betrug entstandenen Schaden bekommt ABB voraussichtlich teilweise von Versicherungen ersetzt. Der Finanzdirektor wird von den Behörden noch immer gesucht.

Insider beschrieben den Mann gegenüber der "Nordwestschweiz" als einen verschwiegenen älteren Herrn. Mitarbeiter in Südkorea hätten sich seit Längerem über seinen ausschweifenden Lebensstil gewundert. Gerüchte hätten die Runde gemacht, dass er in seiner Heimat grosse Investitionen in Immobilien tätigte – er stammt wohl aus einer Stadt ausserhalb der südkoreanischen Hauptstadt Seoul.