NACHGEFRAGT: Chef der Volg Konsumwaren AG: «Möglichst wenig drauflegen»

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Ferdinand Hirsig, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Volg Konsumwaren AG. (Bild: MELANIE DUCHENE (KEYSTONE))

Ferdinand Hirsig, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Volg Konsumwaren AG. (Bild: MELANIE DUCHENE (KEYSTONE))

In einzelnen Gemeinden kommt Volg in den Genuss privater oder öffentlicher Unterstützung, und längst nicht jeder Laden ist rentabel. Ferdinand Hirsig, Chef der Volg Konsumwaren AG, erklärt die Mechanik.

Es gibt Gemeinden, die ver­suchen, ihren Dorfladen mit allen Mitteln am Leben zu erhalten. Wie sieht das bei Volg aus?

Es gibt zwei Modelle: Einerseits gibt es in ganz kleinen Gemeinden da und dort eine private Interessensgemeinschaft Dorfbewohner. Diese stellt zum Beispiel das Ladenlokal zur Verfügung und gewährt Mietzinserleichterungen, bis das Geschäft in den schwarzen Zahlen ist. Andererseits kommt es in ganz wenigen Gemeinden vor, dass diese das Lokal bereitstellt. Früher gab es auch Defizitgarantien. Aber das ist vorbei.

In wie vielen Fällen erhält Volg solche private oder öffentliche Hilfe?

Das sind weniger als 5 Prozent aller Volg-Läden, und vor allem im Bündnerland und im Wallis. Mit anderen Worten: Gut 95 Prozent der Volg-Läden werden rein betriebswirtschaftlich geführt.

Das heisst aber auch, dass nicht jeder Laden rentabel ist.

Das stimmt. Nehmen wir zum Beispiel Nufenen. Das Dorf hat 190 Einwohner, das kann nicht rentieren. Aber Volg ist dort seit Generationen präsent, und wenn wir schliessen würden, wäre Nufenen lebensmitteltechnisch tot.

Zu viele solcher Fälle können Sie sich aber kaum leisten.

Wir müssen schauen, dass wir an solchen Standorten möglichst wenig drauflegen und nicht zu viele Nufenen in unserem Filialnetz haben. Dann können wir die eine oder andere Quersubventionierung verkraften. Gemäss un­serem genossenschaftlichen Gedankengut geht es uns nicht darum, den Gewinn zu maximieren, sondern zu optimieren. (T. G.)