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NACHHALTIGKEIT: Die Migros lanciert das Take-away-Geschirr zum Zurückbringen

Dem Abfallberg wegen Wegwerfgeschirr sagt die Migros in 17 Filialen den Kampf an. Dafür kooperiert der orange Riese mit einem Start-up in Einsiedeln. Dieses stellt Mehrweggeschirr auf Kunststoff her, das man wieder zurückbringt.
Maurizio Minetti
Die neuen Take-away-Mehrwegschalen der Migros, welche ungewaschen zurückgegeben werden können. (Bild: PD)

Die neuen Take-away-Mehrwegschalen der Migros, welche ungewaschen zurückgegeben werden können. (Bild: PD)

Maurizio Minetti

maurizio.minetti@luzernerzeitung.ch

Gegessen wird in der Schweiz immer öfters auf die Schnelle. Gleichzeitig ist Nachhaltigkeit für viele Schweizerinnen und Schweizer in den letzten Jahren zunehmend wichtiger geworden. Diese beiden Trends prallen aufeinander, wenn man bedenkt, wie viel Abfall nach dem Besuch eines Take-aways übrig bleibt. Meist wird nach dem Verzehr der Pad-Thai-Nudeln oder des Hamburgers die Polystyrol- oder Plastikverpackung einfach bedenkenlos in den Müll geworfen.

Die Migros möchte dies nun ändern und lanciert Take-away-Geschirr zum Zurückbringen. Gegen ein Depot von 5 Franken erhalten Kunden ab sofort in den meisten Migros-Restaurants und Take-aways ihr Essen in stabilen Mehrwegschalen, die aus dem Kunststoff PBT (Polybutylenterephthalat) bestehen. Diese mikrowellentauglichen Schalen könnten nach dem Essen in jedem teilnehmenden Migros-Restaurant oder Take-away ungewaschen wieder abgegeben werden, teilte die Migros gestern mit.

Kunden werden nicht gezwungen

Das Mehrweggeschirr wird an 174 Standorten in der ganzen Schweiz angeboten, darunter befinden sich auch rund ein Dutzend Filialen der Genossenschaft Migros Luzern. Zur Nachhaltigkeit gezwungen wird man aber nicht: «Wir möchten unseren Kunden die Wahl lassen und bieten darum beide Verpackungen an», präzisiert eine Migros-Sprecherin. Ohne eine Prise Psycho­logie geht es aber dennoch nicht: «Damit möglichst viele Kunden von den Mehrwegschalen Gebrauch machen, werden diese derzeit in den teilnehmenden Restaurants und Take-aways intensiv beworben.»

Die Migros verspricht sich viel von dieser Nachhaltigkeitsoffensive. Ein Test in Zürich habe gezeigt, dass bei Kundinnen und Kunden ein Bedürfnis nach umweltfreundlichem Take-away-Geschirr bestehe. «Wir freuen uns, dass unsere Initiative gut ankommt», meint Sandro Bedin, Leiter Gastronomie beim Migros-Genossenschaftsbund. Jede Woche essen rund 1,2 Millionen Personen in Restaurants und Take-aways der Migros. Rund ein Drittel der Kunden lässt sich das Gericht einpacken, um es unterwegs zu essen. Entworfen wurden die grünen Take-away-Schalen vom Berner Start-up Recircle, das erst im August letzten Jahres gegründet wurde. «Wir kooperieren bereits mit einigen Restaurants, die Migros ist nun aber unser grösster Kunde», sagt Recircle-Initiantin Jeannette Morath auf Anfrage.

Die Jungfirma will das Konzept schweizweit vorantreiben. Ziel sei es, den Abfall aus Take-away-Verpackungen um die Hälfte zu reduzieren. Die Box von Recircle könne man mindestens hundertmal wiederverwenden. «Wenn man die Verpackung nicht beschädigt, kann man sie aber viel länger verwenden», sagt Morath. Bereits nach wenigen Zyklen sei die Ökobilanz besser als bei Wegwerfgeschirr. Produziert werden die Mehrwegschalen bei der Stefan Kälin AG in Einsiedeln. Der Familienbetrieb kommt ursprünglich aus dem Formenbau und dem Kunststoffspritzguss. Die Kunden stammen aus dem Elektronik- und dem Weisswarenbereich. So produziert die Firma etwa für V-Zug Spritzgussformen und entsprechende Kunststoffteile, wie Geschäftsführer Daniel Kälin erklärt. Die Migros ist nach eigenen Angaben die erste Schweizer Detailhändlerin, die in ihren Restaurants Take-away-Mehrweggeschirr anbietet. Eine Coop-Sprecherin betont allerdings, man biete schon lange etwas in dieser Art an. «Bei Coop kann jeder Kunde selbst einen Behälter mitbringen, um diesen an den bedienten Theken mit den Esswaren seiner Wahl zu füllen. Unsere Coop-Restaurants geben zudem Rabatt, wenn Kunden für ihre Heissgetränke einen Thermobecher benutzen. So landen weniger Pappbecher im Abfall», sagt die Coop-Sprecherin.

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