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Nachts mit Solarstrom unterwegs: Thurgauer starten Pilotprojekt mit elektrischem 40-Tönner

Mit dem ersten elektrischen 40-Tonnen-Sattelzug der Schweiz will die Thurgauer Hugelshofer Gruppe Erfahrungen auf der Strasse sammeln. Schon 1942 war Hugelshofer elektrisch unterwegs.
Martin Sinzig
Pilotprojekt im Transportgeschäft: Der elektrische 40-Tönner hat den Betrieb aufgenommen. (Bild: Bilder: Donato Caspari (Frauenfeld, 1. Mai 2019))

Pilotprojekt im Transportgeschäft: Der elektrische 40-Tönner hat den Betrieb aufgenommen. (Bild: Bilder: Donato Caspari (Frauenfeld, 1. Mai 2019))

Unter leisem Surren rollt der Sattelzug heran. Er wird künftig nachts Pakete für die Schweizerische Post befördern. Das macht für die Hugelshofer Gruppe, die als Transportdienstleisterin mit 310 Mitarbeitenden und 170 Nutzfahrzeugen in Nischenmärkten gut positioniert ist, gleich doppelt Sinn. Einerseits könne so die Lärmbelastung gesenkt, andererseits sollen die Akkus tagsüber mit Solarstrom aus eigener Produktion aufgetankt werden.

Die Übernahme der neuen, vollelektrischen Sattelzugmaschine hat das Unternehmen gestern im Beisein von Medien und Branchenvertretern gefeiert. Damit setze die Hugelshofer Gruppe einen weiteren Meilenstein im Sinne einer nachhaltigen Transportwirtschaft, erklärte CEO und Verwaltungsrat Martin Lörtscher.

Das Unternehmen gebe sich damit keinen «grünen Anstrich», sondern führe ihre langjährigen Bemühungen um innovative, effiziente und ökologische Transportleistungen fort. Diese Anstrengungen gehen zurück bis ins Jahr 1942, als die Firma Hugelshofer erstmals einen elektrisch betriebenen Traktor eingesetzt hatte.

Die konsequente Umsetzung von Umweltnormen und neue Doppelstockauflieger mit höheren Ladekapazitäten, aber auch ein Ausbau des kombinierten Verkehrs und das Top-Driver-Konzept hätten zu mehr Effizienz und geringeren Emissionen geführt. Mit dem vollelektrischen 40-Tonnen-Sattelzug wolle man den eingeschlagenen Weg weitergehen, betonte Lörtscher.

Für Langstrecken noch nicht geeignet

Noch sei nicht sicher, welche Antriebskonzepte sich durchsetzen würden. «Für uns ist es wichtig, Erfahrungen zu sammeln», begründete der CEO den Entscheid, dieses Pilotprojekt zusammen mit der MAN Truck & Bus Schweiz AG zu realisieren.

Die Investitionskosten lägen zwar um das Vierfache über einem dieselbetriebenen Sattelzug, die Kilometerkosten seien hingegen vergleichbar, allerdings nur wegen der LSVA-Befreiung und dank günstiger Stromkosten, sagte Lörtscher auf Anfrage. Für den Langstreckenbetrieb seien vollelektrische Lastenzüge noch nicht realisierbar, doch im lokalen Betrieb könnten sie dazu beitragen, Transportleistungen ökonomisch und ökologisch zu optimieren, bekräftigte Thomas Maurer, Senior Vice President von MAN Truck & Bus auf europäischer Ebene.

Vor allem aber zeige dieses Pilotprojekt, dass KMU den Mut hätten, in neue Konzepte zu investieren. Um in Sachen Umweltschutz und Klimapolitik wirklich etwas zu verändern, brauche es vor allem Taten und Investitionen, würdigte Hansjörg Brunner, FDP-Nationalrat und Präsident des Thurgauer Gewerbeverbandes, die Initiative der beiden Unternehmen. Es brauche nicht mehr Verbote und Gesetze, sondern Technologie und freiwilliges Engagement.

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