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Im Arosa Bärenland, das die Adunic AG Frauenfeld gebaut hat, werden jährlich bis zu 50 000 Besucher erwartet. Bild: Nina Mattli, Arosa Bärenland

Im Arosa Bärenland, das die Adunic AG Frauenfeld gebaut hat, werden jährlich bis zu 50 000 Besucher erwartet. Bild: Nina Mattli, Arosa Bärenland

«Napa ist mir ans Herz gewachsen»

Das Arosa Bärenland, realisiert von der Frauenfelder Adunic, ist eröffnet. Chef Andy Böckli hat mit dem Deutschen Pavillon an der Weltausstellung 2020 in Dubai einen neuen Prestigeauftrag gewonnen.
Interview: Stefan Borkert

Andy Böckli, das Aroser Bärenland ist kein temporärer Bau. Hat Adunic ein neues Geschäftsfeld betreten?

Wir sind die erste Adresse für komplexe, attraktive und einzigartige Bauwerke. Die Grenzen zwischen temporär und langfristig sind heute fliessend. Unsere Erfahrungen mit Themenparks wie zum Beispiel Apassionata in München oder Museen wie das Fifa World Football Museum in Zürich haben den Ausschlag gegeben, diese Erlebniswelt Bärenland baulich in die Realität umzusetzen. Also kein Neuland für Adunic, sondern eher die logische Folge unserer Stärken.

Worin lag die besondere Herausforderung beim Bärenland?

Zuerst war das Bärenland auch eine unternehmerische Herausforderung, die wir nur dank mutigen, lokalen Partnern gemeistert haben. Die Lage der Baustelle auf gut 2000 Meter über Meereshöhe mit der Bodenbegebenheit sowie dem langen, harten Winter waren anspruchsvoll. Das Material musste über enge Strassen in Lastwagen und auf dem Luftweg mit Helikoptern transportiert werden. Andererseits ist Adunic sich weit extremere Rahmenbedingungen von internationalen Einsätzen gewohnt.

Andy Böckli, CEO Adunic AG Frauenfeld. Bild: PD

Andy Böckli, CEO Adunic AG Frauenfeld. Bild: PD

Kam es zu Baustopps?

Im Mai mussten wir mal einen Baustopp einlegen, weil wegen des Schnees nichts mehr ging. Aus Arosa-Sicht erhoffte man sich ein enges Baufenster, da nach acht Jahren Projektdauer jede Verzögerung sowohl für die zu rettenden Bären, wie auch für die Sommersaison in Arosa negative Auswirkungen hat. Insofern mussten wir Qualität und Baufristen in Einklang bringen.

Was lief optimal?

Wie gesagt, die Zusammenarbeit mit dem lokalen Gewerbe und speziell mit den Projektinitianten wie Pascal Jenny, dem Stiftungsratspräsidenten und Tourismus-Direktor von Arosa, war sehr gut. Das gilt auch für Hans Schmid, dem leitenden Tierpfleger im Zoo Zürich, und Team von Vier Pfoten. Das war auch zwischenmenschlich eine Bereicherung.

Was ist gründlich schiefgegangen?

Der Zaunverlauf war eine Knacknuss, da wir teilweise einfach auf zu hartes Gestein oder unterirdische Wasserreservoirs gestossen sind. Mit Marcel Berberat hatten wir aber einen sehr erfahrenen Experten am Berg, der zusammen mit den lokalen Behörden immer für gute und überraschende Lösungen gesorgt hat.

Ist Tierschutz für Sie ein besonderes Thema, bei dem Sie sich auch privat engagieren?

In den rund zwei Jahren, seit wir mit diesem Projekt betraut wurden, habe ich ein Verständnis für artgerechte Tierhaltung erlangt. Napa, der erste Bewohner des Bärenlandes, ist mir ans Herz gewachsen. Ja, die vielen Gespräche und Diskussionen mit dem Team vom Arosa Bärenland und den Verantwortlichen vom Tierschutzpartner Vier Pfoten haben das Adunic-Team bestimmt auch privat geprägt.

Besucher- und Informationszentren werden auch in Nationalpärken, Unesco-Welterbe-Stätten, Wildparks und Zoos benötigt. Gibt es neue Aufträge?

In einem solchen Projekt entwickelt man unzählige und innovative Ideen für künftige Engagements. Es sind tatsächlich weitere Projekte in der Pipeline, die aber noch nicht spruchreif sind. Vier Pfoten ist ein sehr zukunftsorientierter Partner und wir freuen uns auf eine weitere gute Zusammenarbeit.

Welches Auftragsvolumen hatte das Aroser Bärenland?

Für Adunic war dies ein mittelgrosser Auftrag von rund drei Millionen Franken. Die Wertschöpfung für die Region Arosa war mit der Vergabe von Aufträgen an das lokale Gewerbe hoch und wird natürlich künftig ein Vielfaches sein. Die angestrebten, zusätzlichen Besucher von zwischen 30000 und 50000 Personen pro Jahr werden sich für alle Beteiligten positiv auswirken.

Pavillons an Weltausstellungen sind ein Kerngeschäft der Adunic. Jetzt haben Sie den prestigeträchtigen Auftrag für den Deutschen Pavillon an der Weltausstellung in Dubai gewonnen. Wie kam es dazu?

Wir haben seit unserem Start vor gut vier Jahren über 200 Projekte realisiert, darunter auch zahlreiche hochkarätige Pavillons wie den Österreich Pavillon anlässlich der Expo 2015 in Mailand oder an der Expo 2017 das Herzstück Sphere. Wie so oft bei Erfolgsgeschichten ist ein einziger Faktor nicht ausschlaggebend. Nebst unseren Referenzen ist aber auch entscheidend, dass wir exzellente Partner wie jetzt «Facts and Fiction» zu unserem Netzwerk zählen dürfen. Dass wir uns gegen starke, internationale Mitbewerber durchsetzen konnten, zeigt auch die Qualität, welche wir in der Schweiz stets von Neuem anstreben und liefern.

Am 4. September wird der Deutsche Pavillon offiziell vorgestellt. Können Sie schon ein paar Hinweise geben, was das Thema und die Besonderheiten sein werden?

Das bleibt natürlich ein gut behütetes Geheimnis des deutschen Bundeswirtschaftsministeriums. Eines darf ich aber verraten: Der Deutsche Pavillon wird in Dubai nicht zu übersehen sein. Es ist ein Leuchtturmprojekt.

Die USA haben 2015 in Mailand Unternehmen auf den Kosten für den Pavillon sitzen gelassen. Wie ist das bei den Deutschen, bezahlen die ihre Rechnungen pünktlich?

In diesem investitionsintensiven Geschäft gehört es zum Standard, sich gegenseitig vertraglich intelligent abzusichern. Das heisst, Adunic liefert pünktlich beste Qualität und der deutsche Staat bezahlt wie vereinbart.

Was passiert, wenn das Geld nicht kommt?

Die Zahlungskonditionen sind in jedem Projekt entscheidend und Vertragsbestandteil. Hält sich ein Kunde nicht an die vertraglichen Abmachungen, müssen wir unsere Arbeiten einstellen, um grössere Schäden zu vermeiden. Andererseits drohen hohe Konventionalstrafen, wenn man nicht liefern kann. Zum Glück ist dies Adunic noch nie passiert.

Wie werden Sie mit der Hitze und den Arbeitsbedingungen vor Ort in Dubai umgehen?

Unsere Teams sind sich so einiges gewohnt. So haben sie zum Beispiel bei der Expo 2017 in Astana unter Extrembedingungen von minus 32 bis plus 29 Grad Celsius gearbeitet. Wir werden unser Team entsprechend auf die lokalen Gegebenheiten in Dubai vorbereiten. Das ist ein wichtiger Bestandteil eines erfolgreichen Projektes. Gute Vorbereitungen auf die neue Einsatzgebiete sind das A und O. Unsere Projektleiter nehmen das sehr ernst.

Werden weitere Pavillons für Dubai folgen?

Da bin ich überzeugt. Momentan sind wir mit diversen Ländern und Organisationen in Gesprächen. Es ist meine persönliche Aufgabe, auf die Kundenbedürfnisse einzugehen und die formulierten Visionen in die Realität umzusetzen. Mehr dazu in wenigen Monaten.

Ist die Fussball-WM in Quatar ein Thema für Adunic?

Na klar! Aber aktuell müssen wir unsere Energie auf Dubai fokussieren. Anfang 2019 wird sich dann Qatar konkretisieren. Ich hoffe, die Schweizer Nati ist 2022 wieder am Start und fit!

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