Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

NATIONALBANK: Gewinn mit Nebenwirkungen

Die Bilanz der Schweizerischen Nationalbank schwillt weiter an. Dies könnte die Währungshüter künftig in Nöte bringen.
Daniel Zulauf
Die Nationalbank profitiert vom steigenden Goldpreis. (Bild: Keystone)

Die Nationalbank profitiert vom steigenden Goldpreis. (Bild: Keystone)

Daniel Zulauf

daniel.zulauf@luzernerzeitung.ch

Die Bilanz der Schweizerischen Nationalbank (SNB) ist auch im ersten Quartal des laufenden Jahres weiter angeschwollen. Ende März belief sie sich auf 763 Milliarden Franken, verglichen mit 746 Milliarden Franken Ende Dezember. In nur drei Monaten ist das Total der Vermögensrechnung der Notenbank also um mehr als 2 Prozent gestiegen, und das ist im Vergleich zu früheren Zeiten nicht einmal besonders viel. Für die SNB wird das Tempo der Bilanzexpansion aber immer ungemütlicher. Das amerikanische Finanzministerium führt die Schweiz auf einer Beobachtungsliste mit Ländern, die im Verdacht stehen, ihre Währung zu manipulieren. Devisenmarktinterventionen im Ausmass von mindestens 2 Prozent des Bruttoinlandproduktes pro Jahr sind eines von drei Kriterien, welche die Amerikaner im Auge haben. Die Schweiz erfüllt es locker. Auch der helvetische Leistungsbilanzüberschuss ist für die Amerikaner zu hoch. Nur beim Überschuss der Handelsbilanz ist die Schweiz noch nicht ganz dort, wo bei der Administration in Washington die rote Lampe aufleuchtet. Aber auch das könnte dieses Jahr noch passieren.

Vor diesem Hintergrund kann man sich bei der SNB kaum über den jüngsten Gewinnausweis freuen. Das Noteninstitut weist für die Periode Januar bis März einen Gewinn von 7,9 Milliarden Franken aus – 2,2 Milliarden mehr als im ersten Quartal des Vorjahres. Das Ergebnis stammt grösstenteils aus den Devisenanlagen, die mit 711 Milliarden Franken den mit Abstand grössten Teil der Aktivseite der Bilanz repräsentieren. Die Devisenanlagen sind in den ersten drei Monaten des Jahres um weitere 15 Milliarden Franken gewachsen. Die SNB intervenierte am Anfang des schicksalshaften Wahljahres in der Euro-Zone offensichtlich mehrfach im grossen Stil, um einer weiteren Aufwertung des Frankens Einhalt zu gebieten.

Die SNB gewinnt mit diesen Interventionen gleich zweimal. Erstens verlangt sie auf den Girokonti der Geschäftsbanken, denen sie die Franken gegen Euro oder Dollar verkauft, den Negativzins von –0,75 Prozent. Allein aus diesem «Geschäft» sind der SNB im Berichtsquartal 466 Millionen Franken zugeflossen – mehr als doppelt so viel wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Zweitens steckt sie die gegen Franken eingekauften Devisen in verschiedene Anlagen. Rund 40 Prozent liegen in Euro-Werten. 35 Prozent in Dollar-Papieren. 80 Prozent der Anlagen sind in Anleihen – mehrheitlich Staatspapiere – investiert und 20 Prozent in Aktien.

Letztere haben im Berichtsquartal 6,3 Milliarden Franken Gewinn eingebracht – deutlich mehr als die Kursverluste auf dem Anleihenportefeuille, das die gestiegenen Zinsen vor allem in den USA spiegelt (–1,6 Milliarden Franken). Auch wechselkursbedingte Verluste von 2,2 Milliarden Franken wurden durch die Kursgewinne auf Aktien mehr als kompensiert. Schliesslich profitierte die SNB auch vom höheren Goldpreis, der in den ersten drei Monaten um 5 Prozent gestiegen ist und den Wert der 1040 Tonnen des gelben Metalls um 2,2 Milliarden Franken steigen liess.

Alle diese schönen Zahlen sind mit Blick auf ihre potenzielle politische Nebenwirkung nicht wirklich eine Freude.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.