Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Navyboot schliesst Läden in Luzern und Zug – Zürcher Modelabel übernimmt

Die Läden der Schuh-, Accessoire- und Kleidermarke in Luzern und Zug schliessen Ende August. Es übernehmen alte Bekannte.
Livio Brandenberg
Bald mit anderem Logo: Navyboot-Laden an der Theaterstrasse in Luzern. (Bild: Nadia Schärli, 9. August 2019)

Bald mit anderem Logo: Navyboot-Laden an der Theaterstrasse in Luzern. (Bild: Nadia Schärli, 9. August 2019)

Noch zwei Wochen können Schnäppchenjäger bei Navyboot in Luzern und Zug von Rabatten profitieren, danach ist Schluss. Am 24. August schliessen die Shops der Schuh- und Kleidermarke an der Theaterstrasse in Luzern und an der Bahnhofstrasse in Zug.

Dass dieser Schritt folgen wird, wurde bereits vor rund einem Jahr bekannt. Nun ist klar, wer die beiden Läden übernimmt. Es ist mit der Benci Brothers AG dasjenige Unternehmen, welches die Navyboot-Gründer Bruno und Flaviano Bencivenga nach dem Verkauf von Navyboot an den Denner-Erben und Investor Philippe Gaydoul gründeten (siehe Infobox unten).

Eröffnung der neuen Läden im Oktober

Auf Anfrage bestätigen die Gaydoul Group wie auch Benci Brothers die Übernahme der beiden Zentralschweizer Standorte. Laut Christine Maier, Sprecherin der Gaydoul Group, werden auch alle Mitarbeitenden übernommen; in Luzern sind es fünf Angestellte, in Zug vier. Maier sagt, man sei froh, «eine gute Lösung» gefunden zu haben. Darüber, wie die Filialen liefen, gibt die Sprecherin keine Auskunft; die Gaydoul Group äussere sich «grundsätzlich nicht zum Geschäftsgang ihrer Geschäftsbereiche», so Maier.

Die Eröffnung der zwei neuen Benci-Brothers-Läden soll laut Firmensprecher Alfredo Schilirò Mitte Oktober erfolgen. Es seien überdies «keine weiteren Übernahmen ehemaliger Navyboot-Standorte geplant». Benci Brothers betreibt heute zwei eigene Läden in der Stadt Zürich und einen sogenannten Shop-in-Shop im Warenhaus Jelmoli. Einen Onlineshop gibt es bei der Luxusschuh- und Lederaccessoiremarke – im Gegensatz zu Navyboot – nicht.

Benci Brothers – erfolgreiche Brüder

1991 gründeten Bruno und Flaviano Bencivenga Navyboot. Bis zum Verkauf im Jahr 2008 wuchs die Zahl der Mitarbeiter auf 350, die fast 60 Läden setzten rund 100 Millionen Franken um. Nach Ablauf eines Konkurrenzverbots gründeten die Brüder 2012 Benci Brothers. Heute führt Flaviano Bencivenga das auf Lederschuhe, -taschen und -accessoires im oberen Preissegment spezialisierte Geschäft mit seinem Sohn Alessandro. (lb)

Nachdem die beiden Zentralschweizer Filialen abgestossen wurden, wird es hierzulande – vorerst – noch sechs Navyboot-Boutiquen und fünf Outletstores geben, welche die Gaydoul Group weiter betreibt. Denn wie Sprecherin Maier sagt, werden bis zum Ende des ersten Quartals 2020 alle von der Investmentgruppe betriebenen Shops geschlossen. Welche Standorte wann geschlossen werden, ist dabei nicht klar. Bereits vor gut einem Jahr gab Navyboot bekannt, in Deutschland insgesamt sechs Geschäfte zu schliessen und die 2016 eingegangene Kooperation mit der Warenhauskette Karstadt zu beenden.

«Von Fall zu Fall» über Zukunft entscheiden

In Luzern müssen Liebhaber edler Lederschuhe allerdings nicht gänzlich auf Navyboot verzichten. Denn im Globus an der Pilatusstrasse wird es weiterhin einen Shop-in-Shop der Marke geben. Der Hintergrund: Wegen der schwierigen Situation im Detailhandel und schlechten Zahlen verkaufte Philippe Gaydoul Navyboot im August 2018 an die Globus-Gruppe, die zum Migros-Konzern gehört. Über den Verkaufspreis wurde Stillschweigen vereinbart. Gemäss der «Handelszeitung» erwirtschaftete die Modemarke im letzten Jahr einen Umsatz von rund 65 Millionen Franken. Als Gaydoul Navyboot 2008 den Bencivenga-Brüdern abkaufte, sollen laut Schätzungen um die 110 Millionen Franken geflossen sein.

Philippe Gaydoul (Bild: Alex Iseli, 25. Juni 2015)

Philippe Gaydoul (Bild: Alex Iseli, 25. Juni 2015)

Im Zuge des Deals von letztem Sommer übernahm Globus schweizweit 14 Navyboot-Läden, die andere Hälfte der Filialen blieb im Besitz von Gaydoul, der diese als Lizenznehmer (Franchise-Modell) vorerst weiter betreiben wollte, um sie dann schrittweise zu schliessen. «Wir werden die Shops sicher nicht auf lange Sicht behalten», sagte Gaydoul damals dem «Tages-Anzeiger». Ein brutales Ende solle es aber nicht geben, versprach er. Man werde jede Filiale anschauen und «von Fall zu Fall über die Zukunft» entscheiden.

Shop im Globus Luzern bleibt bestehen

Unter den 14 Filialen, die Globus vor einem Jahr übernahm, waren reguläre «externe» Navyboot-Stores, Outlets sowie Shop-in-Shops, die bereits im Globus eingemietet waren, so etwa auch jener in Luzern. Alle diese Formate sollen weiter betrieben werden, sagt Globus-Sprecherin Marcela Palek auf Anfrage: «Sowohl der Shop-in-Shop in Luzern sowie alle weiteren Shops, die Globus übernommen hat, bleiben bestehen.»

Neben dem Shop im eigenen Haus in Luzern hat Globus etwa Navyboot-Filialen im Flughafen Zürich, an der Zürcher Bahnhofstrasse, in Basel, Lausanne oder im Outletcenter Schönenwerd übernommen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.