Medienunternehmer
Neo-FCB-Präsident Burgener ist auf Geldsuche – um seinen Kontrahenten auszustechen

Nächste Woche übernimmt Bernhard Burgener die Führung des FC Basel. Derweil fordert ihn sein Kontrahent Dieter Hahn zum Finalspiel auf.

Christian Mensch
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Bernhard Burgener ist nicht nur der nächste Präsident des FC Basel, sondern auch Medienunternehmer.

Bernhard Burgener ist nicht nur der nächste Präsident des FC Basel, sondern auch Medienunternehmer.

Thorsten Jochim / VISUM

Der FC Basel feiert heute Samstag seinen Meistertitel mit einem Aufwand, als wärs vorerst der letzte. Dabei tritt lediglich die Führungsriege um Präsident Bernhard Heusler ab. Dieser übergibt sein Amt an der Generalversammlung vom Freitag dem Baselbieter Medienunternehmer Bernhard Burgener.

1. Titel, 1953: Die Spieler des FC Basel nach einem Heimsieg gegen die Grasshoppers aus Zürich. Nach dem Spiel stand der erste Meistertitel in der Klubgeschichte fest.
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2. Titel, 1967: Im letzten Spiel kommt es zum Duell mit GC. Der FCB stand bereits vor dem 2:2 gegen die Zürcher als Meister fest. Den Pokal gab es aber erst jetzt.
3. Titel, 1969: Spielertrainer Helmut Benthaus stemmt den Meisterpokal in die Höhe. Zuvor hat sein Team den FC Luzern in der letzten Runde mit 3:2 besiegt.
4. Titel 1970: FCB-Captain Karl Odermatt lässt sich von den Fans mit dem Pokal feiern, nachdem sein Team in der letzten Runde den FC Wetteingen besiegt hat.
5. Titel 1972: Trainer Helmut Benthaus wird von den Spielern auf den Schultern getragen und Ottmar Hitzfeld freut sich dahinter mit hochgestreckten Armen.
6. Titel, 1973: Das Basler Meisterteam fährt mit einem Extra-Bus durch Basel. Einige Spieler sind auf das Dach geklettert, um sich von den vielen Fans feiern zu lassen.
7. Titel, 1977: Nach dem 2:1-Sieg im Entscheidungsspiel gegen Servette Genf im Wankdorfstadion in Bern posiert die Mannschaft des FCB mit dem Meisterpokal.
8. Titel, 1980: Der letzte Titel für Helmut Benthaus mit dem FC Basel. Unter seiner Führung als Spielertrainer und später als Trainer holte der FCB sieben Meistertitel.
9. Titel, 2002: Nach 22 Jahren kehrt der Meisterpokal zurück nach Basel. Hakan Yakin posiert mit dem Pokal, während sein Bruder Murat eher abseits steht (r.).
10. Titel, 2004: Der FCB holt sich den ersten Stern: Das animiert die damalige Vizepräsidentin Gigi Oeri sich passend dazu zu kleiden und mit dem Pokal zu feiern.
11. Titel, 2005: Goalie und Captain Pascal Zuberbühler freut sich mit dem Pokal über die erfolgreiche Titelverteidigung. Der Konfettiregen ist passend rotblau.
12. Titel, 2008: Der letzte von vier Titeln für Christian Gross. Zusammen mit dem Team kommt er im offenen Londoner Bus auf den Barfi. Im Jahr darauf muss Gross gehen.
13. Titel, 2010: Der erste Triumph in einer beispiellosen Serie von 8 Titeln bis heute. Alex Frei geniesst die Champagner-Dusche aus dem Meisterpokal offensichtlich.
14. Titel, 2011: Gilles Yapi präsentiert den Meisterpokal den tausenden Fans auf dem Barfüsserplatz. Die Mannschaft lässt sich auf dem Casino-Balkon feiern.
15. Titel, 2012: Der FCB unterliegt in der letzten Runde zwar YB mit 1:2 im Joggeli. Die Freude über den Meisterpokal trübt das bei Marco Streller aber nicht.
16. Titel, 2013: Der erste Meistertitel für Murat Yakin als Trainer, nachdem er als Spieler zweimal mit GC und dreimal mit dem FCB die Trophäe gewinnen konnte.
17. Titel, 2014: Valentin Stocker freut sich sichtlich über den Meisterpokal. Es ist sein letzter Titel mit dem FCB, bevor er in die Bundesliga zu Hertha Berlin wechselt.
18. Titel, 2015: Der Captain geht mit dem Pokal. Marco Streller wird zum achten Mal Schweizer Meister. Schafft er es nächstes Jahr zum ersten Mal als Sportchef?
19. Titel, 2016: Sieben Titel in Serie für den FCB – Delgado, Vailati, Samuel, Safari und Callà (v.l.) freuen sich mit demüber den neuen Meister-Pokal.
20. Titel, 2017: Nach dem Sieg gegen Luzern steht fest, dass der FCB seinen zweiten Stern erhält. Den Moment halten Serey Dié & Co. als Selfie fest

1. Titel, 1953: Die Spieler des FC Basel nach einem Heimsieg gegen die Grasshoppers aus Zürich. Nach dem Spiel stand der erste Meistertitel in der Klubgeschichte fest.

Keystone

Fussballerisch möchte Burgener an die Heuslerischen Erfolge anknüpfen, doch zuerst muss er einen anderen Ernstkampf bestehen: die Auseinandersetzung mit seinem deutschen Kontrahenten Dieter Hahn um die Vorherrschaft bei der Constantin Medien. Am Münchner Medienkonzern halten beide Parteien direkt und indirekt knapp dreissig Prozent. Ihre Positionen sind unvereinbar: Hahn will sich auf das lukrative Sport- und Entertainment konzentrieren und die wirtschaftlich volatile Constantin Film verkaufen. Burgener will an einer Diversifikation inklusive der Film- und Fernsehfabrik festhalten.

Das Double ist perfekt: So feiern die Fans ihren FCB
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Der FCB erreichte mit dem Sieg im Cupfinal gegen Sion historisches. Noch nie haben die Sittener die Chance vergeben, den Cup zu holen, wenn sie im Final standen.
So macht der FCB das Double perfekt, just in der Saison, in der sie den zweiten Stern holten.
Der Barfi verwandelte sich am frühen Freitagmorgen in ein rotes Pyro-Meer.
Die FCB-Spieler genossen den Anblick sichtlich.
Taulant Xhaka auf dem Balkon über dem Barfi.
Matias Delgado und Davide Callà feiern den Cuptitel auf dem Barfi.
Urs Fischer präsentiert stolz den Cuppokal.
Sein Tor leitete den Sieg ein.
Davide Callà mit dem Pokal.

Das Double ist perfekt: So feiern die Fans ihren FCB

zvg/FCB

Nun hat Hahn gemäss vorliegenden Unterlagen ein konkretes Angebot für eine Auktion unterbreitet: Jede Aktionärsgruppe habe bis zum 28. Juni bei einem gemeinsam zu bestimmenden Treuhänder die von ihr gehaltenen Aktien zu deponieren. Am 30. Juni solle es dann zu einer Auktion kommen, wobei der Mehrbietende den anderen auskauft. Sollten sich die gebotenen Preise pro Aktie um weniger als um zehn Cent unterscheiden, erhielten die Parteien vier Stunden Zeit, um ihr Angebot aufzubessern. Nach einer Grobschätzung müssten die Angebote bei rund 200 Millionen Euro liegen.

Wie vergiftet die Auseinandersetzung geführt wird, zeigt sich an der Stellungnahme von Burgeners Anwalt Martin Wagner: «Das von Hahn erfundene Auktionsverfahren ist eine trickreiche Farce und kann als Pyro-Rauchpetarde abgetan werden.»

Wer kauft den anderen aus?

Burgener hat in den vergangenen Monaten mehrfach angekündet, selbst ein Übernahmeangebot zu formulieren. Wagner sagt nun: «Hahn hat mit unerträglichen, den Rechtsstaat arg strapazierenden Mitteln die ernsthaften Bemühungen blockiert, ein seriöses Angebot unter Gleichbehandlung aller Aktionäre zu unterbreiten.»

Der Vorwurf, mit juristischen Tricks zu agieren und etwa mit der Gründung von Stiftungen Zeit zu schinden, läuft auch in umgekehrte Richtung. Die gegenseitigen Anschuldigungen beschäftigen ein Heer von Anwälten, Staatsanwaltschaften und Gerichte.

Hahn wäre bereit, bei einem für ihn angemessenen Preis Constantin Medien freizugeben. Ob Burgener dafür jedoch über genügend Mittel verfügt, darf bezweifelt werden. So läuft eine Kapitalerhöhung bei der HLEE AG, in der Burgener alle von ihm gepoolten Aktien an der Constantin Medien vereint hat. Grossaktionär und Darlehensgeber ist seit Anfang Mai auch Carl Elsener, Besitzer der Messerfabrik Victorinox. Falls nicht alle Altaktionäre bei der Kapitalerhöhung mitziehen, hat sich Burgener die Dienste der Potsdamer Obotritia Capital des Investors Rolf Elgeti gesichert. Dieser übernimmt für maximal zehn Millionen Euro HLEE-Aktien, für welche die Bezugsrechte nicht ausgeübt werden. Ein weiteres Darlehen über neun Millionen Euro lässt sich Elgeti mit stolzen sechs Prozent verzinsen.

Was Burgener benötigt, ist ein «weisser Ritter». In der Vergangenheit hat er sich bei der Geldsuche schon erfolgreich an die vormalige FCBPräsidentin Gigi Oeri gewandt, die etwa der Constantin «Das Parfüm» mitfinanzierte. Als FCB-Präsident wird Burgener ihr einen Schritt näher sein.