Kaffeekapseln
Nespresso ausgetrickst: Denner hat eine neue Kaffeekapsel

Nespresso streitet sich seit mehr als zwei Jahren mit Denner vor Gericht wegen dessen Billig-Kaffeekapseln. Nespresso will diese verbieten. Bevor ein mögliches Verbot überhaupt vorliegt, trickst Denner den Multi nun aus - mit einer neuen Kapsel.

Rüdi Steiner
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Es geht um Millionen: Kaffeemulti Nespresso will sich das Kapselgeschäft nicht vermiesen lassen und hat daher die Verkäufer von Imitaten vor Gericht gezogen. So auch Denner. Der Discounter bietet kompatible Kapseln seit gut zwei Jahren für viel weniger Geld an - und streitet sich seither mit Nespresso-Mutter Nestlé vor Gericht.

Ein definitives Urteil gibt es noch nicht. Das Handelsgericht in St. Gallen brütet seit bald zwei Jahren über dem Fall.

Vor drei Wochen hat Denner den Kapsel-Bestand mit Aktionen geräumt. Weil er mit einem Urteil aus St. Gallen rechne, so die Vermutung.

Neue Kapsel ist abgestuft

Nun zeigt sich: Das war falsch oder zumindest nicht ganz richtig. Denn klammheimlich hat der Discounter eine neue Kapsel in die Regale gestellt. Die sieht der ursprünglichen zwar ziemlich ähnlich, aber sie ist nicht identisch. Die neue Billigkapsel ist aussen nicht mehr glatt, sondern abgestuft und aufgeraut, wie der «Blick» schreibt.

Damit hebt sie sich deutlich vom bisherigen Produkt ab, über das sich Nespresso und die Migros-Tochter vor Gericht streiten. Die neue Kapsel passt aber noch immer in die Nespresso-Maschinen.

Der Clou dran: Die neue Kapsel ist nicht Gegenstand des laufenden Gerichtsverfahrens, wie Denner-Sprecherin Paloma Martino gegenüber «Der Nordwestschweiz» bestätigt. Die neue wird gleich wie die alte von der Tessiner Firma Alice Allison hergestellt.

«Wir haben an der Weiterentwicklung der Kapsel gearbeitet, um sicherzustellen, dass diese für Kunden stets verfügbar ist», so Martino weiter.

Es geht um Millionen

Schweizer kaufen heute jährlich für über 135 Millionen Franken Kaffeekapseln. Neben Nespresso und Denner gibt es sie auch bei Coop, Migros, Aldi und Spar. Der Markt wächst gewaltig - jedes Jahr um 30 Prozent.