Kommentar
Neue Führungsspitze von Credit Suisse hat eine gesunde Mischung

Ausländer sind keineswegs zwingend die besseren Firmenchefs. Bei der Schweizer Grossbank Credit Suisse werden sich nun der Schweizer Thomas Gottstein und der Portugiese António Horta-Osório ergänzen.

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António Horta-Osório soll an der Generalversammlung zum neuen VR-Präsidenten gewählt werden.

António Horta-Osório soll an der Generalversammlung zum neuen VR-Präsidenten gewählt werden.

Keystone

Der erste ausländische Präsident an der Spitze des Credit-Suisse-Verwaltungsrates stammt aus Portugal. Dort ist António Horta-Osório seit vielen Jahren aber höchstens noch in den Ferien anzutreffen. Der 56-Jährige hat sein Land mit 25 Jahren verlassen, um in der weiten Welt als Banker Karriere zu machen. Solche Lebensläufe hatten auch viele Schweizer vorzuweisen - bis es bequemer wurde, im eigenen Land, bei hohem Lohn und weniger Konkurrenz in die Teppichetagen aufzusteigen.

Auch deshalb hat es lange gedauert, bis ausländische Manger in den Schweizer Banken ganz nach oben kommen konnten. Bei der Credit Suisse dauerte es ganze 131 Jahre, bis 1987 der erste Nicht-Schweizer in die Generaldirektion berufen wurde. Dass ein Schweizerpass kein Garant für gutes Management ist, bewies nicht zuletzt die Credit Suisse, die 1977 im Zug des Chiasso-Skandals nur um Haaresbreite am Konkurs vorbeischrammte.

Freilich sind auch Ausländer keineswegs zwingend die besseren Firmenchefs. Das richtige Rezept ist wohl eine gesunde Mischung, wie sie die Credit Suisse im nächsten Jahr bekommen könnte. Für die operativen Belange ist der Schweizer Thomas Gottstein zuständig, für dessen Aufsicht und die strategischen Fragen der Verwaltungsrat, mit António Horta-Osório an der Spitze. Der Portugiese brachte in zehnjähriger Arbeit immerhin die zwangsverstaatlichte britische Lloyds Bank wieder auf Kurs. So wird er auch die die Credit Suisse schaffen.