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Neuer Besitzer der Zeit AG will die Surseer Firma auf Vordermann bringen

Anfang Jahr hat der Softwareunternehmer Stefan Hermann die Zeit AG gekauft. Zusammen mit dem neuen CEO Stefan Müller hat er beim Hersteller von Zeiterfassungssystemen viel vor. Mit Ankündigungen sind die beiden aber vorsichtig.
Maurizio Minetti
Zeit-AG-Chef Stefan Müller (links) und der neue Firmenbesitzer Stefan Hermann. (Bild: Corinne Glanzmann, Sursee, 27. September 2018)

Zeit-AG-Chef Stefan Müller (links) und der neue Firmenbesitzer Stefan Hermann. (Bild: Corinne Glanzmann, Sursee, 27. September 2018)

Es kommt nicht alle Tage vor, dass eine Firma ihren unzufriedensten Kunden interviewt. Die Surseer Zeit AG hat es in der ­allerersten Ausgabe ihres neuen Kundenmagazins gewagt. Der Betriebschef der Baumarktkette Jumbo darf sich darüber auslassen, warum er von der Zeit AG enttäuscht ist und was in der Vergangenheit alles falsch gelaufen ist. «Die Zeit AG ist Ankündigungsweltmeister: Ich habe noch nie so viele Roadmaps in meinem Leben gesehen, die nicht umgesetzt worden sind, zudem gab es eine extreme Fluktuation im Personal», beschwert er sich. Die Systeme zur Zeiterfassung seien veraltet und würden kaum weiterentwickelt. Sein Fazit: «Die Zeit AG muss aufholen.»

Es ist kein Zufall, dass die Zeit AG dieses ungewöhnliche Interview ausgerechnet jetzt veröffentlicht hat. Die 1994 in Sursee gegründete Softwarefirma hat seit Anfang Jahr einen neuen Besitzer, der die zuletzt ertragsschwache Zeit AG wieder auf Vordermann bringen will: Stefan Hermann. Ihn kennt man in Sursee als Chef und Besitzer der Softwareschmiede Base-Net, die zwar weniger Beschäftigte hat als die Zeit AG, aber mehr Umsatz erwirtschaftet. Es ist diese Effizienz, die Hermann jetzt in der Zeit AG etablieren will. Seit dem Kauf musste er sieben Kündigungen aussprechen; ein weiterer Abbau sei aber nicht geplant. Trotzdem gebe es noch viel zu tun. Warum tut er sich das an? «Es ist eine spannende Herausforderung. Die Zeit AG ist wie eine Perle, die nicht mehr glänzt», sagt Hermann.

Produkte von Grund auf neu entwickeln

Die Zeit AG entwickelt Software und Hardware für die Zeiterfassung. Laut Hermann hat dieses Geschäft nach wie vor Wachstumspotenzial. Jedoch sei in den letzten Jahren die Produktentwicklung stark vernachlässigt worden, sagen Stefan Hermann und der neue Zeit-AG-Chef Stefan Müller im Gespräch. Müller hat die Leitung im März von ­Firmengründer Ivo Muri übernommen, der sich nach dem ­Verkauf der Firma seinem Zeitforschungsinstitut «Nomos der Zeit» widmet.

«Wir entwickeln gerade alle Produkte von Grund auf neu, es gibt technologisch einen grossen Nachholbedarf», erklärt Müller. Eines der Ziele sei es, die Benutzeroberfläche übersichtlich und intuitiv bedienbar zu gestalten. «Wenn der Nutzer auf einem Screen nicht innerhalb kürzester Zeit versteht, worum es geht, ist der Screen nicht gut genug», sagt Müller. Eine erste webbasierte Version soll im ­April 2019 erscheinen. Gemäss der aktuellen Produkteroadmap soll in drei Jahren die vollwer­tige Software für die Personaleinsatzplanung erscheinen.

Vorsichtig mit Ankündigungen

Doch Müller und Hermann wollen nicht nur die technologische Basis verändern. Auch die angestaubte Unternehmenskultur ­haben sie sich vorgenommen. «Wir streben direktere und klarere Kommunikationswege an», sagt Müller. Das bestehende ­Bürogebäude der Zeit AG an der Surseer Glockenstrasse gelte mit seinen verwinkelten und auf mehrere Stockwerke verteilten Büros als Sinnbild für die bisherige Arbeitsweise. «Auch das soll sich bald ändern: «Wir ziehen mit der Zeit AG voraussichtlich Mitte 2019 in neue Büroräumlichkeiten», sagt Müller.

Ab 2021 sei auch an eine Auslandsexpansion zu denken. «Wir müssen bei der Zeit AG aber zuerst im Heimmarkt fit werden», schränkt Müller ein. Mit Ankündigungen geht er bewusst vorsichtig um, schliesslich will die Firma den Titel «Ankündigungsweltmeister» loswerden. Liest man das Interview mit dem Jumbo-Betriebschef zu Ende, scheint Zeit-AG-Chef Müller auf gutem Weg: «Stefan Müller hat uns gesagt, er stecke realistische Zielvorgaben. Wenn es vermehrt ‹liefere› statt ‹lafere› heisst, denke ich, dass es gut kommen kann», sagt der Kunde.

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