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Neuer Besucherrekord: Rigi Bahnen kratzen an der Millionengrenze

Erneut beförderte die Rigi Bahnen AG letztes Jahr deutlich mehr Gäste. Fast 10'000 Personen waren es an Spitzentagen. Von «Overtourism» sei dennoch keine Rede.
Raphael Bühlmann
Die Bahnstrecke Vitznau–Kulm soll mit neuem Rollmaterial ausgestattet werden. (Bild: Dominik Wunderli, Vitznau, 7. April 2015)

Die Bahnstrecke Vitznau–Kulm soll mit neuem Rollmaterial ausgestattet werden. (Bild: Dominik Wunderli, Vitznau, 7. April 2015)

Das Ergebnis steht und fällt mit den Frequenzen. Das für Bergbahnen allgemeingültige Prinzip bildet für das abgelaufene Geschäftsjahr auch die Grundlage für das positives Geschäftsergebnis der Rigi Bahnen AG. Und: «Die Zahlen sind die Basis, um die anstehenden Investitionen tätigen zu können», sagte Karl Bucher, Verwaltungsratspräsident der Rigi Bahnen, am Freitag an der Bilanzmedienkonferenz in Luzern.

Die Zahlen lassen sich sehen. Der Nettoerlös stieg um 8 Prozent auf 29,3 Millionen Franken, das Betriebsergebnis vor Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um 9,3 Prozent auf 7,7 Millionen. 2018 beförderte man knapp eine Million Personen auf die Rigi - 14,4 Prozent mehr als im Vorjahr. «Eine schöne Steigerung», bilanzierte CEO Stefan Otz. Dabei habe es keinen Tag gegeben, an dem die Frequenz (Berg- oder Talfahrt einer Person) unter 1000 gefallen wäre. «An 21 Tage verzeichneten wir über 10000 Frequenzen und an unserem absoluten Spitzentag, dem Rigi Schwingen am 8. Juni, waren es 18000 Frequenzen». Bei den internationalen Gästen zählten nach wie vor Chinesen und Koreaner zur Spitzengruppe. Als einer der wichtigen Gründe für den Anstieg nannte Otz die ausserordentlich langen Schönwetterperioden im Sommer. Das Wintergeschäft hätte sich im Durchschnitt der letzten fünf Jahre bewegt. «Auch das Winterwetter spielte uns in die Hände aber der Schnee kam spät», so Otz.

Rigi-Bahnen-CEO Stefan Otz an der Bilanzmedienkonferenz. (Bild: Alexandra Wey/Keystone, 5. April 2019)

Rigi-Bahnen-CEO Stefan Otz an der Bilanzmedienkonferenz. (Bild: Alexandra Wey/Keystone, 5. April 2019)

38 Millionen für neues Rollmaterial von Stadler

Trotz des anhaltenden Booms, von «Overtourism» sei keine Rede. Man nehme die Besorgnis eines überbordenden Tourismus ernst, setze sich aber keine Obergrenzen. Im Gegenteil, die Kapazitäten an der Rigi sollen in den kommenden Jahren weiter ausgebaut werden – verschiedene Projekte seien dazu aufgegleist. Für die Bahnstrecke Vitznau-Kulm wird das Rollmaterial, das aus den 80er, 50ern und sogar 20er Jahren stamme, ersetzt. Der Vertrag für 6 Gelenktriebwagen inklusive Reservematerial von Stadler Rail werde noch im April unterzeichnet. Rund 38 Millionen Franken sind dafür budgetiert. Ziel sei es, ab dem Jahr 2022 die Gäste zur Hochsaison im Halbstundentakt auf die Rigi zu befördern. Aktuell fährt die Bahn stündlich. Ebenfalls die Bahnerschliessung von Arth-Goldau her soll verbessert werden, insbesondere mit besseren Verbindungen nach Zürich und Luzern.

Und auch die 50-jährige Pendelbahn von Weggis nach Rigi Kaltbad soll durch eine neue Gondel-Umlaufbahn (10-Sitzplatz-Gondeln) von Garaventa ersetzt werden. Hier hat die Rigi Bahnen derzeit mit Widerständen zu kämpfen. So sammelte René Stettler 3500 Unterschriften für seine Petition «Nein! zu Rigi-Disney-World». Der auf Rigi Kaltbad wohnhafte Kulturwissenschafter rechnet durch die neue Bahn mit zusätzlichem Lärm, negativen Auswirkungen auf Landschaftsbild, den Schutzwald und die Betriebssicherheit. Stefan Otz sagt, dass man mit den in der Sache entscheidenden Stellen, also Umweltverbänden, Behörden, Gemeinden, Landeigentümern und der Bevölkerung, in Kontakt stehe. «Das Problem ist, dass unsere Konzession des Bundes im September ausläuft. Diese wird wohl verlängert, aber wir wissen nicht für wie lange». Deshalb sei wichtig, die bestehenden Differenzen rasch zu klären – «wir sind zuversichtlich», sagt Otz. Man prüfe derzeit alternative Gondelsysteme, die exakten Standorte der Masten und stehe regelmässig in Kontakt mit Landbesitzern und der Bevölkerung. Man wolle möglichst bald den Projektwettbewerb für die Berg- und Talstation lancieren und Ende 2019 ein Dossier vorlegen. Hier rechnen die Rigi Bahnen mit einem Investitionsvolumen zwischen 17 bis 20 Millionen Franken.

Investitionen tätigt die Rigi Bahnen AG auch im Dorf Vitznau. Das Gelände rund um die Schiffsstation soll erneuert werden. Für die Modernisierung sprach der Verwaltungsrat 6 Millionen Franken. Im Herbst soll mit den Bauarbeiten begonnen werden und Mitte 2020 soll das neue Dienstleistungszentrum in Betrieb genommen werden können. Die Investitionen der Rigi Bahnen weisen weiter Richtung steigende Kapazitäten und so auch die ersten Zahlen des noch jungen Geschäftsjahres 2019. Im sonnigen Februar verzeichnete man erneut einen Gästerekord für den Monat. Insgesamt sei man 10 Prozent über Vorjahr. Allerdings sei die Nachfrage bei chinesischen Gästen etwa gedämpft.

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