Fusion
Neuer Brauerei-Riese: Der Bierkönig lebt in der Schweiz und trinkt nicht

Durch die Gigantenhochzeit der Bierbrauer rückt auch ein zurückgezogen lebender Schweizer in den Fokus. Jorge Paulo Lemann ist der grösste Einzelaktionär von AB Inbev und wohnt am Zürichsee.

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Ist der grösste Einzelaktionär von AB Inbev und lebt in der Schweiz.

Ist der grösste Einzelaktionär von AB Inbev und lebt in der Schweiz.

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Die Gigantenhochzeit von Anheuser-Busch Inbev mit SABMiller rückt auch einen zurückgezogen lebenden Schweizer in den Fokus. Der grösste Einzelaktionär von AB Inbev wohnt am Zürichsee und hält gemäss «Financial Times» über seine Investitionsgesellschaft 12,5 Prozent an AB Inbev.

Weder der Brauereigigant AB Inbev noch SABMiller haben allerdings Brauereien in der Schweiz. Hier sind die Konkurrenten Carlsberg und Heineken vertreten. Dem niederländischen Heineken-Konzern – weltweit die Nummer drei im Biermarkt – gehören hierzulande unter anderem Eichhof und Calanda. Die Dänen – Nummer vier weltweit – brauen Feldschlösschen.

Heineken und Carlsberg könnten von der Riesenhochzeit profitieren. Der neue Biergigant nämlich muss vielleicht auf Geheiss der Wettbewerbsbehörden Geschäftsbereiche abstossen. Dann könnten die beiden Konzerne zuschlagen.

Schweizerisch-brasilianischer Doppelbürger

Obwohl AB Inbev nicht in der Schweiz braut, ist der Konzern mit dem Land verbunden. Der grösste Einzelaktionär Jorge Paulo Lemann wohnt in Rapperswil-Jona SG. Er ist schweizerisch-brasilianischer Doppelbürger. Mit seiner brasilianischen Investmentgesellschaft 3G Capital hält der Milliardär nach Angaben der «Financial Times– vom Juni 12,5 Prozent am Konzern. Trotz der hohen finanziellen Beteiligung im Brauerei-Sektor trinkt Lemann selbst angeblich keinen Alkohol.

Lemann besass in Brasilien die Brauerei Brahma. Diese schloss er mit der Lokalkonkurrentin Antarctica zu AmBev zusammen. AmBev fusionierte in der Folge mit der belgischen Interbrew zu Inbev. 2008 gelang mit der Übernahme von Anheuser-Busch der Schritt zur Weltmarktführung. Neben dem Biergeschäft hat Lemann auch in Burger King investiert und bewerkstelligte die Fusion der Lebensmittelriesen Heinz und Kraft.

Lemanns Vater war aus dem Emmental nach Brasilien ausgewandert und begründete dort im Bankwesen und im Kakao-Geschäft das Familienvermögen. Als junger Mann wollte Lemann ursprünglich Profi-Tennisspieler werden und nahm als brasilianischer Meister auch im Davis Cup teil. Nach einem Attentatsversuch auf seine Kinder verlegte er seinen Wohnsitz von Brasilien an den Zürichsee. (sda/cze)