Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Neuer Chef will Krieger & Linsi in die nächste Phase führen

Der Surseer Felix Beck übernimmt von Jens Linsi die Leitung der Luzerner Immobilienfirma Krieger & Linsi. Der neue Geschäftsführer will nun beim Traditionsunternehmen das Handelsgeschäft forcieren.
Livio Brandenberg
Felix Beck (links) und Jens Linsi in den neu renovierten Büros der Krieger & Linsi AG im Luzerner Hotel Monopol. Nach fünf Jahren übergibt Linsi die Geschäftsleitung an Beck. (Bild: Manuela Jans-Koch, 1. März 2019)

Felix Beck (links) und Jens Linsi in den neu renovierten Büros der Krieger & Linsi AG im Luzerner Hotel Monopol. Nach fünf Jahren übergibt Linsi die Geschäftsleitung an Beck. (Bild: Manuela Jans-Koch, 1. März 2019)

Dass Neuerungen im Gang sind, ist unübersehbar: In den Büros der Krieger & Linsi AG stehen noch vereinzelt Handwerker auf Leitern, auch einige Kabel sind noch sichtbar. Doch die grösste Veränderung ist nicht die Auffrischung der Büroräume im zweiten Stock des altehrwürdigen Hotels Monopol neben dem Bahnhof Luzern. Denn gleichzeitig mit dem Umbau wurden auch die Verantwortlichkeiten bei Krieger & Linsi neu geregelt: Anfang Jahr übergab Geschäftsführer Jens Linsi (35) die Leitung des Familienunternehmens an seinen Stellvertreter Felix Beck (36).

Es ist eine geschichtsreiche Firma, deren Leitung Linsi nun abgetreten hat (siehe Kasten). Gegründet als Bauunternehmen, blickt Krieger & Linsi auf über 80 Jahre Tätigkeit in der Zentralschweizer Immobilienbranche zurück. Heute verwaltet die Firma Immobilien, vermarktet sie, stellt die technische Hauswartung sicher und bietet Baubegleitungen an. Beck übernimmt ein Team von 15 Angestellten; die ganze Linsi-Firmengruppe, die unter anderem das «Monopol» besitzt, beschäftigt rund 80 Angestellte in der ganzen Zentralschweiz. Beck will das Familienunternehmen nun in die nächste Phase führen, wie er sagt. «Wir wollen in unserem heimischen Markt, der Zentralschweiz, weiter wachsen, so wollen wir etwa im Immobilienhandel zulegen.»

Zwei Jobs waren einer zu viel

Ein weiterer Schritt in die nächste Phase sei die Umsetzung der bereits gestarteten Digitalisierungsstrategie: Bis Ende 2020 soll das ganze Büro ohne Papier funktionieren, sagt Beck. Denn in der Immobilienverwaltung ­bestehe ein hoher Papierverschleiss: «Viele Liegenschaftsdokumente, etwa Baupläne, Mietverträge oder Übernahmeprotokolle etc., sind alt und wurden auch nie oder nicht einheitlich digital archiviert.»

Bei der Umsetzung dieser Pläne kann Beck weiterhin auf die Unterstützung von Jens Linsi zählen, er wird der Firma als Verwaltungsrat, Mehrheitsaktionär sowie als Verantwortlicher gewisser Projekte erhalten bleiben. Die Leitung übernommen hatte der gebürtige Luzerner Linsi Ende 2013 vom langjährigen Geschäftsführer Erwin Müller. Dies allerdings von Anfang an in einem 50-Prozent-Pensum. Die andere Hälfte seiner Arbeitszeit arbeitete Linsi in den vergangenen Jahren beim Vermögensverwalter PMpartners, ebenfalls mit Sitz in Luzern. Dort hatte Linsi bereits während des Studiums ein Praktikum absolviert. Doch mit der Zeit seien bei beiden Jobs mehr Aufgaben dazugekommen und Linsi suchte eine Lösung: «Mir wurden diese beiden Mandate zu viel, und Felix Beck war gerade daran, sich beruflich neu zu orientieren und dabei, seinen Nachdiplommaster in Immobilienmanagement abzuschliessen. Wir haben uns dann ziemlich schnell gefunden», so Linsi.

Beck leitete damals, Ende 2017, die Immobilienabteilung des Beratungs- und Immobilienmanagementunternehmens Nesinco in Zug, als Linsi ihn anfragte; die beiden kannten sich aus der Jugend. In der Rolle des stellvertretenden Geschäftsführers habe er sich rasch bewährt, sagt Linsi über Beck, das Vertrauen sei schnell da gewesen. So schnell, dass er Beck nach acht Monaten die operative Leitung übergab. «Dies war der ­logische Schritt. Ich bin sehr froh, dass Felix mir diese Arbeit abnimmt und ich mich dadurch auf meine anderen Mandate konzentrieren kann», sagt Linsi. Den Hauptanteil seiner Zeit in Anspruch nehmen werde künftig seine Position als Mitglied der Geschäftsleitung von PMpartners, sagt der studierte Betriebswirt mit Zweitstudium Finance. Dazu kämen bestehende und mögliche künftige Verwaltungsratsmandate – neben jenem bei Krieger & Linsi etwa auch dem Hotel Monopol.

An Herausforderungen mangelt es nicht

Auf der anderen Seite freut sich der studierte Historiker Beck, das Steuer eines Unternehmens mit Geschichte übernehmen zu können. «Es war interessant, in ein bestehendes Unternehmen mit festen Strukturen reinzukommen und dabei als stellvertretender Geschäftsführer von Beginn weg Inputs geben zu dürfen.» Interessant sei sein alter wie auch neuer Job weiter wegen der Breite des Immobilienportfolios, welches Krieger & Linsi betreue und verwalte: «Wohnen, Gewerbe, Hotellerie, Gastro, Büroflächen – da gibt es verschiedene Herausforderungen, etwa die nach wie vor restriktiven Ladenöffnungszeiten im Kanton oder die Aufhebung von Parkplätzen», sagt der Surseer. An Herausforderungen mangle es dem Immobilienmarkt nicht. Mit dem Tiefzinsumfeld sei es schwieriger geworden, Immobilien gut zu vermieten, da so viel gebaut und dadurch ein Überangebot geschaffen worden sei, so Beck.

Vom Bau zum Handel

Die Krieger + Cie AG wurde 1936 als Hoch- und Tiefbauunternehmen von Josef Krieger in Luzern gegründet. 20 Jahre später übernahm der Sohn von Josef Krieger, Rudolf, den Betrieb. In den 50er- und 60er-Jahren konnte die Firma etliche wichtige Bauprojekte in der Region Luzern realisieren. So etwa die Bergstation auf dem Pilatus mit dem Rundhotel Bellevue oder die Luzerner Augenklinik. Auch an Umbauten des Hotels Palace sowie des Kursaals Luzern war Krieger + Cie in diesen Jahren beteiligt. Die Firma beschäftigte zu dieser Zeit rund 120 Angestellte. Ende 1974 wurde die Bautätigkeit eingestellt. Von da an konzentrierte sich die Krieger + Cie AG auf die Verwaltung von Immobilien.

Anfang der 80er-Jahre begann das Unternehmen mit dem Immobilienhandel. 1987 schliesslich kaufte Jürg Linsi die Aktien der Krieger + Cie AG seinem Stiefvater Rudolf Krieger ab, zwei Jahre später wurde die Firma in Krieger & Linsi AG umbenannt. Jürg Linsi (65), der Vater von Jens Linsi, ist bis heute Eigentümer der familieneigenen Immobilien, er ist auch nach wie vor Verwaltungsratspräsident der Firma. Seine Karriere begonnen hatte Jürg Linsi im Management des familieneigenen Teppichhandelsunternehmens. (lb)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.