Mobilkommunikation
Neuer TV-Spass: Cablecom verknüpft Fernseher mit dem iPad

Kabelnetzbetreiber Cablecom baut ein Mobilnetz für eigene Zusatzdienste. Mit einem eigenen Kern-Netz wird es einfacher, massgeschneiderte Angebote anzubieten. Denn der Zuschauer von Heute ist auch auf anderen Kanälen aktiv.

Matthias Niklowitz
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Wenn am Samstagabend in Malmö das Finale zum 58. Eurovision Song Contest steigt, fiebert halb Europa mit. Allerdings nutzen die jüngeren Zuschauer den Fernseher oft in Verbindung mit ihren Tablet-Computern oder Smartphones. Das, was sie sehen, ist lediglich die eine Hälfte der Fernsehunterhaltung. Denn über ihre mobilen Geräte twittern und chatten diese Zuschauer parallel zur Sendung über Dress, Gesang und Moderation.

Fachleute sprechen hierbei von «Second Screen»-Fernsehnutzung. In der besten Marktposition ist der Netzbetreiber Swisscom, der Fernsehen und Mobilfunk kontrolliert und so Programme, Inhalte und Kommunikationsforen optimal aufeinander abstimmen kann. Fernsehen und Twitter laufen dann zeitgleich und die Betreiber können ihre Kunden auf speziell eingerichtete Facebook-Seiten locken.

UPC Cablecom zieht nach, wie Recherchen der «Nordwestschweiz» ergaben: In den Niederlanden baut der grösste Kabelnetzbetreiber der Schweiz ein spezielles kleines Kern-(«Core»-)Mobilnetz. Dieses benötigt gar keine Antennen. Es reichen die Computer für die Content-Aufbereitung. In die Schweiz hinein gesendet wird alles über den bisherigen Roaming-Partner Orange.

Bessere Kontrolle von Content

Cablecom kann mit einem eigenen Kernnetz viel besser als bisher massgeschneiderte Angebote für seine Mobilkunden machen. «Wir erhalten so eine grosse Unabhängigkeit bei der Ausgestaltung künftiger Mobilfunkangebote auch im Zusammenspiel mit den bereits bestehenden Diensten», bestätigt Cablecom-Sprecher Andreas Werz. «Da sehen wir die Zukunft und ein eigenes Core-Network ist ein wichtiger Bestandteil davon.»

Zum Starttermin schweigt man sich bei Cablecom aus. Offen ist auch, was mit dem Partner Orange passiert. «Es gibt keine Änderungen in der Zusammenarbeit», sagt Werz. «Das kommt auf die Vertragsausgestaltung an», sagt auch Orange-Sprecherin Therese Wenger.

Über den Fernsehgenuss am kommenden Samstagabend entscheidet auch, ob sich die Schweizer Band Takasa für den Final qualifiziert. Darüber urteilen die Zuschauer.