Smartphones
Neues iPhone verkauft sich besser als erwartet – nicht auf Kosten von Samsung

Der erfolgreiche Verkaufsstart der neuen iPhones geht nicht zulasten von Samsung. Experten haben beim Start-Event von Apple mit einer Enttäuschung gerechnet.

Matthias Niklowitz
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Apple-Marketingchef Phil Schiller stellte in Cupertino die beiden neuen iPhone-Modelle 5C und 5S vor. Keystone

Apple-Marketingchef Phil Schiller stellte in Cupertino die beiden neuen iPhone-Modelle 5C und 5S vor. Keystone

Obwohl der erste grosse Apple-Start-Event in China vor zwei Wochen bei Beobachtern durchgefallen war – der Verkauf der iPhone-Modelle 5C und 5S läuft dennoch glänzend. Erste Verkaufszahlen, welche die Analysten der US-Bank Morgan Stanley bei Wiederverkäufern und Handy-Ketten erhoben haben, zeigen eine höhere Nachfrage als zuvor erwartet.

Experten hatten mit einer Enttäuschung gerechnet: Denn zum ersten Mal hatte Apple bei der Vorstellung der neuen iPhones nicht mehr über die vorab eingegangenen Vorbestellungen informiert. Und die unsubventionierten Verkaufspreise von 549 bzw. 649 US-Dollar sind eigentlich viel zu hoch für die aufstrebende Mittelschicht aus China. Laut Analysten hätte der ideale Preispunkt bei 250 Dollar gelegen. In China subventionieren die Netzbetreiber die iPhones kaum.

Die Analysten von Morgan Stanley haben jetzt ihre Absatzprognose von 31 auf 34,5 Millionen iPhones für das laufende Quartal nach oben gesetzt. Das entspricht einer Steigerung von 25 Prozent gegenüber dem dritten Quartal des letzten Jahres.

Auch Samsung im Aufwind

Das Ergebnis der Umfrage deckt sich mit weiteren Daten: Die Marktforscher der ISI Group haben in den ersten drei Verkaufstagen einen Absatz von sechs Millionen neuen iPhones ermittelt, das sind gleich zwanzig Prozent mehr als noch beim Start des iPhone 5 vor einem Jahr. Und die Analysten von Piper Jaffray, einer Investmentbank, haben bei einer Umfrage unter ihren über 400 Kunden festgestellt, dass sich praktisch alle das teuerste neue Modell 5S anschaffen möchten. Die iPhone-Farbe der Saison ist offenbar Gold. Apple bietet zum ersten Mal Alternativen zu schwarz und weiss.

Für den in letzter Zeit arg kritisierten Konzern sind das gute Nachrichten kurz vor Abschluss des Geschäftsjahres am 28. September. Aber: Der Erfolg bei Apple scheint nicht zulasten des Rivalen Samsung zu gehen.

Bei Morgan Stanley haben die Analysten ihre Verkaufserwartungen für die Galaxy-Smartphones um zwei auf 47 Millionen Stück nach oben korrigiert. Samsung hatte vor drei Wochen weltweit Schlagzeilen mit seiner ersten selber ganz neu eingeführten Gerätekategorie, der Smart-Watch, gemacht.

Schnelle Chips, einheitliche Apps

Samsung kommt jetzt indes an anderer Stelle unter Zugzwang: Denn bei den neuen Apple-Spitzenmodellen arbeitet im Innern ein 64-Bit-Chip. Für die iPhones selber bedeutet das momentan nur eine kleinere Leistungssteigerung. Aber mittelfristig zielt diese für Smartphones neue Architektur auf ein gemeinsames Betriebssystem bei allen Apple-Computern vom grossen Notebook über die iPad-Tablets bis hin zu den iPhones.

Mit einem Schlag könnte dann Apple alle Geräte für alle Benutzer mit den gleichen Updates versehen und die gleichen Apps, Spiele und weitere Inhalte wie Musik und Filme gleichzeitig über alle Gerätetypen verkaufen. Bereits ab 2015 mit einem iPhone7 könnte das laut Analysten die Spielregeln des Geschäfts gründlich ändern – denn die Konkurrenz, die vornehmlich mit dem Android-Betriebssystem arbeitet, schlägt sich mit zahlreichen Varianten herum. Diese erfordert für die Programmierer unzählige Anpassungen – und das macht die Plattform weniger attraktiv für teure Bezahlangebote.