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Swisscom forciert 5G-Technologie: das neue Netz kommt schon 2019

Urs Schaeppi erklärt, wozu es 5G in der Schweiz braucht. Auch glaubt der Swisscom- Chef den Zusammenschluss von Sunrise und UPC noch nicht in trockenen Tüchern.
Niklaus VonTobel Rebecca Wirbel
Urs Schaeppi, CEO Swisscom, am Donnerstag in Zürich. Bild: Walter Bieri/Keystone

Urs Schaeppi, CEO Swisscom, am Donnerstag in Zürich. Bild: Walter Bieri/Keystone

Das 5G-Mobilfunknetz wird schneller zur neuen Realität als bislang bekannt. Branchenkenner gehen davon aus, dass Schweizer Kunden nicht bis zum Jahr 2020 warten müssen. Stattdessen wird es noch dieses Jahr möglich sein, in den ersten Städten und Gemeinden das superschnelle 5G-Netz zu nutzen. Damit lassen sich Daten rund 100 Mal schneller als heute herunterladen. Zweistündige Filme sind damit in wenigen Sekunden auf dem Handy.

Dennoch bekommt Swisscom-Chef, Urs Schaeppi, oft die Sinn-Frage gestellt, wie er am Donnerstag bei der Vorstellung der Jahreszahlen sagte: Wozu es 5G überhaupt brauche, es gehe doch auch ohne. Diesen Einwand habe er jedoch auch zu hören bekommen, als die Schweiz um das Jahr 2007 herum auf das 3G-Netz umstellte. Heute sei klar:

Ohne 3G hätten wir zum Beispiel keine Smartphones.

Schaeppi gab sich am Donnerstag betont zurückhaltend – ganz in der Tradition eines vermutlich dänischen Sprichwortes, wonach Prognosen schwierig seien, besonders wenn sie die Zukunft betreffen. Einen Ausblick wagte Schaeppi dennoch. So werde 5G neuen Schwung in die Digitalisierung der Wirtschaft bringen. Beispiele seien etwa: Die Automatisierung von Produktionsketten in der Industrie; das Internet der Dinge, wo Fabrikmaschinen an die Mobilfunknetze angeschlossen werden. Hinzu komme die virtuelle oder erweiterte Realität, «die unser Leben verändern werden», wie Schaeppi sagt. In der Branche wird unter anderen damit gerechnet, dass Reisen neu organisiert werden können, indem man Destinationen vorab virtuell besucht. Dasselbe gelte für Konzerte. Wer Fussball schaut, könne dereinst die Kameraperspektive selber wählen. Mit Veränderungen sei auch im Autoverkehr zu rechnen. Mit 5G könne ein Auto innert Millisekunden wissen, wo zum Beispiel das nächste Auto steht. Das autonome Fahren rücke näher.

UPC-Sunrise-Fusion würde «Wettbewerb fördern»

In der Wirtschaft werde mit 5G die zweite Halbzeit anbrechen, so Schaeppi. «Die erste Halbzeit haben die USA gewonnen, aber für die zweite Halbzeit ist Europa gut aufgestellt.» Vor allem weil Europa noch eine stärkere industrielle Grundlage habe als die Amerikaner. In dieser zweiten Halbzeit will die Swisscom mitmischen. Schaeppi verspricht sich, neue Services für Unternehmen erbringen zu können, die in das Internet der Dinge investieren.

Dass sich die Swisscom mit 5G ins eigene Fleisch schneidet, glaubt Schaeppi hingegen nicht. Zwar behaupteten Konkurrenten schon, manche Familie könne sich den Anschluss an das Festnetz sparen wollen, wenn es mit dem mobilen 5G-Netz verbunden sei. Derlei Sparmassnahmen könnten insbesondere der Swisscom wehtun. Sie kommt auf einen Anteil von über 50 Prozent bei den Breitband-Abos. Schaeppi wehrt jedoch ab. «Wir gehen davon aus, dass sich Festnetz und Mobilfunknetz ergänzen.» So sei das Festnetz etwa besser geeignet für das Internetfernsehen. Auch Haushaltgeräte würden künftig an das Festnetz angeschlossen. «Nur in wenigen Nischen werden sich Festnetz und 5G-Netze konkurrenzieren.» Daher sei auch nicht damit zu rechnen, dass die Swisscom künftig grössere Abschreibungen auf ihre Festnetze tätigen müsse.

Schaeppi nahm zudem Stellung zur möglichen Fusion von Sunrise und UPC. Dass es zu solchen Gesprächen kommen würde – damit habe man gerechnet. Wie diese Konsolidierung ablaufe, könne er nicht sagen. Damit spielte Schaeppi darauf an, dass ein Zusammenschluss längst nicht beschlossen ist. Sunrise hat einzig Gespräche bestätigt, ohnehin braucht es das Okay der Wettbewerbskommission. Sollte es zur Fusion kommen, werde diese den Wettbewerb weiter fördern.

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