Leuthard
Neues Strassenbelagswerk im Säuliamt

Unmittelbar neben der bestehenden Agir-Betonanlage in der Affoltemer Industrie entsteht auf Initiative der Leuthard AG ein Strassenbelagswerk nach neuesten Standards. Leuthard, Agir und Vonplon, die zu diesem Zweck die Firma Viatop gegründet haben, investieren 7 Mio. Franken.

Drucken
Teilen
Neues Strassenbelagswerk im Säuliamt

Neues Strassenbelagswerk im Säuliamt

Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern

Von Werner Scneiter

Die Leuthard AG unterhält in Merenschwand seit rund 25 Jahren ein Belagswerk. Es wurde zwar erneuert, ist aber nicht mehr zeitgemäss und muss nun ersetzt werden. «Wir haben zwar die notwendigen Landreserven, aber ein neues Werk ist in Merenschwand aus verschiedenen Gründen nicht mehr genehmigungsfähig», sagt Dieter Greber, CEO der Leuthard AG. Alternativen zum Eigenbau - etwa der Anschluss an ein anderes Belagswerk - kamen aber nicht infrage. «Selbstständigkeit ist uns wichtig, denn Belag ist im Strassenbau ein entscheidendes Kostenelement», fügt er bei. Die Freiämter Tief- und Strassenbaufirma fasste deshalb einen neuen Standort ins Auge und hielt - weil die Investitionen hoch sind - nach Partnern Ausschau. Und die fanden sich schnell: Die Vonplon AG, Baar, und die einheimische Agir AG beteiligten sich massgeblich. Die drei Unternehmen gründeten die neue Firma Viatop, Belagswerk - und sie einigten sich auf einen Standort, der auch in strategischer Hinsicht geradezu ideal liegt: beim bestehenden Betonwerk der Agir AG in der Affoltemer Industrie, unmittelbar am Autobahnanschluss und im Weiteren durch einen Gleisanschluss erschlossen. Die Infrastruktur der bestehenden Betonanlage - insbesondere die Silos - kann ohne Probleme für zwei Produktionswerke umgerüstet werden.

Höhere Ansprüche -
neue Technologien

Ein Strassenbelagswerk in Affoltern, wo doch die Autobahn seit November 2009 in Betrieb ist? Für Dieter Greber absolut kein Widerspruch. «Auch weniger Verkehr neben der Autobahn löst Investitionen aus. Instandsetzungsart und gestiegene Ansprüche für Strassenbelag wegen der höheren Nutzlasten bei Fahrzeugen erfordern bessere Technologien bei der Produktion», sagt er. Während früher drei bis fünf Sorten verwendet wurden, sind es heute 20 bis 30. Asphalt wird heute bei Strassenerneuerung nicht nur herausgerissen und entsorgt, sondern zum Teil wiederverwertet. Bis zu 60 Prozent wird bei Belagseinbau Recyclingmaterial verwendet, im Durchschnitt sind es laut Dieter Greber 30 Prozent. - Das neue Belagswerk überragt mit 36 Meter Höhe die bestehenden Betonwerk-Silos. Es entspricht den modernsten Immissionsstandards. Die Erhitzung des Mischguts erfolgt durch Erdgas. «Mit dem neuen Werk können wir rund einen Drittel Energie einsparen und haben einen wesentlich tieferen Schadstoffausstoss. Auch die kurzen Transportdistanzen wirken sich in der Co2-Bilanz nachhaltig positiv aus», fügt Dieter Greber bei.
Der Bau der Anlage ist seit März im Gang. Bereits im August kann mit der Produktion von Strassenbelag begonnen werden: pro Jahr rund 60{FSPACE}000 Tonnen.