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Luzerner sind Neuunternehmer des Jahres

Im Sog des Greta-Effekts: Eine Jungfirma aus Luzern, die mit ihren Konzepten nachhaltiges Bauen fördert, hat den Neuunternehmerpreis abgeräumt.
Gregory Remez
Firmengründer Patrick Ernst (links) und Stefan Brücker am Dienstagabend im Forum der Messe Luzern. (Bild: Jakob Ineichen, Luzern, 17. September 2019)

Firmengründer Patrick Ernst (links) und Stefan Brücker am Dienstagabend im Forum der Messe Luzern. (Bild: Jakob Ineichen, Luzern, 17. September 2019)

Die derzeit omnipräsente Klimadebatte macht auch vor dem Zentralschweizer Neuunternehmerpreis nicht halt. Mit Brücker+Ernst wurde am Dienstagabend im Forum der Messe Luzern ein Unternehmen ausgezeichnet, welches es sich auf die Fahnen geschrieben hat, mit gesamtheitlichen Energie- und Klimakonzepten nachhaltiges Bauen fördern zu wollen. «Als Energie­ingenieure versuchen wir, alle energierelevanten Themen im Gebäude zu vereinen, vom Energiekonzept bis hin zur Bauphysik», sagte Mitinhaber und Geschäftsleiter Patrick Ernst auf der Bühne – und erntete dafür sogleich Applaus.

«Wir wollen weitergehen, als einfach nur ein paar Kilogramm CO2 einzusparen»: Patrick Ernst, Mitgründer und Geschäftsleiter von Brücker+Ernst

Bekannt ist das im April 2015 gegründete Luzerner Unternehmen bisher vor allem für seine Beteiligung am 100-Millionen-­Projekt «Titlis 3020», wobei Patrick Ernst und sein Geschäftspartner Stefan Brücker in ­Zusammenarbeit mit dem renommierten Basler Architektenbüro Herzog & de Meuron für die Bauphysik und Akustik der neuen Bergstation zuständig sind. Zu den weiteren Projekten von Brücker+Ernst zählen die Erstellung der Energiekonzepte für die geplante Pilatus-Arena und das Mattenhof-Areal in Kriens sowie die Erarbeitung eines Versorgungskonzepts für die dritte Etappe der Überbauung Reussinsel in Luzern. Ernst: «Immer, wenn wir ein Projekt beginnen, fragen wir uns aufs Neue: Wie lässt sich ein Gebäude bauen, dass es weniger geheizt werden muss und so eine bessere Energiebilanz aufweist?»

Treiber der hiesigen Wirtschaft

Nicht nur habe der Gewinner die besten Zukunftsaussichten, er entspreche auch vollends dem Zeitgeist, sagte Esther Gasser, ehemalige Regierungsrätin des Kantons Obwalden und Mitglied der dreiköpfigen Jury, die den mit 10000 Franken dotierten Neuunternehmerpreis der Gewerbe-Treuhand AG am Dienstag zum 26. Mal vergeben durfte. Auf die Frage, ob denn das Unternehmen vom sogenannten Greta-Effekt profitiere, entgegnete Geschäftsleiter Ernst indes: «Die Klimadebatte spielt uns ­sicher in die Hände, es ist allerdings nicht so, dass wir direkt von ihr profitieren.» Ohnehin sei sie in ihrer jetzigen Form nicht zielführend. «Wir wollen weitergehen, als einfach nur ein paar Kilogramm CO2 einzusparen.»

Der anwesende Luzerner Regierungsrat Fabian Peter, der seit Juli das Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartement leitet und sich selber als politischen Neuunternehmer bezeichnete, würdigte «die Kraft und den Mut, den es für die Gründung eines Unternehmens braucht». Neuunternehmer riskierten viel und seien letztlich der Treiber der hiesigen Wirtschaft. Der diesjährige Gewinner solle deshalb auch repräsentativ für all diejenigen stehen, die diesen Schritt wagen. «Sie sind letztlich die Garanten unseres Wohlstandes.»

Neben Brücker+Ernst waren diesmal vier weitere Jungfirmen für den Neuunternehmerpreis nominiert. So etwa die auf ­Finanzberatung spezialisierte Combinvest AG, die im April 2015 gegründet wurde und heute bereits über 100 Mitarbeiter an den Standorten Luzern, Bern, Zürich und Oensingen beschäftigt. «Wir sind so etwas wie die Fitnesstrainer für die Finanzen unserer Kunden. Wir wollen vor allem, dass ihre Gebühren abnehmen», scherzte Geschäftsführer Daniel Hamze bei der Vorstellungsrunde.

Ebenfalls nominiert war die 2point Engineering GmbH aus Alpnach, die sich als Kreativschmiede für Produktentwicklungen bezeichnet. Das Unternehmen stelle ausserdem auch eigene Produkte wie Stirnlampen oder Raclette-Öfen her, die es unter der Hausmarke «Anod» vertreibe. Bei den letzten beiden Nominierten handelt es sich um zwei Exoten, die in der kurzen Zeit seit ihrer Entstehung aber dennoch beachtlich wachsen konnten: die Oldtimer-Galerie Frieden aus Sarnen, die klassische Rolls-Royce und Bentleys wartet wie restauriert, und movinglight-design.ch aus Gisikon, die sich auf interaktive 3D-Lichtprojektionen spezialisiert hat.

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