NIDWALDEN: Kantonalbank hält an Kurs fest

Die NKB erzielte trotz schwierigem Umfeld das zweitbeste Ergebnis. Das US-Steuerprogramm wird die Bank noch länger beschäftigen.

Oliver Mattmann
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Heinrich Leuthard, der Vorsitzende der Geschäftsleitung der Nidwaldner Kantonalbank, am Donnerstag bei der Pressekonferenz in Stans. (Bild: Eveline Beerkircher / Neue LZ)

Heinrich Leuthard, der Vorsitzende der Geschäftsleitung der Nidwaldner Kantonalbank, am Donnerstag bei der Pressekonferenz in Stans. (Bild: Eveline Beerkircher / Neue LZ)

Die Nidwaldner Kantonalbank (NKB)hat ein anspruchsvolles Jahr hinter sich. Das Zinsgeschäft – die stärkste Erfolgsquelle der NKB – ist 2013 auf einem unverändert tiefen Niveau geblieben. Auf der Projektebene banden zudem die Anpassung der Strategie, die Neuausrichtung im Anlagenkundengeschäft, aber auch das Steuerprogramm mit den USA (siehe Kasten) erhebliche Ressourcen.

Von Katerstimmung war an der gestrigen Bilanzmedienkonferenz aber nichts zu spüren. Im Gegenteil: Trotz der Umstände konnte die NKB mit einem operativen Bruttogewinn von 27,6 Millionen Franken das zweitbeste Ergebnis ihrer Geschichte ausweisen. «Wir sind mit diesem Resultat sehr zufrieden. Dank eines starken Wachstums konnten wir sogar den budgetierten Ausfall im Zinsgeschäft etwas kompensieren», hielt Heinrich Leuthard, Vorsitzender der Geschäftsleitung, fest.

So beläuft sich der Zinserfolg auf 45,1 Millionen und liegt damit «nur» 2,9 Prozent unter dem Vorjahreswert. Ein Ausblick auf die Zinsenentwicklung verheisst allerdings nichts Gutes. «Das tiefe Niveau wird weiter Druck auf unser Ergebnis ausüben», so Leuthard. Dennoch gibt sich der CEO optimistisch: «Wir werden nach Optionen suchen, die Marge anderweitig zu verbessern, und werden diese auch finden.»

Volle Auftragsbücher bei den KMU

Positiv entwickelt hat sich der Bereich der Ausleihungen. Das Hypothekargeschäft verzeichnete mit 173,9 Millionen ein «überdurchschnittliches Wachstum», wie es Heinrich Leuthard formulierte. Auch das Kreditgeschäft habe ausgebaut werden können, nicht zuletzt wegen des steigenden Interesses, Eigenheime zu realisieren. Im Kreditsektor fliessen von KMU aktuell sehr viele Kreditgelder wieder zurück zur Bank. Für den CEO heisst das nichts anderes, als dass die Unternehmen, vor allem im Bau- und Baunebengewerbe, gut aufgestellt sind. «Sie verfügen über eine sehr hohe Liquidität. Und auch die Auftragsbücher sind für längere Zeit noch voll», hat er in Erfahrung gebracht.

Aufwand ist deutlich gestiegen

In eine andere Richtung lief bei der Nidwaldner Kantonalbank im vergangenen Jahr die Wachstumskurve bei den Kassenobligationen. Sie zeigte nach unten. «Den Kunden fehlten bei den Anlagen die Alternativen», sagte Geschäftsleitungsmitglied Kony Niederberger. Zudem liessen sie ihre Ersparnisse lieber auf dem Sparbüchlein, trotz Zinssenkungen. «Das zeigt uns, dass das Vertrauen in unsere Bank ungebrochen ist», so Heinrich Leuthard. Sicherheit sei ein hohes Gut, welches die Kunden bei der NKB finden würden.

Deckungslücke bei Pensionskasse

Eine Zahl, die in der Jahresrechnung 2013 auffällt, ist der um satte 2,4 auf total 32,9 Millionen Franken angestiegene Aufwand. Dies kommt nicht von ungefähr, denn genau 2,4 Millionen sind für die Ausfinanzierung der Deckungslücke der Pensionskasse Nidwalden einkalkuliert, an der sich alle angeschlossenen Arbeitgeber beteiligen müssen. «Unsere Begeisterung hält sich natürlich in Grenzen, doch war es ein politischer Entscheid und handelt es sich um eine tragbare Summe», kommentierte Andreas Mattle, ein weiteres Geschäftsleitungsmitglied, gestern. Abgesehen davon habe der Sachaufwand (um 400 000 Franken) nur geringfügig zugenommen, weshalb Leuthard anfügte: «Wir haben die Kostenseite im Griff.»

Vergleichbarer Gewinn

Nach allen Abschreibungen und Rückstellungen verbleibt der Nidwaldner Kantonalbank ein Jahresgewinn von 14,8 Millionen Franken (–0,4 Prozent), womit sich dieser auf der Ebene der Vorjahresperiode bewegt.

Trotz einem herausforderungsreichen 2013 «wollen wir an der Gewinnverwendung festhalten», gab Bankratspräsident Christian Waser zu verstehen. Konkret: «Eine ausgeglichene Dividendenpolitik und eine gesunde Basis an Eigenkapital wahren.» Man sei in dieser Hinsicht gut unterwegs, so Waser. In Zahlen ausgedrückt, schüttete die NKB insgesamt 9,6 Millionen Franken an den Kanton Nidwalden aus, wovon 0,9 Millionen auf die Abgeltung der Staatsgarantie fallen.