Nidwaldner Kantonalbank erhöht Dividende und warnt vor steigenden Immobilienpreisen

Im vergangenen Jahr konnte die Nidwaldner Kantonalbank ihren Gewinn steigern. Der Kanton erhält insgesamt über 10 Millionen Franken. Im laufenden Jahr erwartet die Bank ein schwächeres Hypothekengeschäft.

Maurizio Minetti
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Christian Waser (links), Präsident des Bankrates der Nidwaldner Kantonalbank, und Bankdirektor Heinrich Leuthard informieren über die Jahresbilanz. (Bild: Dominik Wunderli, Stans, 24. Januar 2019)

Christian Waser (links), Präsident des Bankrates der Nidwaldner Kantonalbank, und Bankdirektor Heinrich Leuthard informieren über die Jahresbilanz. (Bild: Dominik Wunderli, Stans, 24. Januar 2019)

Es sind schon 12 Jahre vergangen, seit die Nidwaldner Kantonalbank (NKB) das letzte Mal die Dividende erhöht hat. Dieses Jahr ist es wieder so weit: Die Ausschüttung steigt um ein halbes Prozent auf 23,5 Prozent beziehungsweise um 1,25 Franken auf 58,75 Franken. Der Kanton Nidwalden, der 84 Prozent der Anteile besitzt, erhält inklusive der Abgeltung für die Staatsgarantie eine Summe von 10,5 Millionen Franken. Begründet wird die Dividendenerhöhung mit einem «ausgezeichneten Jahresergebnis», wie der Präsident des Bankrates, Christian Waser, am Donnerstag am Hauptsitz in Stans sagte.

Tatsächlich konnte die Bank alle wichtigen Kennzahlen steigern (siehe Tabelle). Dabei fällt vor allem das ausserordentlich starke Wachstum im Zinsengeschäft um 4,3 Prozent auf. Allerdings trügt dieser Wert: Die NKB hat Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze geändert und deshalb ist der Zinserfolg nur bedingt mit dem Vorjahr vergleichbar. Auf vergleichbarer Basis stagnieren die Zinseinnahmen, wie NKB-Chef Heinrich Leuthard erklärte. Entsprechend wäre dann aber das jetzt rückläufige Handelsgeschäft stärker angestiegen.

Sorgen im Immobilienmarkt

Im Kerngeschäft mit Hypotheken legte die NKB um fast 6 Prozent zu. Leuthard liess aber in Bezug auf den Nidwaldner Immobiliensektor eine gewisse Besorgnis durchblicken: «In den letzten 20 Jahren sind die Immobilienpreise in Nidwalden jeweils weniger stark angestiegen als im gesamtschweizerischen Durchschnitt. Nun aber hat sich dieser Trend umgekehrt.» Im vergangenen Jahr seien die Immobilienpreise in Nidwalden stärker angestiegen als im Schweizer Schnitt, sagte Leuthard. «Dies betrifft vor allem Einfamilienhäuser.»

Von einer Überhitzung sei man zwar weit entfernt, doch einzelne Ausreisser und Übertreibungen seien auch in Nidwalden nicht ausgeschlossen. Er betonte, dass die NKB bei der Finanzierung hochpreisiger Immobilien entsprechend mehr Eigenkapital verlange. Bei der Vergabe von Hypotheken ist die Bank grundsätzlich vorsichtig: Inklusive Amortisation und Nebenkosten operiert die Bank bei der Tragbarkeit mit einem Prozentsatz von 6,5. Sorgen machen dem NKB-Chef zudem der Mangel an Baureserven für Gewerbe und Industrie sowie fehlende Renditeobjekte im Kanton. Günstiger Wohnraum sei in Nidwalden ebenfalls knapp, sagte Leuthard.

Für das laufende Jahr erwartet Leuthard eine Abschwächung des Wachstums im Hypothekargeschäft. Betrug das Wachstum bei allen Kundenausleihungen im vergangenen Jahr 181 Millionen Franken, erwartet die NKB dieses Jahr ein Plus von rund 150 Millionen. Ein Grund dafür ist die Margenerosion aufgrund auslaufender Hypotheken, die noch zu einem höheren Zins als heute vergeben worden sind.

Keine Filialschliessungen geplant

Während andere Banken wie etwa die Urner Kantonalbank derzeit Stellen streichen und Filialen schliessen, plant die NKB diesbezüglich keine Änderungen. Präsident Christian Waser räumte zwar ein, dass die Zahl der Bargeldtransaktionen auch bei der NKB zurückgehe, gleichzeitig mache man in den Filialen aber nach wie vor gute Geschäfte. «Darum macht es keinen Sinn, unser Filialnetz zu verkleinern oder Stellen zu streichen», sagte er. «Wir sind der Meinung, dass es persönlich bediente Filialen braucht.» Am Hauptsitz habe man die Zahl der Schalter von sechs auf zwei reduziert. «Das entsprechende Personal setzen wir für die Beratung ein», ergänzte Leuthard.

Inklusive Hauptsitz unterhält die NKB derzeit acht Filialen. Die sich seit Jahren verzögernde Zusammenlegung der Geschäftsstellen in Buochs und Ennetbürgen soll nächstes Jahr abgeschlossen werden. Bereits dieses Jahr im Mai soll zudem wie geplant wieder die Staatskanzlei in den umgebauten ehemaligen NKB-Hauptsitz am Dorfplatz in Stans einziehen. Die Mietdauer beträgt zehn Jahre mit Option auf Verlängerung.

Für das laufende Jahr erwartet die NKB insgesamt ein «sehr positives» Ergebnis auf dem Niveau des Vorjahres.