NIKOLAI DITTLI: Concordia-CEO fordert runden Tisch

Der Chef der Concordia-Versicherung sorgt sich um die Akzeptanz des Krankenversicherungssystems. Und fordert schnelles Handeln.

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Nikolai Dittli in seinem Büro am Concordia-Hauptsitz in Luzern: «Es braucht einen ständigen runden Tisch.» (Bild PD)

Nikolai Dittli in seinem Büro am Concordia-Hauptsitz in Luzern: «Es braucht einen ständigen runden Tisch.» (Bild PD)

bu. «Es braucht einen ständigen runden Tisch mit Bund, Kantonen, Leistungserbringern und Versicherten», fordert Nikolia Dittli, CEO der Krankenkasse Concordia, im Interview mit der «Zentralschweiz am Sonntag». Damit will Dittli zwei Ziele erreichen: Erstens soll die Kostensteigerung von heute jährlich 5 Prozent auf noch 1 bis 2 Prozent gesenkt werden. Zweitens soll vermieden werden, dass es im Zuge der Kosteneindämmung zu einem Qualitätsabbau kommt.

Der Handlungsbedarf ist laut Dittli gross. «Wenn dies so weitergeht, laufen wir Gefahr, dass unser heutiges Versicherungssystem von der Bevölkerung nicht mehr akzeptiert wird.» Das heutige System neige zu einer Mengenausweitung. «Dies hängt unter anderem damit zusammen, dass wir Krankenversicherer die einzigen sind, die keinen Gewinn erwirtschaften dürfen», betont Dittli.

Handelsmargen viel zu hoch

Einsparpotenzial sieht der CEO der Concorida unter anderem bei den Handelsmargen der Medikamente. Diese seien im Vergleich zu den umliegenden Ländern auch lohn- und kostenbereinigt zu hoch: «Hier liesse sich eine halbe Milliarde einsparen.» Zudem müssten im Spitalwesen vermehrt Kompetenzzentren gebildet werden. Es mache keinen Sinn, dass in jedem Spital alle Leistungen angeboten werden.

Einheitskasse: «Fehlkonstruktion»

Kein Verständnis zeigt Nikolai Dittli gegenüber den Plänen zur Einführung einer Einheitskasse. Sie sei eine «völlige Fehlkonstruktion», wettert er. Eine vierköpfige Familie müsste jährlich 1500 Franken zusätzlich an Prämiengeldern bezahlen.