Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

NIZZA/LUZERN: Alexander Studhalter wegen russischem Oligarchen in französischer U-Haft

Die französische Justiz zieht die Schrauben im Steuerverfahren gegen Alexander Studhalter an. Der Luzerner Unternehmer sitzt seit Freitag in Nizza in Untersuchungshaft; er bestreitet weiter jedes Fehlverhalten.
Alexander Studhalter, hier am Vierwaldstättersee, befindet sich in Untersuchungshaft. (Bild: Nadia Schärli (Luzern, 1. Dezember 2017))

Alexander Studhalter, hier am Vierwaldstättersee, befindet sich in Untersuchungshaft. (Bild: Nadia Schärli (Luzern, 1. Dezember 2017))

Balz Bruppacher

Damit hat der 49-jährige Luzerner Investor offensichtlich nicht gerechnet. Am vergangenen Freitag folgte Studhalter einer Vorladung des Untersuchungsrichteramts in Nizza. Solchen Einvernahmen hatte er sich in den vergangenen Jahren mehrfach gestellt. Um 21.30 Uhr ordnete der Untersuchungsrichter aber überraschend Untersuchungshaft an. Eine Haftbeschwerde beziehungsweise die Frage nach einer Entlassung gegen Kaution wird erst am Mittwoch behandelt, wie im Umfeld Studhalters zu erfahren war.

Es geht um Ermittlungen wegen Verdachts auf Steuerbetrug und auf Geldwäscherei im Zusammenhang mit dem Kauf einer Villa in Cap d’Antibes. Studhalter wird vom Untersuchungsrichteramt verdächtigt, die Liegenschaft als Strohmann für den russischen Oligarchen Suleiman Kerimow erworben zu haben. Dieser war bereits im vergangenen November in Nizza vorübergehend verhaftet, aber gegen Bezahlung einer Kaution von fünf Millionen Euro wieder entlassen worden. Kerimow ist ein langjähriger Freund und Geschäftspartner Studhalters.

In eine Falle gelockt?

«Weder hat Herr Studhalter Herrn Kerimow oder sonst jemanden jemals geholfen, Steuergelder zu hinterziehen, noch ist er ein Strohmann für irgend jemanden», bekräftigte einer der Anwälte des Luzerners am Montag auf Anfrage. Studhalter habe den Vorladungen des Untersuchungsrichters stets Folge geleistet und weise die Vorwürfe in aller Form zurück. Personen im Umfeld des Luzerners glauben, dass er vom Untersuchungsrichteramt in eine Falle gelockt wurde.

Aufgrund einer richterlichen Anordnung dürfen sich die Anwälte laut eigenen Angaben nicht zum konkreten Verfahren äussern. Studhalter selber hatte die Situation im vergangenen Dezember wir folgt geschildert (Zentralschweiz am Sonntag vom 3.12.17): Er bezahlte für die Villa 35 Millionen Euro, nachdem ein unabhängiges gerichtliches Gutachten den Wert auf gut 31 Millionen Euro geschätzt hatte. Mehr als sechs Jahre später eröffnete das Untersuchungsrichteramt in Nizza Ende 2014 die Voruntersuchung gegen Studhalter wegen Verdachts auf Geldwäscherei und Steuerbetrug. Grund: Der tatsächliche Kaufpreis der Villa habe 127 Millionen Euro betragen. Studhalter wehrte sich in einem ersten Anlauf erfolgreich gegen die Vorwürfe. Nach einem Wechsel im Untersuchungsrichteramt kamen die Beschuldigungen im März 2017 aber erneut auf den Tisch. Die Villa wurde am 22. Mai beschlagnahmt.

Kein Verfahren gegen Studhalter in der Schweiz

Zwischenzeitlich war auch von Ermittlungen in der Schweiz die Rede. Studhalter gehört nach eigenen Angaben aber nicht zu den Beschuldigten. Vielmehr gehe es um ein Verfahren der französischen Behörden gegen die Verkäufer der fraglichen Villa wegen möglichen Steuerdelikten, hatte Studhalter im Dezember auf Anfrage unserer Zeitung erklärt. Weil ein Teil dieser Familie Wohnsitz im Wallis habe, habe Frankreich die Schweiz um Rechtshilfe ersucht. In diesem Verfahren habe er den Walliser Behörden die gewünschte Einsicht in die Verkaufsdokumente gewährt, sagte Studhalter.

Der Fall sorgte auch wegen familiärer und geschäftlicher Verbindungen im Fussballgeschäft für Schlagzeilen. Studhalters Bruder Philipp präsidiert den FC Luzern. Geschäftspartner Kerimow hat viel Geld in den FC Anzhi Makhachkala in Dagestan investiert. Und im vergangenen November ging Alexander Studhalter mit dem FC-Basel-Präsidenten Bernhard Burgener eine Partnerschaft ein, um die Constantin Medien zu übernehmen. Im Fussballgeschäft will sich Alexander Studhalter aber nicht finanziell engagieren.


Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.