Abgas-Skandal
Noch immer warten in der Schweiz 75% der VW-Fahrer auf die versprochene Rückrufaktion

Am 18. September 2015 wurde der Skandal bei Millionen von VW-Kunden bekannt. Die Stiftung für Konsumentenschutz zieht nun, beinahe ein Jahr danach, eine Bilanz zum Vorgehen von VW: Die gemachten Versprechen des Konzerns seien Schall und Rauch.

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Ein Jahr später: Die Stiftung für Konsumentenschutz zieht eine «desaströse» Bilanz für den Umgang von VW.

Ein Jahr später: Die Stiftung für Konsumentenschutz zieht eine «desaströse» Bilanz für den Umgang von VW.

KEYSTONE/DPA / EPA FILE/JULIAN STRATENSCHULTE

Gemäss dem Schweizer Konsumentenschutz SKS warten in der Schweiz noch immer 75% der betroffenen Fahrzeughalter auf konkrete Informationen sowie einen Rückruf zwecks Update der Betrugssoftware.

Laut dem schweizerischen Generalimporteur AMAG steht mittlerweile Ersatzsoftware für rund 46'000 Wagen bereit – insgesamt sind jedoch 175'000 Wagen in der Schweiz betroffen. Von diesen seien wiederum lediglich 16'000 Autos nachgerüstet, wie die SKS in einer Medienmitteilung vom Mittwoch schreibt.

Rund drei Viertel der Betroffenen haben von AMAG seit dem letzten Winter keine weiteren Informationen erhalten, dies, obwohl die AMAG unbürokratische Hilfe versprochen habe. «Doch dies geschah oft nur unter Drohung oder teilweise nach Vermittlung durch die SKS», schreibt der Konsumentenschutz weiter.

Der Abgasskandal erschütterte den den VW-Konzern:

Holzbox mit dem VW-Logo in Hannover.
10 Bilder
VWs bei einem Händler in Alexandria (USA).
VW bei einem Händler in Virginia (USA).
Josh Van Eaton, Jurist beim amerikanischen Justizdepartement, verlässt das Gericht nach den Hearings mit Volkswagen in San Francisco.
VW-CEO Matthias Müller.
VW-Logo.
VW-Skandal
Elizabeth Cabraser führt die VW-Juristen in einem Gerichtsverfahren gegen VW an.
Robert Giuffra, VW-Jurist in San Francisco.
VW bei einem Händler in Woodland Hills, Kalifornien.

Holzbox mit dem VW-Logo in Hannover.

Keystone

Der Autokonzern VW, sowie der schweizerische Generalimporteur halten nach wie vor fest, dass mit dem Software-Update das Problem in Europa erledigt sei. Dies sei auch der Grund, dass bisher keine Verhandlungen mit der Stiftung «Volkswagen Car-Claim» aufgenommen wurden.

Diese bündle über 100'000 Geschädigte aus 28 europäschien Ländern, darunter auch 1700 Schweizer, und bereite mehrer Verfahren gegen VW vor, so die SKS. Unter anderem habe die Stiftung in San Francisco ein Offenlegungsverfahren eröffnet – und verlangen, dass die Dokumente, die der amerianischen Behörden vorliegen, auch für Europa zugänglich sein sollen. (hug)