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Nokia meldet sich im Schweizer Handy-Markt zurück

Apple und Samsung sind die unangefochtenen Platzhirsche auf dem Schweizer Handy-Markt. Hinter ihnen haben sich mittlerweile der chinesische Hersteller Huawei und ein alter Bekannter etabliert.
Rainer Rickenbach
Arto Nummela, CEO von HMD Global, zeigt das neue Nokia. (Bild: Emilio Morenatti/Keystone (26. Februar 2017))

Arto Nummela, CEO von HMD Global, zeigt das neue Nokia. (Bild: Emilio Morenatti/Keystone (26. Februar 2017))

Totgesagte leben länger. Als Apple vor elf Jahren den Smartphone-Markt mit seinen iPhones aufrollte und Samsung von Korea aus mit hochwertigen Geräten auf die Erfolgsspur fand, schien das Ende des einstigen Weltmarktführers Nokia besiegelt zu sein. Der Technologiekonzern Microsoft musste dem in finanzielle Schieflage geratenen Finnen aus der Patsche helfen. Schliesslich war es der finnische Elektronikhersteller HMD Global, der Nokia vor fünf Jahren neues Leben einhauchte.

Die ersten klobigen Modelle von Nokia sind heute Kult. Aber auch die neusten Modelle aus Finnland finden in der Schweiz ihre Käufer. Gemäss einer repräsentativen Umfrage des Internet-Vergleichsdienstes Comparis mauserten sich die Geräte aus Finnland in diesem Monat zur Nummer vier auf dem Schweizer Markt (siehe Grafik unten). Mit drei Prozent Marktanteil sind die Spitzenreiter Apple und Samsung für die Finnen zwar ausser Reichweite. Doch Nokia hat immerhin aus der Versenkung herausgefunden.

Nokia hat eine starke Marke und ist gut positioniert

Für die Rückkehr von Nokia seien vor allem zwei Ursachen verantwortlich, sagt Telekom-Experte Jean Claude Frick. «Die Marke Nokia verfügt zum einen nach wie vor über eine grosse Strahlkraft. Selbst für die Jungen, die die Blütezeit dieser Handys nicht miterlebt haben, ist sie ein Begriff», sagt Frick. Zum anderen bewege sich das Unternehmen in einem Qualitäts- und Preissegment, das in der Schweiz sehr gut ankomme. «Die And­roid-Modelle in der Preisklasse von 250 bis 500 Franken sind auf den Schweizer Markt zugeschnitten. Billighandys für 100 Franken gelten hier als minderwertig, und mehr als 1000 Franken wollen sich die wenigsten Konsumenten ein Smartphone kosten lassen.» Vor allem die Nokia 5 und 6 finden guten Absatz.

Die beiden Spitzenreiter Apple (iPhone) und Samsung ­haben sich im Vorjahresvergleich unterschiedlich geschlagen. Die Amerikaner legten drei Prozent Marktanteil zu, die Koreaner büssten gleich viel ein. «Beide ­haben sich ihre Spitzenpositionen hart erarbeitet», sagt Frick. Apple komme die hohe Kaufkraft in der Schweiz entgegen. Sie mache die Premiumprodukte hier für einen grösseren Bevölkerungsteil erschwinglich als in anderen Ländern. Frick: «Kommt hinzu, dass Apple schon früh mit seinem Notebook präsent war. Die Marke war also schon gut eingeführt, als die iPhones auf den Markt ­kamen.» Der Weltmarktführer Samsung begann vor über 20 Jahren, mit günstigen Angeboten den Handy-Markt aufzumischen. Inzwischen schlagen sich die Smartphones des südkoreanischen Mischkonzerns auch in den mittleren und oberen Preisklassen erfolgreich. Frick: «Samsung verfügt preislich über eine breite ­Palette und ist auch für Nutzer interessant, die nicht viel Geld für ein Gerät ausgeben wollen.»

Nach Einschätzung des Telekom-Experten dürfte es Samsung indes schwerfallen, die Nummer zwei hinter Apple zu bleiben. «Apple gilt als Premiumprodukt, als teuer und gut. Die Amerikaner dürften ihre Spitzenposition in den nächsten paar Jahren verteidigen können. Doch der chinesische Technologiekonzern Huawei kann inzwischen locker mit Samsung mithalten. Er dürfte in der Schweiz mit seinen Produkten im mittleren Preissegment weiter zulegen. Es würde mich nicht überraschen, wenn Huawei in zwei oder drei Jahren auf dem Schweizer Markt Samsung hinter sich lässt», ist Frick überzeugt.

Huawei erobert den Weltmarkt

Die Chinesen verfügen über ­einen stark wachsenden Heimmarkt und haben alleine im ­zweiten Quartal dieses Jahres weltweit fast 50 Millionen Smartphone-Geräte verkauft. Das kommt im Vorjahresvergleich einem Wachstum von mehr als 13 Prozent gleich. Mit der verkauften Stückzahl verwiesen sie Apple auf dem Weltmarkt auf den dritten Platz. Genau gleich wie Samsung ist Huawei heute in allen Preisklassen präsent. Die Koreaner stehen zwar nach wie vor an der Spitze, doch ihre Verkäufe stagnieren, sie ­verlieren Marktanteile in erster Linie an Huawei.

Frick: «Der schnelle Vormarsch von Huawei ist umso erstaunlicher, weil die Firma auf dem amerikanischen Markt behindert wird und dort nicht Fuss fassen kann.» Was die Rentabilität angeht, liegt indes Apple weit vorne. «Auf die Amerikaner entfallen 50 bis 70 Prozent der Gewinne, die in der Branche erzielt werden», schätzt Frick.

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