Pharma
Novartis-Chef Joe Jimenez kassiert fürs letzte Jahr 13,23 Millionen

Der Chef der Novartis Joe Jimenez erhielt für seine Tätigkeiten im vergangenen Jahr über 13,2 Millionen Franken. Von allen Verwaltungsratsmitgliedern kassierte Daniel Vasella mit knapp 3 Millionen am meisten ab, obwohl er nur bis Februar im Amt war.

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Novartis-CEO Joe Jimenez und Daniel Vasella (Archiv)

Novartis-CEO Joe Jimenez und Daniel Vasella (Archiv)

Keystone

13,23 Mio. Fr. hat Novartis seinem Geschäftsführer Joseph Jimenez für dessen Tätigkeiten im vergangenen Jahr bezahlt. Damit hat sich dessen Lohn gegenüber dem Vorjahr kaum verändert. Im Betrag enthalten sind neben einem Fixgehalt von 2,06 Mio. Fr. variable Vergütungen aus kurz- und langfristigen Anreizprogrammen.

Die zweithöchste Entschädigung wurde an Pharmachef David Epstein ausbezahlt, der insgesamt 9,27 Mio. Dollar erhielt, was rund 8,32 Mio. Fr. entspricht. Drittbestbezahlter Novartis-Manager ist Mark C. Fishman, der dem Novartis-Institut für Biomedizinische Forschung vorsteht. Er erhielt 7,54 Mio. Dollar, was 6,77 Mio. Fr. entspricht.

Der gesamten aus elf Personen bestehenden Novartis-Geschäftsleitung wurden für das vergangene Jahr Entschädigungen in der Höhe von 67,7 Mio. Fr. ausbezahlt. Dies geht aus dem am Mittwoch veröffentlichten Geschäftsbericht des Pharmakonzerns hervor.

Von allen Verwaltungsratsmitgliedern erhielt der frühere Präsident Daniel Vasella nach wie vor die höchste Entschädigung. Für seine Tätigkeit als Verwaltungsratspräsident wurden ihm insgesamt 2,98 Mio. Fr. ausbezahlt - obwohl er nur bis Ende Februar im Amt war. Jörg Reinhardt, der seit August im Amt ist, erhielt 1,90 Mio. Franken.

Nach seinem Rücktritt unterstützte Vasella den von Februar bis Juli amtierenden Verwaltungsratspräsidenten Ulrich Lehner sowie den ab August eingesetzten Reinhardt. Für diese Leistungen - zusammen mit gewissen anderen Zahlungen - erhielt Vasella zusätzlich insgesamt 5,1 Mio. Franken, wodurch seine Gesamtentschädigung für das vergangene Jahr 8,08 Mio. Fr. beträgt.

Umsetzung der Abzocker-Initiative

Nach heftigen Medien-Reaktionen hatte Vasella im vergangenen Jahr auf ein Entschädigungspaket in der Höhe von 72 Mio. Fr. verzichtet. Die Debatte um diesen Betrag dürfte der im März vom Volk angenommenen Abzocker-Initiative von Thomas Minder den Weg geebnet haben.

Mit den Folgen der Annahme muss sich nun auch Novartis herumschlagen. "Die Minder-Initiative hat angesichts des grossen Zuspruchs in der Bevölkerung eine hohe Legitimation", sagte Felix Ehrat, Chefjurist bei Novartis, in einem am Mittwoch auf der Novartis-Webseite veröffentlichten Interview.

Novartis setze deshalb alles daran, die Initiative innerhalb der vom Gesetzgeber gesetzten Frist - das heisst bis 2015 - umzusetzen. "Es muss aber auch gesagt werden, dass die teilweise neuen Regelungen vor allem von angelsächsischen Investoren, die mit der Debatte in der Schweiz weniger vertraut sind, nicht oder nur schwer verstanden werden", sagte Ehrat.

Novartis führe deshalb intensive Gespräche mit den wichtigsten Aktionären, um ihnen die neue Situation zu erklären und Lösungsvorschläge zu evaluieren. Bis 2015 solle eine nachhaltige Lösung im besten Interesse des Unternehmens und seiner Anspruchsgruppen erarbeitet werden, sagte Ehrat.

Die Umsetzung solle zudem gestaffelt erfolgen, sagte Ehrat am Mittwoch vor den Medien. Daher werden die Aktionäre bereits an der bevorstehenden Generalversammlung am 25. Februar konsultativ zu den Vergütungen des Verwaltungsrats und der Geschäftsleitung befragt. Daniel Vasellas Entschädigung werde allerdings nicht Bestandteil dieser konsultativen Abstimmung sein, sagte Ehrat.