Novartis-Abbau
Novartis-Schweiz-Chef: «Keine Stellen in der Forschung betroffen»

Der Pharmamulti Novartis kündete am Dienstag an, dass er in Basel 500 Stellen abbauen wird. Pascal Brenneisen, Chef von Novartis Schweiz, erklärt im Interview, was das für den Standort Basel bedeutet und wie die Folgen fürs Campus-Projekt sind.

Nicolas Drechsler
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Pascal Brenneisen, Chef Novartis Schweiz:

Pascal Brenneisen, Chef Novartis Schweiz:

Kenneth Nars

Herr Brenneisen, warum diese Umschichtung?

Pascal Brenneisen: Hier ist es wichtig, das Umfeld zu sehen: 2013 haben wir nur in der Schweiz als Novartis 750 Stellen geschaffen. Derzeit arbeiten 15'000 Menschen für Novartis in der Schweiz. Wir sehen nun voraus, dass wir per Ende 2014 immer noch gleich viele Beschäftigte haben werden. Nach einem Stellenwachstum in den letzten Jahren wird es in diesem Jahr keinen Zuwachs geben.

Was heisst das für Basel?

Das sind nun erst mal Pläne, wir sind jetzt im Konsultationsverfahren mit den Arbeitnehmervertretern und der Management-Population. Es ist noch nicht die letzte Klarheit da, wie viele Stellen betroffen sein werden. Wir suchen nun Lösungsansätze für die Betroffenen. Als wir 2011 ebenfalls einen Umbau angekündigt haben, konnten wir für über 400 der Betroffenen eine gute Lösung finden. Von den 500 im Jahr 2011 betroffenen Mitarbeitern konnten wir rund die Hälfte intern neu platzieren. In 31 Prozent der Fälle wurden Frühpensionierungen ausgesprochen. Von den restlichen 20 Prozent konnte ein Drittel vor Ablauf der Kündigungsfrist ausserhalb des Unternehmens eine neue Stelle finden. Wir haben gut funktionierende Strukturen und versuchen, möglichst viele Stellen über Frühpensionierungen und interne Weitervermittlungen abzubauen. Wir haben für jene Mitarbeiter, für die keine Lösung gefunden werden kann, grosszügige Sozialpläne.

Welche Bereiche sind betroffen?

Konkret sprechen wir über die Bereiche Supportfunktionen, globale Produktestrategie und administrative Supportfunktionen, alle in der Pharma. Wir schaffen aber auch Stellen in Basel, vor allem in der Wirkstoffentwicklung der Onkologie und im technischen Betrieb. Wie gesagt, es sind keine Stellen in der Forschungsorganisation betroffen.

Hat das Folgen für den Campus?

Das Campusprojekt schreitet planmässig voran, drei Gebäude sind in der Konstruktionsphase und können im Verlaufe des Jahres oder Anfang 2015 in Betrieb genommen werden. Der Verwaltungsrat hat zudem den Planungskredit für die nächste Planungsphase genehmigt. Das heisst, das Projekt Campus wird wie geplant vorangebracht.

Hängt der Entscheid mit der Strategie des neuen Präsidenten zusammen, alle Prozesse zu überprüfen?

Nein. Diese Entscheide sind Konsequenzen aus dem dynamischen Umfeld im Gesundheitswesen. Wir müssen Ressourcen verlagern, weil wir vier neue grosse Produkte haben, wir müssen umschichten, um für die Zukunft gewappnet zu sein.

2011 sollte Nyon geschlossen werden, nun wird ausgebaut. Was hat sich geändert?

Hier hat ein erfolgreiches Konsultationsverfahren Früchte getragen. Es ist uns zusammen mit Gewerkschaften, Gemeinde, Kanton und Bund gelungen, das Werk nicht nur zu halten, sondern es jetzt sogar auszubauen.