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Kommentar

Nur ein Feigenblatt

Glencore muss der US-Justiz Nachweise über Geschäfte in Afrika liefern. Es drohen Sanktionen. Der Zuger Rohstoff-Gigant braucht einen Wandel.
Roman Schenkel
Roman Schenkel

Roman Schenkel

In ihrem Nachhaltigkeitsbericht schreibt Glencore von sauberen Geschäften, renaturierten Minen und Ausbildungsprogrammen für die Bevölkerung vor Ort. Gewiss, Glencore hat in all diesen Bereichen Fortschritte gemacht, ist transparenter geworden, hat sich auch kritischen Fragen gestellt. Doch das Image, welches in der Hochglanzbroschüre transportiert wird, und die Realität klaffen bei Glencore weit auseinander. Der Nachhaltigkeitsbericht ist nicht mehr als ein Feigenblatt.

Das Zuger Unternehmen operiert in einer der korruptionsanfälligsten Branchen – und dies in den mutmasslich korruptesten Ländern der Welt. Lange Zeit hat sich Glencore gar auf die Fahnen geschrieben, auch in denjenigen Regionen Deals zu machen, vor welchen die Konkurrenz zurückschreckt. Nun scheint es, als könnte sich Glencore genau dort die Finger verbrannt haben. Diese Woche haben die US-Behörden Einsicht ins Geschäftsgebaren von Glencore in der Demokratischen Republik Kongo, Nigeria und Venezuela gefordert.

Nach der jahrelangen zwar lauten, aber oft wirkungslosen Kritik von Nichtregierungsorganisationen, Medienberichten über Menschenrechtsverletzungen und lauwarmen Forderungen der Schweizer Politik nach «integrem und verantwortungsvollem Verhalten» werden die Dinge für Glencore nun plötzlich unangenehm. Zwar gilt für Glencore die Unschuldsvermutung, eine Vorladung der US-Justiz heisst noch lange nicht, dass es auch zu Sanktionen kommen wird. Dennoch müssten an der Firmenspitze die Alarmglocken schrillen. Zügelt Glencore nicht bald ihren Risikoappetit in schwierigen Regionen, wird das Unternehmen grossen Schaden nehmen.

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