Obwaldner Kantonalbank präsentiert Rekordzahlen

Der Bruttogewinn wuchs im vergangenen Jahr um fast 20 Prozent. Der Kanton Obwalden erhält über 10 Millionen Franken.

Maurizio Minetti
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Innenansicht der Filiale der Obwaldner Kantonalbank in Alpnach.

Innenansicht der Filiale der Obwaldner Kantonalbank in Alpnach.

Bild: Samuel Büttler

Von einem «ausgezeichneten Ergebnis» sprach Bankratspräsident Daniel Dillier am Dienstag bei der Präsentation der Jahreszahlen der Obwaldner Kantonalbank in Sarnen. Tatsächlich erwirtschaftete die Bank letztes Jahr zum Teil Rekordzahlen, nachdem die volatilen Märkte ein Jahr zuvor das Ergebnis der Bank erheblich belastet hatten.

2019 war der Bruttogewinn in der Höhe von über 33 Millionen Franken so hoch wie noch nie. Dank des Wachstums bei der Liquidität und im Kreditbereich legte die Bilanzsumme um 8,6 Prozent zu und übertraf damit erstmals die 5-Milliarden-Grenze (siehe Tabelle).

Eine Premiere gibt es nun auch für die Besitzer der Partizipationsscheine. Dank des sehr guten Jahresergebnisses und der komfortablen Eigenmittelausstattung zahlt die Bank erstmals eine Dividende von 36 Prozent pro Partizipationsschein aus. Dies entspricht einer Rendite von 3,29 Prozent bei einem Jahresendkurs von 1095 Franken. Der Kanton Obwalden erhält mehr als 10 Millionen Franken als Gewinnausschüttung und Abgeltung der Staatsgarantie.

Die guten Zahlen seien das Ergebnis von «harter und konsequenter Kostendisziplin», erklärte Dillier. Ausserdem hätten auch die Bewertungserfolge im Handelsgeschäft und in den Finanzanlagen sowie das stabile Zinsergebnis dazu beigetragen. In Kerngeschäften mit den Zinsen konnte die Bank netto um 0,6 Prozent zulegen. Die Margen bleiben in Zinsdifferenzgeschäft aber wegen der Negativzinsen weiterhin unter Druck, wie CEO Bruno Thürig sagte. Die erhaltenen Negativzinsen von institutionellen Kunden hätten den Zinsaufwand aber immerhin deutlich reduziert, sagte er. Bei Privatpersonen seien Negativzinsen nur vereinzelt zur Anwendung gekommen.

Bank ist trotz Projekten kosteneffizient unterwegs

Wie andere Banken baut auch die Obwaldner Staatsbank weitere Standbeine auf, um die Abhängigkeit vom Zinsgeschäft zu reduzieren. Thürig erklärte, man habe massiv in die Digitalisierung investiert. Er schätzt den Aufwand für digitale Innovationen allein im vergangenen Jahr auf 3 bis 4 Millionen Franken.

Die Bank hat unter anderem die Zahl-App Twint ausgebaut und die Entwicklung eines neuen Online-Portals für die Kontoeröffnung vorangetrieben. Dieses soll im Verlauf des Jahres lanciert werden. Der neue Leiter Privat- und Firmenkunden Christophe Racine erklärte, dass Filialen trotz dieser Investitionen ins Digitale ein wichtiger Pfeiler bleiben. Das Rollenbild der physischen Standorte werde sich aber verändern; weg von einem Ort der Transaktionen hin zu einem Ort für den Erstkontakt mit dem Kunden. Ausbauen will die Bank auch das Geschäft mit der Vorsorge.

Diese und andere Projekte drücken aber auf den Geschäftsaufwand, der sich im Vorjahresvergleich um 4,3 Prozent auf 31,53 Millionen Franken erhöht hat. Wird der Geschäftsaufwand ins Verhältnis zum Bruttoerfolg gesetzt, zeigt sich aber, dass die Bank mit einer Cost-Income-Ratio von 48,8 Prozent kosteneffizient unterwegs ist.

Für das laufende Jahr erwartet die Obwaldner Kantonalbank trotz des zunehmenden Drucks ein gutes, wenn auch eher tieferes Ergebnis als im vergangenen Jahr, wie Dillier sagte. 2020 wird die Bank auch die Arbeiten am neuen Hauptsitz vorantreiben. Im Herbst 2021 ist der Einzug in den Neubau geplant.