Outdoor
Odlo und Mammut haben ein Herz für ihre Mitarbeiter

Eine Studie zeigt: Schweizer Outdoor-Ausrüster Mammut und Odlo gewähren ihren Arbeitnehmern vorbildliche Arbeitsbedingungen und auch das soziale Engagement lässt sich sehen.

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Mammut

Mammut

Keystone

Sven Millischer

Ob Trekkingschuhe, Regenjacke oder Funktionsunterwäsche – die Outdoor-Ausrüster kennen keine Krise. Auch 2009 wuchs der Branchenumsatz in Europa um zwei bis drei Prozent auf über 8 Milliarden Franken. Dass der Frischluft-Boom nicht zulasten der Näherinnen in den Schwellenländern geht, dafür setzt sich die Clean Clothes Campaign (CCC) ein. Die Kampagne für «saubere Kleidung» untersucht jährlich die Arbeitsbedingungen in lokalen Konfektionsbetrieben, welche Textilien für bekannte Outdoor-Firmen fertigen.

Die aktuelle Studie umfasst dabei Zulieferer von fünfzehn international bekannten Marken – von C wie Columbia bis V wie Vaude. Dabei schneiden die beiden Schweizer Outdoor-Bekleider vorbildlich ab. «Mammut und Odlo nehmen bei der sozialen Nachhaltigkeit in der Outdoorbranche eine Vorreiterrolle ein», sagt Christa Luginbühl von der Entwicklungs-Organisation Erklärung von Bern.

Näherin in El Salvador verdient 143 Dollar

So sind beide Firmen seit zwei Jahren Mitglieder der Verifizierungsstelle Fair Wear Foundation (FWF). Deren Verhaltenskodex gilt als schärfster und umfassendster der Branche. Er schreibt u.a. eine unabhängige Beschwerdemöglichkeit bei arbeitsrechtlichen Verstössen vor und verpflichtet seine Mitglieder, existenzsichernde Löhne bei den Lieferanten durchzusetzen. Denn in den Produktionsländern Asiens und Mittelamerikas reicht der gesetzlich vorgeschriebene Mindestlohn häufig nicht zum Leben. So verdient eine Näherin in El Salvador 143 Dollar im Monat, würde aber das Vierfache benötigen, um eine vierköpfige Familie zu ernähren.

Auch sieht der FWF-Kodex regelmässig unangekündigte Besuche bei den Lieferanten vor. Damit soll vermieden werden, dass die Fabrikbesitzer gewarnt sind und beispielsweise vorab Schutzbekleidung unter den Arbeitern verteilen oder diese gezielt vor Befragungen einschüchtern. Weiter haben FWF-Mitglieder wie Mammut oder Odlo sicherzustellen, dass ihre Einkaufspolitik die Arbeitsbedingungen vor Ort verbessert.

Dies fängt bei einer vernünftigen Planung an: Je früher die Bestellung erfolgt, desto geringer der Lieferdruck und desto humaner die Arbeitsbedingungen für die Näherinnen. Diese müssen nämlich häufig ein gewisses Tagessoll erfüllen, was eine realistische Massgabe bedingt. Um die Rolle der Einkäufer zu kontrollieren, sieht die FWF regelmässig Anhörungen vor. Auch hier sind die hiesigen Bekleider top: «Die grosse Anzahl an Audits im 2009 zeigt ein starkes Engagement von Mammut», heisst es in der Studie. So hat die Firma über zwei Drittel seiner Lieferanten überprüft, während die FWF im ersten Jahr bloss 40 Prozent vorschreibt.

Engagement zahlt sich aus

Langfristige Lieferantenbeziehungen und soziales Engagement zahlen sich für Outdoor-Firmen auch finanziell aus, sagt Christa Luginbühl: «Wer über Jahre hinweg ein Vertrauensverhältnis zu Lieferanten aufbaut, spart sich Suchkosten, kann in den Fabriken Positives bewirken und eher auf gleichbleibende Qualität zählen.»