«Offener kommunizieren»

Unter der Leitung von Niklaus Bleiker hat die SVC-Expertenjury sechs Firmen für die Endrunde des SVC-Unternehmerpreises Zentralschweiz 2012 nominiert. Eine aufwendige Arbeit.

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Niklaus Bleiker, Landammann und Volkswirtschaftsdirektor des Kantons Obwalden, leitet das zwölfköpfige Gremium der SVC-Expertenjury. (Bild: PD)

Niklaus Bleiker, Landammann und Volkswirtschaftsdirektor des Kantons Obwalden, leitet das zwölfköpfige Gremium der SVC-Expertenjury. (Bild: PD)

Niklaus Bleiker, wo liegt der Reiz dieses Präsidiums?
Als Volkswirtschaftsdirektor bin ich regelmässig in Kontakt mit den Unternehmungen im Kanton. Dabei erlebe ich, wie vielfältig deren Betätigungsfelder sind. Und wie sich die Firmen mit Innovationen ständig neu in den sich verändernden Märkten ausrichten. Dies sind Tatsachen, die der Bevölkerung zu wenig stark bewusst sind. Mit dem SVC-Unternehmerpreis werden die Scheinwerfer auf diese Unternehmungen gerichtet. Deshalb engagiere ich mich gerne dafür.

Der Zeitaufwand für die Juryarbeit ist nicht unerheblich.
Mir liegt die Entwicklung der Wirtschaft in der Zentralschweiz sehr am Herzen. Als Volkswirtschaftsdirektor bin ich überzeugt, dass der Werkplatz Schweiz trotz aller Herausforderungen eine gute Zukunft hat. Wenn ich mit der Teilnahme in der Jury dazu einen kleinen Beitrag leisten kann, mache ich das gerne. Die notwendige Zeit dafür muss ich mir halt an der Freizeit absparen.

Was zeichnet das preiswürdige Unternehmen aus?
Die Vorgaben sind in einem Kriterienkatalog festgeschrieben: Der SVC nominiert Unternehmen, die über einen überdurchschnittlichen Erfolgsausweis, eine stabile Verankerung in der Region, überzeugende Zukunftsaussichten und ein positives Erscheinungsbild verfügen. Das sind hohe Ansprüche! Und trotzdem gibt es alle zwei Jahre eine lange Liste von Firmen, die diese Anforderungen erfüllen.

Wie geht die Jury ganz praktisch vor?
Es gibt einen detaillierten Fragenkatalog, den die Mitglieder unseres Gremiums über potenzielle Finalisten beantworten. Daraus erstellt die Gesamtjury eine Prioritätenliste mit Firmen, welche in einer zweiten Runde vertieft betrachtet werden. Die so ermittelten besten sechs werden anschliessend von der Jury persönlich vor Ort besucht und nach einem detaillierten Schema beurteilt.

Wie erleben Sie den Unternehmergeist der Finalisten?
Wie der geschilderte Ablauf zeigt, geht der Nomination eine strenge Selektion voraus. So überrascht es nicht, dass der Besuch an den Geschäftssitzen jeweils Einblicke in sehr gut geführte und am Markt überzeugend auftretende KMU erlaubt. Es ist immer wieder eine Freude zu sehen, wie hervorragend diese Unternehmen aufgestellt sind. Wir erleben sehr motivierte Mitarbeitende und Kadermitglieder, welche sich gesteckten Zielen im schwierigen heutigen Umfeld mit grosser Konsequenz stellen.

Was hat Sie bei den sechs Finalisten besonders beeindruckt?
Sicher die Breite der Betätigungsfelder. Zudem sind unter den Finalisten Unternehmen, die sich mit traditionellen Werkstoffen innovativ und konkurrenzfähig am Weltmarkt durchsetzen. Und: Mich beeindruckt das enorme und spürbare Engagement auf allen Ebenen!

Wo sehen Sie bei den KMU Nachholbedarf?
«Tue Gutes und sprich darüber!» Viele Firmen leisten Hervorragendes, sind weltweit mit Erfolg tätig, und dennoch kennt man sie kaum. Die Firmenchefs konzentrieren sich lieber auf ihre Kerntätigkeit, als darüber zu offensiv zu berichten. Dabei würden sie sich – mit vermehrter Präsenz in der Öffentlichkeit – selbst helfen. Zum Beispiel bei der Rekrutierung von Mitarbeitenden und Fachpersonal. Zusätzliche Publizität wäre für den Werkplatz Schweiz vorteilhaft. Dadurch würde bekannter, dass unser Hochlohnland Schweiz bestens bestehen kann, auch bei ständig intensivierter, weltweiter Konkurrenz.

Weshalb benötigt unser Land Organisationen wie den Swiss Venture Club?
Der SVC ermöglicht es Unternehmen, an die breite Öffentlichkeit zu treten. Denn eine solche Preisverleihung stärkt den Wirtschaftsstandort Schweiz. Sie zeigt auf, wie vielfältig unser Werkplatz ist. Die vergebenen Auszeichnungen motivieren die Firmenleitungen wie auch die Mitarbeitenden: Beide erhalten die Anerkennung für eine vielfach schon jahrelange, erfolgreiche Tätigkeit. Und die Preisverleihung spornt andere Unternehmen an, die eigene Exzellenz voranzutreiben.

Ihre Botschaft an die Finalisten des SVC-Unternehmerpreises Zentralschweiz 2012?
Alle sechs Unternehmen haben den ersten Preis verdient. Nur schon die Finalrunde geschafft zu haben, ist eine grosse Auszeichnung. Ich gratuliere allen nominierten Unternehmen für das Geleistete und die Bereitschaft, sich diesem Wettbewerb zu stellen!

Interview Daniela Flückiger