Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Hapimag: Offenlegung bleibt Knackpunkt

Ein wenig Tauwetter herrscht in der vereisten Beziehung zwischen Aktionären und Management von Hapimag. Das Pièce de Résistance aber bleibt, die Offenlegung der Geschäftszahlen der einzelnen Ferienresorts.
Raphael Bühlmann
Hapimag-CEO Hassan Kabdi an der Generalversammlung 2018. (Bild: Stefan Kaiser (Baar, 25. April 2018))

Hapimag-CEO Hassan Kabdi an der Generalversammlung 2018. (Bild: Stefan Kaiser (Baar, 25. April 2018))

Eines kann man der neuen Führung von Hapimag wahrlich nicht unterstellen. Fehlendes Engagement. Man bemüht sich redlich um die Gunst von Öffentlichkeit und Aktionären. Und doch. Die Anstrengungen des in den vergangenen Monaten wesentlich verjüngten Managements (vgl. Kasten) verpuffen zu einem grossen Teil. Denn sie wiegen schwer, die Altlasten eines vielleicht etwas nachlässigen Stakeholdermanagements – und das ist gerade für das Geschäftsmodell von Hapimag fatal. Die Aktionäre des in Steinhausen domizilierten Feriendienstleister sind gleichzeitig deren Kunden. Eine Kombination, die den Eignern gleich doppeltes Gewicht verleiht. Und dieses werfen sie derzeit in die Waagschale, um ihre Forderungen durchzusetzen.

Ende April beschloss die Generalversammlung mit deutlicher Mehrheit, eine Sonderprüfung durchzuführen. Zu günstig verkaufte Immobilien, eine befremdlich negative Eigenkapitalentwicklung oder intransparente Rechnungslegung, lautet der konkrete Vorwurf der grössten Aktionärsvertretung, der Hapimag-Ferienclub für Aktionäre (HFA). Sollte das Gericht tatsächlich zum Schluss gelangen, dass die Führung von Hapimag nicht im Interesse der Aktionäre gewirtschaftet hat, droht dem Verwaltungsrat und der Revisionsstelle KPMG eine Verantwortlichkeitsklage. Seither setzte die Hapimag-Führung zur Charme-Offensive an.

HFA fordert volle Transparenz

Regelmässige Medienorientierungen, zahlreiche Gespräche mit Aktionären oder ein monatlicher Blog-Beitrag von CEO Hassan Kabdi zählen dazu. Massnahmen, die ihre Wirkung nicht verfehlten. «Wir sind uns nähergekommen», bestätigt Rudolf Andermann, stellvertretender Obmann der HFA. Doch wie überall, so gelte auch für diese Beziehung: einst verlorenes Vertrauen lasse sich nur sehr langsam wiederherstellen. «Jetzt wo sie müssen, kommen sie auf uns zu», sagt Andermann, der gegenüber unserer Zeitung ebenfalls unmissverständlich klarmacht, dass man unter keinen Umständen gewillt ist, von den gestellten Forderungen abzurücken. «Wir wollen volle Transparenz», sagt er. Konkret geht es der HFA um die Offenlegung der Geschäftszahlen für die einzelnen Resorts. Der Verwaltungsrat hat dieses Anliegen diskutiert und verworfen. Mit einer Offenlegung würde eine rote Linie im Sinn der Wahrung der Geschäftsinteressen überschritten, so die Begründung. Man fürchtet unerwünschten Einblick der Konkurrenz. Für die HFA ist mit dem Entscheid klar: «Solange man uns nur erklärt, aber nichts belegt, werden wir auch dieses Prüfungsfeld in der Sonderprüfung durchsetzen müssen», so Andermann. Der Antrag dafür liegt nach wie vor beim Zuger Obergericht. Allerdings wurde dieser sistiert.

Die zwei Parteien evaluieren derzeit, welche Fragen des umfassend eingereichten Antrags in der Sache wirklich relevant sind. «Bei uns bindet die Prüfung erhebliche Ressourcen und wir wollen dies so schlank wie möglich abhandeln können», sagt Hapimag-Vizepräsident Stefan Schalch im Gespräch. Er schätzt die Kosten auf mehrere 100000 Franken. Bis dahin bleibt die Prüfung auf unbestimmte Zeit weiterhin sistiert, wie Rechtsanwalt Hans-Jacob Heitz, der in der Sache die HFA vertritt, erklärt. «Der Ball liegt bei den Parteien, jede einzelne kann das Verfahren wieder anstossen, wobei beide Parteien dies einvernehmlich auslösen werden.» Ziel sei es aber auch, von der HFA die Sache zu vereinfachen beziehungsweise den Fragekatalog auszudünnen, so Rechtsanwalt Heitz.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.