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Ökologische Investitionen werden lukrativer

Firmen investieren nicht mehr nur ihres guten Rufes willen in erneuerbare Energien. Inzwischen lohnt sich das auch finanziell. Uneinigkeit besteht aber darüber, ob dies auch ohne Fördermittel so wäre.
Gabriela Jordan
Ausgezeichneter Neubau: leicht gewölbtes Solar-Bogendach der Industriehalle der Pilatus Flugzeugwerke in Stans. Bild: Pilatus Flugzeugwerke AG. (Bild: PD)

Ausgezeichneter Neubau: leicht gewölbtes Solar-Bogendach der Industriehalle der Pilatus Flugzeugwerke in Stans. Bild: Pilatus Flugzeugwerke AG. (Bild: PD)

Auszeichnungen für nachhaltiges Wirtschaften sind heutzutage ­alles andere als selten. Landauf, landab werden von Stiftungen und Organisationen regelmässig Preise an Firmen verliehen, die besonders nachhaltig agieren, sei es im finanziellen, sozialen oder ökologischen Bereich. In der Zentralschweiz haben zum Beispiel die Pilatus Flugzeugwerke vergangene Woche den Schweizer Solarpreis erhalten, weil sie das Dach ihrer Industriehalle ganzflächig mit Solarmodulen ausgestattet haben. Die knapp 6000 Quadratmeter grosse Anlage ist das grösste Solarkraftwerk des Kantons Nidwalden (wir berichteten). Auch die Fenster- und Holzbaufirma 1a Hunkeler aus Ebikon wurde vor kurzem prämiert, und zwar mit dem Family Business Award. Dies, weil sie unter anderem grossen Wert aufs Energiesparen legt und beispielsweise eine Solarzellenanlage betreibt.

Des Weiteren hat die Schweizerische Umweltstiftung mit Sitz in Luzern diese Woche ihren neuen und mit 30000 Franken dotierten «Umweltpreis der Wirtschaft» lanciert. Firmen werden dabei in Zusammenarbeit mit dem Swiss Economic Forum neuerdings durch eine Fachjury nominiert, bisher konnten sie sich selber für den Preis bewerben. Zentralschweizer Unternehmen schafften es allerdings nicht ins Finale. Gewonnen hat die Firma Ecorobotix aus Yverdon-les-Bains, die eine automatische Maschine für die ökologische und wirtschaftliche Unkrautbekämpfung entwickelt hat.

Sinkende Kosten für Solaranlagen

Die Absicht hinter solchen Auszeichnungen ist natürlich, einen stärkeren Anreiz für nachhaltiges Wirtschaften zu schaffen. Gerade im Bereich der erneuerbaren Energien nimmt diese Bedeutung jedoch immer mehr ab. Denn mittlerweile nützen solche Investitionen nicht bloss der Reputation des Unternehmens, sondern zahlen sich auch finanziell aus. «Gesamtwirtschaftlich gesehen sind zum Beispiel Solaranlagen zwar nach wie vor ein schlechtes Geschäft, da sie nicht planbar sind und zu wenig einbringen», sagt Kurt Lanz, Geschäftsleitungsmitglied des Wirtschaftsverbands Economiesuisse. «Dennoch sind gerade diese Projekte unter den heutigen Rahmenbedingungen oftmals sehr rentabel, weil man an den Subventionen verdient.» Lanz schätzt, dass der Energieverbrauch aus erneuerbaren Energien in der Industrie und im Gewerbe inzwischen leicht höher als der gesamtschweizerische Wert ist (siehe Grafik). «Gleichwohl sind Auszeichnungen auch in diesem Bereich noch immer sehr wichtig», fügt er hinzu. Als Präsident der Organisation «Go for Impact» war er bei der Lancierung des Umweltpreises für Wirtschaft ebenfalls beteiligt.

Bestätigt wird die Wirtschaftlichkeit der Solarenergie von Marius Fischer, Geschäftsleiter des Ebikoner Firma BE Netz, einer der grössten Solaranlagenbetreiber der Schweiz. «Investitionen in erneuerbare Energien werden nicht nur aus nachhaltiger Motivation getätigt, sondern zunehmend und zukünftig vorwiegend aus wirtschaftlichen Gründen», sagt er. «Mit dem neuen Energiegesetz, das die Schweizer Stimmbevölkerung im Mai 2017 angenommen hat, stehen mehr Fördermittel zur Verfügung. Dank dem und dank generell sinkender Kosten für Solaranlagen kann ­Solarstrom inzwischen günstiger als der von Energieversorgungsunternehmen angebotene Strom produziert werden.»

Marius Fischer widerspricht Kurt Lanz insofern, als dass Solaranlagen auch ohne Subventionen rentabel betrieben werden können. Wie hoch die Rendite sei, hänge dabei vom konkreten Konzept und Nutzungsgrad ab.

Investitionen in die Gebäudeisolation

Laut Fischer haben Unternehmen heute längst erkannt, dass sie brachliegende Flächen wie Dächer oder Fassaden für die Energiegewinnung nutzen können. Noch wichtiger als die Produktion sei in einem ersten Schritt aber die Energieeffizienz. Um weniger Strom zu verbrauchen, investieren Unternehmen daher zum Beispiel häufig in die Gebäudeisolation. Unter ihnen ist auch die eingangs erwähnte Fenster- und Holzbaufirma 1a Hunkeler: Zeitgleich mit dem Bau der Solaranlage für 300 000 Franken hat sie für die gleiche Summe das Dach isolieren lassen. «Damit sparen wir ungefähr die Hälfte unserer Energiekosten, rund 30 000 pro Jahr», sagt Verwaltungsratsdelegierter Rolf Hunkeler. Innert zehn Jahren wäre die Anlage somit amortisiert. Zudem rechnet Hunkeler noch mit einer Einmalzahlung vom Bund von etwa 100 000 Franken für die Anlage. «Diesen Betrag wollen wir dann ebenfalls investieren, zum Beispiel in einen Ausbau der Solaranlage oder in eine Batterie.»

Wie viel Geld die Pilatus Flugzeugwerke durch ihre riesige Solaranlage sparen, lässt sich nicht genau beziffern. Wie das Unternehmen auf Anfrage mitteilt, produziert es dadurch 14 Prozent mehr Strom, als in der Industriehalle effektiv benötigt wird. Diesen Überschuss verwendet Pilatus selber in anderen Gebäuden.

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