Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Hotelbesitzer Yunfeng Gao: «Das Palace› bringt nicht mehr Carverkehr»

Der chinesische Hotelbesitzer Yunfeng Gao erklärt, warum er mehr Gästezimmer im Luzerner Traditionshotel plant, als ursprünglich vorgesehen. Trotz Verzögerungen bei der Planung soll die Sanierung des «Palace» Ende 2019 beendet sein.
Interview: Rainer Rickenbach
Alles neu: der Umbau des Palace hat begonnen. (Bild: Manuela Jans (Luzern, 5. Oktober 2018))

Alles neu: der Umbau des Palace hat begonnen. (Bild: Manuela Jans (Luzern, 5. Oktober 2018))

Yunfeng Gao, Sie haben die ursprüngliche Planung mit 110 Zimmern abgeändert. Rund die Hälfte der Zimmer waren als kleinere und grössere Suiten vorgesehen. Nun entstehen im Palace 148 Zimmer, fast alle in Standardausführung. Weshalb diese Planänderung?

Von den Erfahrungen von Hotelexperten wissen wir, dass Standardzimmer stark gefragt sind. Die Vergangenheit machte deutlich, dass unser Angebot während der Sommersaison kleiner war als die Nachfrage, und wir darum nicht allen Gästen Platz bieten konnten. Sie stehen im Fokus unserer Arbeit. Die angepasste Planung dient in erster Linie dazu, besser auf ihre Wünsche reagieren zu können. Kurz gesagt: Auf dem Markt besteht eine grössere Nachfrage, und wir wollen die Auslastung des Hauses steigern.

Die meisten Gäste in Luzern benötigen ein Zimmer für ein bis drei Nächte.

Hotelbesitzer Yunfeng Gao

Mehr Suiten würden aber höhere Preise rechtfertigen. Warum geht die Rechnung mit 50 bis 60 grosszügig angelegten Zimmern nicht auf?

Über das ganze Jahr gesehen ist die Belegung von Standardzimmern höher als bei den Suiten. Die meisten Gäste in Luzern benötigen ein Zimmer für ein bis drei Nächte in der Konstellation von Einzel- oder Doppelzimmern. Nur ein kleiner Teil der Gäste will grössere Zimmer, Suiten oder Familienzimmer. Der Gesamtumsatz mit Standardzimmern ist darum höher als mit Suiten.

Steigt die Zimmerzahl, damit mit dem «Palace» in Luzern ein weiteres Hotel mit Reisegruppen arbeiten kann?

Reisegruppen gehören sicher auch zum Zielpublikum des neuen «Palace», genauso wie VIP-Gruppen. Hotels in dieser Grösse arbeiten weltweit im Segment «Meetings and Events with Design Hotels». Hinzu kommt die Durchführung von Kongressen, Tagungen, Hochzeiten und weiteren Anlässen. Das neue «Palace» wird in Luzern aber nicht mehr Carverkehr mit sich bringen. Unsere Gäste werden auch das vorzügliche ­Angebot im öffentlichen Verkehr der Schweiz nutzen. Immer mehr internationale Individualgäste reisen ja bereits mit Bahn und Bus. Das zeigen die Zahlen von Schweiz Tourismus.

Der Umbau des Palace hat begonnen. (Bild: Manuela Jans (Luzern, 5. Oktober 2018))Der Umbau des Palace hat begonnen. (Bild: Manuela Jans (Luzern, 5. Oktober 2018))
Der Umbau des Palace hat begonnen. (Bild: Manuela Jans (Luzern, 5. Oktober 2018))Der Umbau des Palace hat begonnen. (Bild: Manuela Jans (Luzern, 5. Oktober 2018))
Der Umbau des Palace hat begonnen. (Bild: Manuela Jans (Luzern, 5. Oktober 2018))Der Umbau des Palace hat begonnen. (Bild: Manuela Jans (Luzern, 5. Oktober 2018))
Der Umbau des Palace hat begonnen. (Bild: Manuela Jans (Luzern, 5. Oktober 2018))Der Umbau des Palace hat begonnen. (Bild: Manuela Jans (Luzern, 5. Oktober 2018))
Der Umbau des Palace hat begonnen. (Bild: Manuela Jans (Luzern, 5. Oktober 2018))Der Umbau des Palace hat begonnen. (Bild: Manuela Jans (Luzern, 5. Oktober 2018))
Der Umbau des Palace hat begonnen. (Bild: Manuela Jans (Luzern, 5. Oktober 2018))Der Umbau des Palace hat begonnen. (Bild: Manuela Jans (Luzern, 5. Oktober 2018))
Der Umbau des Palace hat begonnen. (Bild: Manuela Jans (Luzern, 5. Oktober 2018))Der Umbau des Palace hat begonnen. (Bild: Manuela Jans (Luzern, 5. Oktober 2018))
Der Umbau des Palace hat begonnen. (Bild: Manuela Jans (Luzern, 5. Oktober 2018))Der Umbau des Palace hat begonnen. (Bild: Manuela Jans (Luzern, 5. Oktober 2018))
Der Umbau des Palace hat begonnen. (Bild: Manuela Jans (Luzern, 5. Oktober 2018))Der Umbau des Palace hat begonnen. (Bild: Manuela Jans (Luzern, 5. Oktober 2018))
Der Umbau des Palace hat begonnen. (Bild: Manuela Jans (Luzern, 5. Oktober 2018))Der Umbau des Palace hat begonnen. (Bild: Manuela Jans (Luzern, 5. Oktober 2018))
10 Bilder

Hotel Palace: Der Umbau hat begonnen

Geht mit den vielen Standardzimmern nicht der elegante Fünf-Sterne-Charme des 1906 eröffneten Traditionshotels verloren?

Die Grundrisse der Zimmer bleiben gleich. Die historischen Elemente des Hauses werden in enger Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege der Stadt Luzern sorgfältig restauriert und teilweise sogar in den ursprünglichen Zustand zurückversetzt. Das neue Palace wird den unverwechselbaren Charme des Hauses von 1906 ausstrahlen.

Dennoch: Was wird nach dem Umbau noch an die Belle Époque erinnern?

Die Inspirationsquelle des Jugendstils ist ja eigentlich Erneuerung. Dieser Tradition bleiben wir am besten mit innovativen Ideen treu. Die neuen und modernen Stilelemente werden sich mit den historischen Elementen wie dem Boden im Erdgeschoss und der Aussenfassade zu einem Gesamten vereinen.

Wie bearbeiten Sie die fürs «Palace» wichtigen Märkte USA und China?

Viele unserer Partner und Stammkunden haben angekündet, nach der Renovation wieder ins «Palace» gehen zu wollen. Unser Team bearbeitet aktiv diese Kontakte. Das Marketing- und Verkaufsteam für unsere Hotels in Luzern, Engelberg und auf der Frutt ist bereits seit einigen Monaten an der Arbeit. Das «Palace» bleibt weiterhin Mitglied bei Leading Hotels of the World, ein wichtiger Faktor vor allem für die US-amerikanischen Individualgäste. In China stellen wir eine dynamische und sehr spannende Entwicklung hin zu Individualreisen fest. Um unser Marketing entsprechend auszurichten, arbeiten wir unter anderem im Projekt Innotour zum chinesischen Individualtourismus der Hochschule Luzern mit. Nicht zu vergessen ist der Schweizer Markt, der für das «Palace» auch nach der Wiedereröffnung der bedeutendste sein wird.

Auch bei den Restaurants machten Sie bei der überarbeiteten Planung aus Platzgründen Abstriche. Von den drei ursprünglich geplanten Speiselokalen bleibt eines mit Schweizer Kost übrig. Weshalb?

Wir haben uns aus verschiedenen Gründen für ein einziges, grosszügig angelegtes Restaurant entschieden. Die offene Raumgestaltung und das fliessend in­einanderlaufende flexible Angebot von Frühstück, Mittagessen, Nachmittagsservice und Abendessen wird den heutigen Ansprüchen eher gerecht als kleinräumigere Restaurants mit beschränktem Angebot. Daraus ergeben sich auch Synergieeffekte in der Einsatzplanung der Teams und in der Küche.

Gibt es wieder eine Bar? Eine solche war bei vielen Luzernern früher sehr beliebt.

Es wird wieder eine Bar geben, in der die Gäste auch vom flexiblen Gastroangebot profitieren. Es werden alle Ansprüche abgedeckt sein, egal ob die Besucher klassisch Kaffee und Gipfeli oder die Feierabendrunde mit einem kleinen Snack geniessen wollen. Die Terrasse an der Seeseite ist uns ebenfalls sehr wichtig, wir werden sie einladend gestalten.

Was wird das neue «Palace» den Zentralschweizern sonst noch zu bieten haben?

Das neue «Palace» wird der Zentralschweiz das bieten, was es all seinen Gästen als Fünfsternehaus bietet. Wir freuen uns, wieder Hochzeiten, Familienfeiern und Firmenanlässe ausrichten zu dürfen und so auch wieder zu einem gesellschaftlichen Zentrum der Region zu werden.

Die Totalsanierung des Hotels hat begonnen

Zurzeit wirkt das Luzerner Hotel Palace im Innern wie ein fast leeres Geisterhaus. Einige Arbeiter erledigen die letzten Rückbauarbeiten, andere haben bereits mit den Umbauarbeiten begonnen. Die Aussenfassade des denkmalgeschützten Belle-Epoque-Hauses an der Seeuferpromenade wird renoviert, am Erscheinungsbild ändert sich aber abgesehen von teilweise etwas grösseren Fenstern nichts. Innen hingegen lässt die First Swiss Hotel Collection umbauen, damit sich die Betriebsabläufe vereinfachen und die Haustechnik erneuern lassen. Das alte «Palace» bot Platz für 129 Gästezimmer, im neuen werden es 148 sein (siehe Interview). «Wir gehen davon aus, den Betrieb in den ersten drei Monaten 2020 aufzunehmen», sagt Hoteldirektor Peter Durrer.

Ende des nächsten Jahres soll der Umbau abgeschlossen sein. Der Zeitplan ist sehr ambitioniert.

Tatsächlich, Ambition ist immer gefragt, wenn an einem solch wichtigen Objekt gearbeitet wird. Die aktuellen Baupläne zeigen, dass die Renovationsarbeiten bis Ende 2019 abgeschlossen sind.

Bleibt es bei den 100 Millionen Franken für die Umbaukosten?

Ja.

Hinweis: Der chinesische Unternehmer Yunfeng Gao ist Verwaltungsratspräsident der First Swiss Hotel Collection. Ihm gehören nebst dem «Palace» in Luzern, das sich im Umbau befindet, das Hotel Titlis Palace in Engelberg sowie die Frutt Lodge und Spa. Das Interview mit Yunfeng Gao wurde schriftlich geführt.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.