Partners Group erwartet schwierigere Zeiten

Laut der Vermögensverwaltungsgesellschaft Partners Group werden Investitionen in ihrem Kerngeschäft, den nichtöffentlich handelbaren Finanzanlagen, anspruchsvoller.

Daniel Zulauf
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Schild am Sitz der Partners Group Holding AG in Baar. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

Schild am Sitz der Partners Group Holding AG in Baar. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

Bei der Partners Group mit Sitz in Baar ist der Firmenname Programm. Knapp 34 Prozent der Aktien gehören dem achtköpfigen Verwaltungsrat und den sieben exekutiven Managern. Zwar liegt der überwiegende Teil (30 Prozent) in den Händen der drei Gründer, die das Unternehmen vor 20 Jahren aus der Taufe hoben. Doch Miteigentümerschaft wird bei Partners Group grossgeschrieben. Rund 30 Millionen bis 60 Millionen Franken pro Jahr investiert die Firma jährlich in den Aufkauf eigener Aktien, mit denen die Mitarbeiterbeteiligungsprogramme alimentiert werden. So will die Gesellschaft sicherstellen, dass sich die Interessen der Mitarbeiter mit jenen der Kunden decken.

Bislang scheint diese Rechnung aufgegangen zu sein. Partners Group ist in zwei Dekaden von einem Dreimannbetrieb zu einem Unternehmen mit über 1200 Angestellten gewachsen. Die Gesellschaft verwaltet ein Kundenvermögen von 73 Milliarden Euro, das in nicht öffentlich handelbare Beteiligungs- und Schuldtitel oder auch in Immobilienanteile investiert ist. Aus diesen verwalteten Vermögen zog Partners Group 2018 einen Ertrag in Form von Managementgebühren und Erfolgshonoraren in der Höhe von 1,28 Milliarden Franken. Die Ertragsmarge pro verwalteten Kunden-Euro liegt mit gut 1,5 Prozent weit über dem, was Banken für ihre Vermögensverwaltungsdienstleistungen verlangen können, und vor allem operiert Partners Group mit deutlich geringeren Kosten als diese. So kann die Gesellschaft 2018 einen Gewinn von 770 Millionen ausweisen und daraus eine Dividende von 587 Millionen Franken an die Aktionäre abführen. Die Dividende erreicht mehr als ein Fünftel der Ausschüttung einer Grossbank wie UBS, die 67'000 Angestellte beschäftigt.

Ehemaliger Co-CEO wollte Aktien verkaufen

In Zukunft könnte das Geschäft von Partners Group allerdings anspruchsvoller werden. Die wirtschaftlichen Perspektiven einzelner Regionen, Länder und Wirtschaftszweige seien zunehmend schwierig einzuschätzen, schreibt die Gesellschaft in ihrem Jahresbericht. Hinzu kämen die strukturellen Veränderungen durch Entwicklungen wie die Digitalisierung, unter denen die Beurteilung der Erfolgschancen langfristiger Investitionen komplexer werde.

Gleichzeitig geht man aber davon aus, dass die Nachfrage nach Privatinvestitionen im Vergleich zu Investitionen in Finanzanlagen an öffentlichen Börsen weiter zunehmen werde. Inwieweit die Aktionäre davon aber profitieren können, bleibt abzuwarten. Im September bewegte sich der Kurs der Partners-Group-Aktien kurzzeitig nahe an der Rekordmarke von 800 Franken. Danach glitten die Titel deutlich unter 700 Franken und sind jetzt wieder bei 715 Franken angelangt. Mit einem Börsenwert von über 19 Milliarden Franken ist die Firma sehr hoch bewertet.

In diesem Umfeld lässt aufhorchen, dass der ehemalige Co-CEO Christoph Rubeli im Januar ein Viertel seines Aktienbesitzes im aktuellen Wert von 96 Millionen Franken an die Firma zurückverkaufen wollte. Die Transaktion kam aufgrund des damals starken Kursrückganges aber nicht zustande.

Partners Group in Zahlen (2018)

- Gebühren und Honorare: 1280 Millionen Franken / plus 5 Prozent*
- Gewinn: 769 Millionen Franken / plus 2 Prozent*
- Börsenwert: 19'600 Millionen Franken / plus 17,8 Prozent*
- Dividende je Aktie: 22 Fr. / plus 16 Prozent*

* Veränderung gegenüber 2017