Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

PEKING: Chinas Wirtschaft wächst, aber die Probleme bleiben

Der Aussenhandel zieht an, das Wachstum entwickelt sich schneller als erwartet. Die chinesische Regierung will die gute Konjunktur nutzen, um der faulen Kredite Herr zu werden. Das hat das Land auch dringend nötig.
Felix Lee, Peking
Chinesische Investoren haben im ersten Halbjahr 2017 weniger Unternehmen in Europa gekauft als noch vor einem Jahr. (Symbolbild) (Bild: KEYSTONE/EPA FEATURECHINA/WOO HE)

Chinesische Investoren haben im ersten Halbjahr 2017 weniger Unternehmen in Europa gekauft als noch vor einem Jahr. (Symbolbild) (Bild: KEYSTONE/EPA FEATURECHINA/WOO HE)

Geht es mit Chinas Wirtschaft wieder kräftig aufwärts? Die wirtschaftlichen Kerndaten zumindest suggerieren das. Wie das Nationale Statistikamt am Montag in Peking mitteilte, hat die zweitgrösste Volkswirtschaft im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahresraum um 6,9 Prozent zu­gelegt. «Chinas Wirtschaft ist stabiler, koordinierter und nachhaltiger, als wir erwartet hatten», heisst es. Ökonomen waren noch von einer leichten Abkühlung auf 6,8 Prozent ausgegangen. Doch auch andere Konjunkturdaten zeigen, dass es um die chinesische Wirtschaft besser bestellt ist als noch im vergangenen Jahr. Investitionen in Maschinen und Fabriken legten im ersten Halbjahr um 8,6 Prozent zu, die Einzelhandelsumsätze verbesserten sich um 10,4 Prozent.

Vor allem der Aussenhandel verzeichnet hohes Wachstum. Die Zahlen legten im ersten Halbjahr um 8,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu. «Momentan sehen alle Daten gut aus», sagte der Pekinger Ökonom Huang Weiping. Die chinesische Führung will nun die gute Konjunktur nutzen, um der vielen faulen Kredite Herr zu werden. Chinas Gesamtverschuldung summiert sich auf 277 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung, wobei der Grossteil auf die zumeist staatseigenen Unternehmen geht. Die Schuldenquote der Privathaushalte und des Staates an sich fallen eher gering aus. Dennoch hatte im Mai die US-Ratingagentur Moody’s Chinas Kreditwürdigkeit erstmals seit über zehn Jahren um eine Stufe gesenkt. Die Schulden seien «ohne jeden Zweifel die grösste Herausforderung für die Wirtschaft», bemerkte auch der China-Experte Brian Jackson vom Beratungsunternehmen IHS Global Insight.

«Hohe Priorität» für Schuldenabbau

Eine Schuldenkrise, vergleichbar etwa mit den südeuropäischen EU-Ländern 2010, droht der Volksrepublik zwar nicht. Denn die chinesische Auslandsverschuldung ist gering; zugleich haben die Chinesen gigantische Auslandsdevisen angehäuft. Zudem bürgt der Staat für die meisten seiner Firmen und Banken. Unter der allzu grosszügigen Vergabe der Kre­dite leidet jedoch die Effizienz. Nicht nur dadurch, dass Immobilien in den meisten chinesischen Grossstädten nur noch für absurd hohe Preise zu erhalten sind. Bei einem Treffen der chinesischen Führung am Wochenende hat Chinas Staatspräsident Xi Jinping angemahnt, dem Abbau der Schulden in den Staatsunternehmen «hohe Priorität» einzuräumen. Auch der Internationale Währungsfonds fordert Reformen. «Der Reformprozess muss beschleunigt werden, um mittelfristige Stabilität zu sichern und dem Risiko zu begegnen, dass die laufende wirtschaftspolitische Umorientierung zu scharfen Anpassungen führen könnte», heisst es in einer Stellungnahme.

Felix Lee, Peking

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.