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PENSIONIERUNG: Höheres Rentenalter: Der UBS-Chef bietet mit

Sergio Ermotti redet einem Rentenalter von 70 oder 72 das Wort. In seiner Bank aber sind schon 60-Jährige eine Rarität.
Rainer Rickenbach
Sergio Ermotti, CEO der UBS. (Bild: KEYSTONE/Ennio Leanza)

Sergio Ermotti, CEO der UBS. (Bild: KEYSTONE/Ennio Leanza)

Wer bietet mehr? Das muntere Bietverfahren um das richtige Rentenalter ist um eine Episode reicher. Nun mischt auch UBS-Chef Sergio Ermotti (57) bei dieser eigentümlichen Gantveranstaltung zum gesetzlichen Rentenalter mit. «Es tut mir leid, es geradeheraus zu sagen. Aber einem 35-Jährigen müssen wir sagen, dass er im Alter von 70 oder 72 Jahren arbeiten wird», sagte der Tessiner diese Woche an einer FDP-Veranstaltung in seinem Heimatkanton.

Damit übertrifft der UBS-Chef alles bisher Gebotene locker. Selbst Gewerbeverbandsdirektor Hans-Ulrich Bigler, ein lautstarker und fleissiger Bieter in der Rentenalter-Auktion, wagte sich bislang nicht über die 70 hinaus. Ermotti braucht im Gegensatz zu National- rat Bigler keine Rücksicht auf die politischen Folgen seiner Rentenalter-Vorstellungen zu nehmen. Der smarte und adrett aussehende Banker kommentiert politische Fragen ohnehin selten. Er ist vor allem in wirtschaftlichen Themen zu Hause. Er kennt sich zum Beispiel mit den Folgen der Digitalisierung aus, zu denen er diese Woche im Luzerner KKL ein spannendes Referat hielt.

Der UBS-Chef hat sein Handwerk von der Pike auf gelernt. Seine berufliche Laufbahn begann er als Lehrling in der Cornèr Bank in Lugano. Nach weiteren Ausbildungen und Karriereschritten bei internationalen Banken dockte er vor sechs Jahren bei der UBS an. Dort war man damals noch immer mit den Aufräumarbeiten der Schäden beschäftigt, die während der Ospel-Ära angerichtet worden waren. Ermotti setzte die Sanierungsarbeit seines Vorgängers Oswald Grübel erfolgreich fort. Die UBS gehört heute wieder zu den Topadressen in der internationalen Bankenwelt. Ermotti ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt in Zug. Am Wochenende, so verriet er einmal dem Wirtschaftsmagazin «Bilanz», besuche er wann immer möglich seine Heimat Tessin.

In der Sonnenstube der Schweiz wird Ermotti wohl auch einmal sein Rentnerleben geniessen. Hält er sich an das bankinterne Rentenalter, wird es ab 64 Jahren der Fall sein. Denn die Grossbank, lange Zeit eine Quelle von gutversorgten Frührentnern, hat sich vor drei Jahren darangemacht, das Rentenalter von 62 auf 64 zu erhöhen.

Vielleicht schafft es der Tessiner ja bis zu seinem Rentenantritt, die UBS zu einem Vorzeigemodell für die Beschäftigung von bis zu 72-Jährigen zu machen. Da wartet viel Arbeit auf ihn, denn von der Beispielfunktion ist die Grossbank heute Lichtjahre entfernt. Vor drei Jahren waren gerade mal 2 Prozent der Schweizer UBS-Belegschaft 60-jährig oder älter. Die Quote ist auch deshalb so mickrig, weil bei der Grossbank zahlreiche ältere Mitarbeitende den diversen Personalabbaurunden zum Opfer fielen. Die meisten konnten sich über die finanziellen Abgangsbedingungen zwar nicht beklagen. Doch Integration der älteren Angestellten sieht anders aus.

Es tut uns leid, es geradeheraus zu sagen: Der UBS-Chef predigt in der Rentenalter-Diskussion Wasser und trinkt Wein. Wer bietet mehr? Fast alle andern Dienstleistungsunternehmen, denn sie beschäftigen weit mehr Mitarbeitende im Alter von 60 plus. Im Durchschnitt macht diese Alterskategorie um die 10 Prozent des Personals aus.

Rainer Rickenbach

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