Rechnungen
Pentagon streitet mit Schweizer Firma ums Essensgeld

Der Nahrungsmittellogistiker Supreme Foodservice aus dem glarnerischen Ziegelbrücke streitet sich heftig mit dem US-Verteidigungsministerium. Der Vorwurf der Amerikaner: Zu hohe Rechnungen.

Matthias Niklowitz
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Donald Rumsfeld in der Truppenkantine bei einem Besuch im Irak in 2003 (Symbolbild/Archiv)

Donald Rumsfeld in der Truppenkantine bei einem Besuch im Irak in 2003 (Symbolbild/Archiv)

Keystone

Kämpfen und Wache stehen machen hungrig. Das US-Verteidigungsministerium in Washington arbeitet für die Belieferung der Truppen im Ausland mit spezialisierten Zulieferern zusammen. Die Supreme Group ist einer der Vertragspartner des Pentagons und sein Ableger Supreme Foodservice in Ziegelbrücke (Glarus) ist einer der wichtigsten Lieferanten von Hamburgern und Cola an die Truppen in Afghanistan.

Seit 2005 lieferte Supreme laut einem Bericht von Bloomberg Lebensmittel im Wert von 5,5 Milliarden Dollar nach Afghanistan. Seit Ende 2011 verlangt das Pentagon die Rückzahlung von 757 Millionen Dollar. Streitpunkt ist die unterschiedliche Auslegung eines Vertrags von 2005.

Beim Pentagon ist die Defence Logistic Agency (DLA) zuständig für den Abschluss von solchen Verträgen. Laut DLA hatte man einen Festpreis-Vertrag abgeschlossen. Supreme beharrt darauf, einen «Kosten-Plus»-Vertrag unterzeichnet zu haben. Bei dieser Form können alle Auslagen plus eine Marge verrechnet werden.

Aufgefallen waren die hohen Kosten durch eine Überprüfung der Rechnungen im US-Verteidigungsministerium. Diese Überprüfung war 2008 eingeleitet worden, um unter dem Eindruck der teuren Kriege in Irak und Afghanistan die Verträge mit Zulieferern in Hinblick auf Geldverschwendung abzuklopfen.

Zu wenig Geld, zu langsam

Am Mittwoch hatte sich in Washington wieder einmal ein Hearing im US-Kongress mit dem Fall beschäftigt. Die DLA zahlte seit einem Jahr weniger, als Supreme in Rechnung stellt. So wurden bis Ende März 283 Millionen Dollar, ein Drittel der Streitsumme, einbehalten. Politikern in Washington geht das zu langsam: Victoria Frost, Sprecherin von Supreme Foodservice, wollte die jüngste Entwicklung nicht kommentieren.

Das Pentagon und Supreme stehen sich noch in einem zweiten Fall gegenüber: Supreme hatte das Verteidigungsministerium angeklagt, bei einer weiteren grossen Ausschreibung nicht berücksichtigt worden zu sein. Der 10-Milliarden-Dollar-Kontrakt für die Versorgung der Truppe in Afghanistan war an den Konkurrenten Anham FZCO gegangen.

Selbst Robert Dail, Präsident bei Supreme Foodservice, konnte nichts ausrichten. Dail hatte seinerseits den grossen Pentagon-Deal an Land gezogen. Er kennt das Geschäft aus dem Effeff. Vor seinem Wechseln in die Privatwirtschaft hatte der ehemalige General die DLA geleitet.