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PERLEN: CPH sucht die Balance

Die Luzerner Chemie und Papier Holding (CPH) reduziert nach und nach ihre Abhängigkeit von der Papiersparte. Noch hat der historische Geschäftsteil Übergewicht.
Ein Blick in die Produktion der CPH Chemie + Papier Holding AG in Perlen. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)

Ein Blick in die Produktion der CPH Chemie + Papier Holding AG in Perlen. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)

Roman Schenkel

Papier ist geduldig. Die Chemie und Papier Holding (CPH) auch. Vor acht Jahren investierte das Unternehmen eine halbe Milliarde Franken in eine neue Papiermaschine. «Nach wie vor die modernste Europas», betonte Verwaltungsratspräsident Peter Schaub an der gestrigen Bilanzmedienkonferenz am Hauptsitz in Perlen. Die Grossinvestition war Plan einer Strategie: die Kostenführerschaft im Markt zu erlangen. Jahr für Jahr kommt CPH diesem Ziel einen Schritt näher.

Denn zwischen den Papierproduzenten in Europa tobt ein harter Verdrängungswettbewerb. Die Probleme der Medienbranche schlagen schon seit längerem auf die Hersteller durch – ein Ende ist noch nicht absehbar. Seit 2009 ist die Nachfrage nach Pressepapier rückläufig und der Preisdruck enorm. Entsprechend scheiden immer mehr Anbieter aus dem Markt aus. In der Schweiz ist CPH als einziger Papierhersteller verblieben. Ende 2017 ging auch dem letzten Konkurrenten, der Papierfabrik Utzenstorf, der Schnauf aus. Den nächsten Anbieter muss man in Süddeutschland suchen, dort betreiben die skandinavischen Papierhersteller ihre Fabriken.

Import von Altpapier wird reduziert

Von der Papierfabrik Utzenstorf übernahm CPH im vergangenen Jahr die Verträge mit den Altpapierlieferanten, die Kunden sowie die Altpapiersortieranlage. «Damit haben wir einen Meilenstein auf dem Weg zur Kostenführerschaft erreicht», sagt Unternehmenschef Peter Schildknecht. Dank diesem Schachzug kommt CPH nun zu mehr Absatzmenge und zu günstigerem Altpapier, das sie für die Papierherstellung benötigt. «Bis anhin mussten wir etwas mehr als die Hälfte des Altpapiers importieren, künftig müssen wir nur noch einen geringen Prozentanteil im Ausland einkaufen», erklärt Schildknecht. Ein grosser Vorteil: Der Preis für Altpapier ist zuletzt stark angestiegen, CPH rechnet mit einem mittleren einstelligen Millionenbetrag, den sie in diesem Jahr beim Materialaufwand einsparen kann.

Hinzu kommen die Marktanteile. Im vergangenen Jahr teilten sich Utzenstorf, Perlen und die ausländischen Anbieter den hiesigen Markt zu je einem Drittel auf. «Wir gehen zwar nicht davon aus, alle Kunden von Utzenstorf zu behalten, wir werden aber unseren Marktanteil auf gut 50 Prozent steigern», sagt Schildknecht. Aufgrund der hohen Transportkosten sei die räumliche Nähe ein entscheidender Wettbewerbsvorteil, sagt er.

Druck aufs Papiergeschäft bleibt hoch

Dennoch: Auch im abgelaufenen 2017 war der Druck auf das Papiergeschäft enorm. Das zeigt der rückläufige Betriebsgewinn in der Papiersparte. Unter dem Strich schaute im Papiergeschäft ein Verlust von etwas mehr als 12 Millionen Franken heraus (siehe Tabelle). Dies trotz des schwächeren Frankens, der entlastend gewirkt hat. «Der Druck wird auch in Zukunft hoch bleiben», sagt Schildknecht.

Deshalb will die CPH ihre Abhängigkeit von den Papiermärkten weiter verringern. Neben Zeitungs- und Magazinpapieren stellt CPH chemische Spezialitäten wie Molekularsiebe sowie Blisterverpackungen für die Pharmaindustrie her. Noch immer bildet die Papierherstellung die umsatzmässig grösste Sparte. 2017 gelang dem Unternehmen in allen drei Bereichen eine Steigerung des Umsatzes. Chemie (+8,8 Prozent) und Verpackungen (+9,2 Prozent) legten dabei stärker zu als Papier (+7,3 Prozent). «Künftig soll die Hälfte unseres Umsatzes aus den Sparten Verpackung und Chemie kommen», sagt Schildknecht. Aktuell teilt sich der Umsatz folgendermassen auf: 56 Prozent Papier, 28 Prozent Verpackung, 16 Prozent Chemie. Letztere Sparten holen von Jahr zu Jahr auf: Seit 2013 ist der Umsatzanteil der beiden Bereiche von 36 Prozent auf 44 Prozent sukzessive angewachsen. Auf Stufe Betriebsgewinn gelang CPH die Rückkehr in die schwarzen Zahlen. Konkret resultierte ein Gewinn von 2,9 Millionen Franken. Unter dem Strich resultierte ein Reingewinn in der Höhe von 16,2 Millionen Franken, dies nach einem Verlust von 7,7 Millionen Franken im Vorjahr. Das Ergebnis ist allerdings verfälscht durch Immobilienverkäufe in der Höhe von 22,8 Millionen Franken.

Für 2018 ist Schildknecht optimistisch: «Wir erwarten in allen drei Sparten einen höheren Umsatz und bessere Ergebnisse», sagt er. Dank der positiven Effekte von Utzenstorf werde auch der Papierbereich schwarze Zahlen schreiben. Hinzu kommt, dass aufgrund der Stilllegung von Maschinen und einer Knappheit von Altpapier zu Jahresbeginn die Preise für Pressepapier angezogen haben – erstmals seit der Finanzkrise. Nach den schwierigen Jahren seit der Aufhebung des Euro-Mindestkurses und dem Übergangsjahr 2017 folge nun für CPH ein Jahr zum Durchschnaufen, sagt Schildknecht.

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