Pferde- statt Rindfleisch
Pferdefleisch-Skandal: «Im Kantonslabor werden keine Schweizer Produkte untersucht»

Auf Schweizer Fleischproduzenten ist offenbar Verlass. Beim jüngsten Fund von grossen Mengen Pferdefleisch in Rindfleisch-Lasagnen überprüft das Kantonslabor 30 Produkte aus dem Ausland.

Simon Michel
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In dieser französischen Findus-Lasagne wurde Pferdefleisch gefunden. Findus Schweiz ist davon nicht betroffen.

In dieser französischen Findus-Lasagne wurde Pferdefleisch gefunden. Findus Schweiz ist davon nicht betroffen.

Keystone

Das Labor des Amtes für Verbraucherschutz in Aarau hat in diesen Tagen viel zu tun. Nachdem der Betrugsskandal von falschem Fleisch in England am vergangenem Donnerstag an die Öffentlichkeit gelangte, wird man auch in der Schweiz, respektive im Kanton Aargau aktiv.

Insgesamt werden 60 Produkte untersucht. Der Aargau teilt sich die Proben zusammen mit dem Kantonslabor Bern. Dort ist man für Lasagnen, hier vorwiegend für Fleischsaucen und Hamburger zuständig. Denn diese Lebensmittel werden nebst Lasagnen vom Betrugsfall nicht ausgeschlossen.

Die Untersuchungen gelten dem Import

«Im Kantonslabor Aargau befinden sich unter den 30 Proben keine Schweizer Lebensmittel untersucht. Von dieser Untersuchungskampagne ist die Schweiz nur am Rande betroffen. Die Konzentration liegt auf ausländischen Produkten» sagt Alda Breitenmoser, Leiterin des Amtes für Verbraucherschutz des Kantons Aargau.

Ob sich unter den 30 Proben weitere Fleischprodukte der betroffenen französischen Herstellerin Comigel befinden, konnte die Leiterin des Verbraucherschutzes jedoch nicht sagen.

Wer die Mengen an Pferdefleisch zur Weiterverarbeitung in Umlauf gebracht hat, ist Laut Breitenmoser noch unklar: «Die Länder, wo fehlerhafte Produkte wie Lasagne hergestellt wurden sind dabei, diese Schwachstelle ausfindig zu machen».

Ende Woche werden erste Resultate zu den Untersuchungen erwartet.

Nestlé reagiert mit Kampagne

Auf den Swissness-Faktor setzt auch der Lebensmittelmulti Nestlé. Er besitzt Marke Findus in der Schweiz. Das Unternehmen versucht zurzeit, einen grösseren Reputationsschaden abzuwenden.

Am Dienstag und am Mittwoch schaltete das Unternehmen deshalb grosse Zeitungsinserate, um sich von Findus in England und dem restlichen Europa zu distanzieren. «Wir produzieren in der Schweiz, in Rorschach am Bodensee», heisst es in den Inseraten. Findus verwende in der Schweiz für Lasagne, Cannelloni, Gratins und Plätzli «zu 100% Schweizer Fleisch.»

Nestlé Suisse wolle damit klarstellen, dass «ihre Produkte nicht in den europäischen Skandal um falsch deklariertes Fleisch involviert sind», sagt Unternehmenssprecher Roger Matter zu 20 Minuten Online. Nestlé Suisse beziehe die Rohstoffe von «wenigen Schweizer Qualitätslieferanten», die bei jeder Lieferung die Schweizer Herkunft garantierten.