Pharma bangt, Infrastruktursektor hofft

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Branchenverbände Die Schweizer Wirtschaftsverbände schwanken bei ihrer Einschätzung, welche Auswirkung Trump auf ihre Branche haben wird. «Die Hoffnung ist, dass die US-Wirtschaft weiterhin auf dem Wachstumspfad bleiben wird», heisst es beim Wirtschaftsdachverband Economiesuisse.

Dazu brauche es aber offene Märkte und keinen Rückfall in den Protektionismus. Ein solcher wird jedoch zumindest von einzelnen Branchen befürchtet. «Falls es in diese protektionistische Richtung geht, könnte das auch die Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie zu spüren bekommen», sagt ein Sprecher von Swissmem. Grundsätzlich seien die Aussichten aber gut. So seien die USA in den letzten Jahren zum zweitgrössten Absatzmarkt der MEM-Industrie aufgestiegen. Zwischen Hoffen und Bangen fällt auch der Ausblick der Pharmabranche aus. «Wir gehen davon aus, dass die USA innovations- und forschungsfreundlich bleiben werden», sagt eine Sprecherin des Pharmaverbands Interpharma.

Banken in komfortableren Lage

Auf der anderen Seite hat Trump unlängst die Pharmaindustrie für ihre Preispolitik scharf kritisiert. Negativ auf die Medikamentenhersteller auswirken könnte sich auch eine Abschaffung oder Umgestaltung des von Trumps Vorgänger Barack Obama geschaffenen Krankenversicherungsgesetzes. In einer komfortableren Lage befinden sich dagegen die Banken. Auf der einen Seite hat Donald Trump gleich drei ehemalige Goldman-Sachs-Banker ins Kabinett berufen. Zudem hat der neue US-Präsident durchblicken lassen, dass er den Finanzsektor nach der Regulierungsflut im Nachgang zur Finanzkrise wieder liberalisieren will. Rückenwind von einem Präsidenten Trump erhofft sich die Bauzulieferindustrie. So könnten Unternehmen wie Sika und LafargeHolcim davon profitieren, sollte der neue Präsident tatsächlich massiv in die zum Teil marode US-Infrastruktur investieren. «Die USA haben bereits seit Jahren einen grossen Renovationsbedarf an der vernachlässigten Infrastruktur», sagte zum Beispiel Lafarge-Holcim-Chef Eric Olsen Ende des letzten Jahres. (sda)